TV-Debatte

15. Januar 2020 04:49; Akt: 15.01.2020 09:33 Print

Warren verweigert Sanders den Händedruck

Im US-Staat Iowa finden die ersten Vorwahlen für die demokratischen Präsidentschaftsbewerber statt. Zuvor wurde am TV nochmals heftig diskutiert.

Der Schlagabtausch von Warren und Sanders begann bereits vor der TV-Debatte: Die Demokratin verweigerte dem Senator aus Vermont den Handschlag. (Video: Tamedia)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei der letzten Fernsehdebatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber in den USA vor Beginn der Vorwahlen haben sich Bernie Sanders und Elizabeth Warren einen Schlagabtausch über Siegeschancen einer Frau geliefert. Sanders dementierte energisch Warrens Vorwurf, wonach er ihr bei einem privaten Treffen Ende 2018 gesagt habe, dass eine Frau die Wahl im kommenden November gegen Amtsinhaber Donald Trump nicht gewinnen könne. «Ich habe das nicht gesagt», betonte Sanders bei der Debatte am Dienstagabend (Ortszeit) in Des Moines im US-Bundesstaat Iowa. Warren rückte dennoch nicht von ihrer Darstellung ab.

Sanders und Warren sind beide Kandidaten des linken Flügels der Demokraten. Neben diesen beiden US-Senatoren nahmen der moderate Ex-US-Vizepräsident Joe Biden und der gemässigte frühere Bürgermeister aus Indiana, Pete Buttigieg, sowie die Senatorin Amy Klobuchar und der Milliardär Tom Steyer an der Debatte teil. Sanders sicherte zu, sollte er die Nominierung nicht gewinnen, werde er alles in seiner Kraft stehende unternehmen, damit die Kandidatin oder der Kandidat der Demokraten bei der Wahl im November «den gefährlichsten Präsidenten in der Geschichte unseres Landes» besiegt.

Händedruck verweigert

Im Sender CNN - der die Debatte gemeinsam mit der Zeitung «Des Moines Register» ausrichtete - war zu sehen, dass Warren unmittelbar nach der Veranstaltung Sanders ausgestreckte Hand nicht annahm. Stattdessen begannen die beiden Kandidaten, die sich um eine ähnliche Wählerklientel bemühen, eine kurze Diskussion, deren Inhalt nicht zu hören war - dann kehrten sie einander ohne Handschlag den Rücken zu. Biden, Sanders, Warren und Buttigieg liegen in Umfragen vorne. Die Debatte der demokratischen Anwärter in Iowa war ansonsten nur in einzelnen Punkten wie der Reform des Gesundheitssystem kontrovers und verlief zivilisiert.

In Iowa finden am 3. Februar die ersten Vorwahlen statt. Die Vorwahlen in den verschiedenen US-Bundesstaaten bestimmen darüber, wen die Demokraten im November gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump ins Rennen schicken. Von der ersten Abstimmung in Iowa geht eine wichtige Signalwirkung aus. Die TV-Debatten sind eine Art Vor-Vorauswahl der Kandidaten.

«8 Jahre Trump wäre eine Katastrophe»

Zentral bei der Debatte am Dienstagabend war die Frage, welcher der Kandidaten Amtsinhaber Trump schlagen könnte. Ex-Vizepräsident Biden betonte: «Wir können vier Jahre Donald Trump überwinden, aber acht Jahre Donald Trump wären eine absolute Katastrophe und würden diese Nation grundlegend verändern.» Buttigieg sagte an die Adresse der Wähler: «Wenn Sie es gewohnt sind, die andere Partei zu wählen, ihren Kindern derzeit aber nicht in die Augen blicken und ihnen diesen Präsidenten erklären können, dann schliessen sie sich mir an.»

Einmütig erklärten die Kandidaten, das militärische Engagement der USA im Nahen Osten im Fall eines Wahlsieges zurückfahren zu wollen. Sanders warf Biden erneut vor, den Irak-Krieg unterstützt zu haben. Biden erwiderte: «Es war ein Fehler, und ich gebe das zu.»

12 Anwärter

Derzeit bewerben sich noch zwölf Demokraten darum, bei der Präsidentschaftswahl Trump herauszufordern. Das Feld ist deutlich zusammengeschrumpft: Ursprünglich hatten fast 30 Demokraten Ambitionen auf eine Präsidentschaftskandidatur angemeldet. Es war das grösste Bewerberfeld in der Geschichte der Partei.

Erst am Montag hatte mit Senator Cory Booker ein weiterer Anwärter die Segel gestrichen. Booker war der prominenteste schwarze Kandidat unter den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern. Am Dienstagabend waren ausschliesslich Weisse auf dem Podium. Die Demokraten hatten die Teilnahmebedingungen an den Debatten zuletzt verschärft. Kandidaten mussten bis vergangenen Freitag in Umfragen und beim Spendenaufkommen bestimmte Mindestwerte vorweisen.

Die Fernsehdebatte in Iowas Hauptstadt Des Moines war die siebte ihrer Art. Das Format wird auch nach Beginn der Vorwahlen fortgesetzt: Die nächsten Debatten sind im Februar geplant.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 15.01.2020 06:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Auch wenn Sanders das zu Warren gesagt hat ganz Unrecht hat er nicht und ich finde das auch keine sexsitische Aussage

    einklappen einklappen
  • Belly am 15.01.2020 06:46 Report Diesen Beitrag melden

    leider.

    Ja, Warren ist da leider auf eine Falschmeldung reingefallen... oder will die nun für sich nutzen.

  • Kokopelli am 15.01.2020 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wie CNN berichtet hat

    Geht es darum, wer dem Donald die Stirn bieten kann.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • KasperliTheater für ManipulationsMasse am 16.01.2020 08:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wer Päsident wird

    ist letztlich Nebensache. Weil er lediglich nur repräsentative Funktion erfüllt. Die Agenda wird durch nicht offen wahrnehmbare Kräfte bestimmt. Falls dann doch einmal ein Präsident sich erlauben würde Eigeninitative an den Tag zu legen; wird er gefragt kenne Du J:F: Kennedy

  • René am 15.01.2020 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Sanders ist 78 Jahre alt!

    Warum will der noch Präsident werden? Nur aus Eitelkeit? Oder um der erste Präsident zu werden der während der Amtszeit an Altersschwäche stirbt?

  • Thomas am 15.01.2020 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Würde auch Goofy zum Präsidenten wählen!

    Egal wer. Einfach nicht Trump nochmals!

  • Ueli am 15.01.2020 15:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leutz

    Hast du Kinder? Würdest du irgendeinen dieser Pedo Typen in USA dein Kind schon nur anschauen lassen?

    • Pro Warren am 15.01.2020 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli

      Niemals und am Wenigsten Trump. Grusig was dort abgeht.

    • Top am 15.01.2020 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli

      Schweizer wissen welche Sorte Mann 20Jahre jüngere Ausländerinnen heiratet. Die Frauen hier haben aber das Glück, dass nach 5Jahren Horror die Scheidung und der Pass abgeholt werden können, dies kennt Melania bzw. ganz USA offensichtlich nicht..

    einklappen einklappen
  • Guantanamo Bay am 15.01.2020 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Und Giulliani nicht vergessen

    Impeachment und Knast für Trump :-)