Australien

15. Juli 2014 10:20; Akt: 15.07.2014 11:07 Print

Waldbrand-Opfer erstreiten Rekordsumme

Fünf Jahre nach einem verheerenden Waldbrand in Australien erhalten Überlebende eine rekordhohe Entschädigung: Ein Stromversorger muss umgerechnet 414 Millionen Franken zahlen.

storybild

Der Waldbrand von Februar 2009 kommt den Stromversorger SP AusNet teuer zu stehen. (Bild: Keystone/AP/str)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Kläger hatten dem Unternehmen SP AusNet vorgeworfen, wegen einer schadhaften Leitung für die Waldbrand-Katastrophe vom Februar 2009 verantwortlich zu sein. Hauptklägerin Carol Matthews, die damals ihren 22-jährigen Sohn verlor, zeigte sich nach der Einigung am Dienstag erleichtert: Das Geld werde «die finanziellen Sorgen lindern, die so viele Menschen noch täglich haben», sagte sie.

Das Feuer in Kilmore im südaustralischen Bundesstaat Victoria war durch eine geborstene Stromleitung entfacht worden. Stromversorger SP AusNet wies aber jegliche Verantwortung zurück: Die Leitung sei durch einen Blitz beschädigt worden, die Panne nicht zu entdecken gewesen.

Das Unternehmen betonte auch in einer Erklärung, zu der Einigung mit den Sammelklägern gehöre kein Schuldeingeständnis. Mit der Entschädigung solle gleichwohl verhindert werden, dass die Betroffenen noch mehr litten.

119 Todesopfer zu beklagen

Bei dem Feuerkatastrophe waren 125'000 Hektar Land verwüstet worden. 119 Menschen kamen ums Leben. Die Schäden werden auf eine Milliarde Australische Dollar geschätzt.

Mehr als 10'000 Menschen hatten sich der Klage angeschlossen. Die Summe von 494,7 Millionen Australischen Dollar (gut 414 Millionen Franken) beträgt mehr als das Doppelte des bisherigen Höchstbetrags einer Sammelklage in Australien.

(sda)