Antarktis

03. Februar 2014 08:04; Akt: 03.02.2014 12:49 Print

Walfänger rammen Tierschützer-Schiff

Nach dem Crash zwischen zwei Schiffen von Walfängern und Tierschützern weisen sich beide Seiten gegenseitig die Schuld zu. Beide Boote nahmen Schaden.

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Ein japanischer Walfänger und ein Boot mit Tierschutz-Aktivisten sind in der Antarktis zusammengestossen. Beide Schiffe wurden beschädigt, verletzt wurde niemand. Die Beteiligten weisen sich gegenseitig die Schuld für den Vorfall vom Sonntag zu, der ein weiteres Kapitel im jährlichen Kampf zwischen Walfängern und Tierschützern bedeutet.

Der Kapitän des Mutterschiffs der Aktivisten erklärte, man sei Opfer einer gezielten und rücksichtslosen Attacke geworden. Über Stunden habe die Besatzung des japanischen Walfangschiffs Stahlseile in Richtung der kleinen Boote der Aktivisten geworfen, um deren Ruder und Motoren zu zerstören.

Ganz anders klingt die Erklärung des Instituts für Walforschung in Tokio, das die jährliche Jagd finanziert: Die Besatzungen von zwei Schlauchbooten habe Seile vor den Bug der Yushin Maru geworfen, die sich in der Schiffsschraube verfangen hätten.

Australien schaltet sich ein

Der australische Umweltminister Greg Hunt ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an und rief die Beteiligten zur Vernunft auf. «Das sind gefährliche Gewässer. Niemand darf Spielchen mit der Sicherheit treiben, niemand darf Spielchen mit dem internationalen Seerecht treiben», sagte er dem staatlichen Fernsehen.

Australien beansprucht den grössten Teil der Antarktis als Hoheitsgebiet. Im vergangenen Jahr hatte das Land den höchsten Gerichtshof der Vereinten Nationen eingeschaltet, um Japan den Walfang dort zu verbieten. Das Urteil wird in diesem Jahr erwartet.

Japan macht geltend, dass der Walfang wissenschaftlichen Zwecken diene.

(sda)