Tote GIs

12. März 2011 18:20; Akt: 12.03.2011 18:25 Print

Waffe und Drogen beim Flughafen-Attentäter?

Der Todesschütze von Frankfurter Flughafen hatte offenbar grosse Mengen Marihuana und eine weitere Waffe bei sich zu Hause. Der «Spiegel» enthüllt weitere Details.

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Der Kosovare erschoss zwei amerikanische GIs. (Bild: Keystone)

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In der Wohnung des festgenommenen Attentäters vom Frankfurter Flughafen sollen nach Informationen des «Spiegels» eine zweite Schusswaffe sowie Drogen gefunden worden sein. Ein Sprecher der deutschen Bundesanwaltschaft in Karlsruhe lehnte auf Anfrage der NAchrichtenagentur dapd eine Stellungnahme dazu aber ab.

Im Bericht heisst es, bei einer Durchsuchung der Wohnung des aus dem Kosovo stammenden Arid U. in Frankfurt am Main sei unmittelbar nach dem Anschlag auf die US-Soldaten noch eine Pistole der Marke Ceska, Kaliber 7,65 Millimeter, entdeckt worden. Ausserdem hätten die Fahner eine grössere Menge Marihuana sichergestellt.

Dem Bericht zufolge wird die Pistole dem Vater des Verdächtigen zugeordnet. Der Festgenommene, der in dringendem Verdacht steht, am 2. März auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens zwei US-Soldaten erschossen und zwei weitere schwer verletzt zu haben, lebte mit seinen Eltern und zwei Brüdern zusammen. Er selbst war laut «Spiegel» bei einem Drogentest nach der Tat «clean».

Bei seiner Vernehmung habe der 21-Jährige angegeben, er habe «keine Unschuldigen» töten wollen, es sei ihm gezielt um amerikanische Soldaten gegangen. Er habe in der Vergangenheit immer wieder GIs am Flughafen beobachtet. Deren Sprüche hätten ihn abgestossen und angewidert.

Schon im Jahr 2009 habe sich Arid U. im Internet bei einer Gamer-Gilde für Egoshooter-Spiele unter dem Decknamen «Abu Rejjan» angemeldet. Nach der Tat hatte es zunächst geheissen, diesen islamistisch geprägten Decknamen habe sich der Attentäter erst kurz zuvor zugelegt. Laut «Spiegel» liessen zur fraglichen Zeit 2009 auch seine schulischen Leistungen rapide nach. Seine damalige Schulleiterin habe psychische Probleme vermutet und den jungen Mann ohne Erfolg zu einer Beratungslehrerin geschickt.

Unklar ist dem Bericht zufolge die Bedeutung einer SMS, die Arid U. offenbar schon Monate vor der Tat an einen Bekannten verschickt habe. Darin habe er eine Verabredung mit der Begründung abgesagt, er müsse einen Anschlag vorbereiten. Der Empfänger der SMS habe dies aber für einen schlechten Scherz gehalten.

(ap)