Köthen (D)

17. September 2018 07:43; Akt: 17.09.2018 07:43 Print

Linke protestieren gegen rechte Demonstranten

Am Sonntag gab es in Köthen eine rechtsgerichtete Demonstration mit rund 1400 Teilnehmern. 850 Linke versammelten sich zum Gegenprotest.

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Die Polizei nahm nach der Demonstration eine 15-köpfige Männer-Gruppe fest, die sich selbst als «Bürgerwehr» bezeichnete. (Bild: Keystone) Teilnehmer einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz versammeln sich vor dem Karl-Marx-Monument. (14. September 2018) Campino an der Pressekonferenz vor dem Auftritt seiner Band am Benefizkonzert in Chemnitz. (3. September 2018) Für das Gratis-Konzert, an dem neben den Toten Hosen auch andere deutsche Künstler auftraten, reisten rund 65'000 Besucher an. Nach den Ausschreitungen der vergangenen Tagen hat es in Chemnitz eine Grossdemonstration gegen Fremdenfeindlichkeit, aber auch eine grosse AfD-Kundgebung gegeben. An beiden Kundgebungen beteiligten sich am Samstag mehrere tausend Menschen. AfD-Politiker aus mehreren Landesverbänden waren am Samstag in Chemnitz, darunter die AfD-Landesvorsitzenden von Brandenburg, Sachsen und Thüringen, Andreas Kalbitz, Jörg Urban und Björn Höcke. Auch die fremdenfeindliche Pegida-Bewegung schloss sich der Kundgebung an. Mehr als zwei Stunden nach Beginn der Demonstration «Herz gegen Hetze» versammelten sich mehrere tausend Menschen zu der AfD-Kundgebung. Auch Teilnehmer einer Demonstration der rechten Organisation Pro Chemnitz schlossen sich an. Nach dem offiziellen Ende der AfD-Kundgebung war die Lage in der Stadt angespannt. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Mit zunehmender Dauer der Veranstaltungen wurde die Stimmung in der Stadt angespannter. Am Montag haben in Chemnitz erneut rund 1000 Rechtsextreme demonstriert. (27. August 2018) Die Polizei Sachsen ermittelt auch wegen mindestens zehn Vergehen in Form des Hitlergrusses. (27. August 2018) Auslöser der Ausschreitungen vom Sonntag, 26. August, war der Tod eines 35-jährigen Mannes infolge eines Messerangriffs. Das Opfer Daniel H. war Deutsch-Kubaner. Einige Teilnehmer zeigten offenbar den Hitlergruss. Die Polizei versucht, Demonstranten und Gegendemonstranten voneinander fernzuhalten. Dennoch kommt es zu Übergriffen zwischen den beiden Gruppen. Die Polizei meldet mehrere Verletzte. Dieses ausländerfeindliche Schäfchen-Motiv dürfte vielen Schweizern bekannt vorkommen. Schon am Sonntag gab es in Chemnitz eine Kundgebung der rechten Szene. (26. August 2018) Polizeifahrzeuge stehen in der Chemnitzer Innenstadt vor der Kulisse des Stadtfestes. Nach dem verhängnisvollen Streit in der Chemnitzer Innenstadt in der Nacht auf Sonntag mit einem Todesopfer und zwei Verletzten kam es am Sonntag zu einer spontanen Grossdemonstration. Polizisten in Bereitschaft. Während der Demonstration am Sonntag kam es zu Übergriffen auf Migranten. Hintergrund ist der Tod eines 35-jährigen Deutschen nach einem verhängnisvollen Streit zwischen Menschen mehrerer Nationalitäten in der Nacht auf Sonntag nach dem Chemnitzer Stadtfest. Unter dem Motto #wirsindmehr demonstrieren in Deutschland Linke gegen die «rechte Hetze». Heute findet in Chemnitz ein Konzert mit den Toten Hosen und anderen Bands statt. Die Juso Zürich organisiert am Montagabend ein Solidaritäts-Konzert gegen Faschismus. «Faschismus kennt keine Grenzen», sagt Juso-Präsidentin Tamara Funiciello. Es sei wichtig, sich aktiv gegen Faschismus einzusetzen. Was die Juso tue, sei «Knall-Effekt-Politik», sagt hingegen Weltwochen-Chef und SVP-Nationalrat Roger Köppel. Er ist als Journalist nach Chemnitz gereist: «Das Bild, das sich mir hier zeigt, ist ein ganz anderes, als von den Medien übermittelt wird.»

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(20 Minuten/sda)