28. April 2005 13:51; Akt: 28.04.2005 13:56 Print

Was aus den Ober-Nazis wurde

Mit dem Kriegsende vor 60 Jahren war auch das Schicksal der politischen Führer der Nazi-Diktatur entschieden. Viele wurden in den Nürnberger Prozessen als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt, einige begingen Selbstmord.

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ADOLF HITLER (1889-1945) - Der «Führer» erschoss sich am 30. April 1945 im Führerbunker. Seine Leiche wurde verbrannt. Die Überreste wurden 1970 von den Sowjets eingeäschert.

MARTIN BORMANN (1900-1945) - Hitlers Sekretär fiel angeblich in den letzten Kriegstagen in Berlin. 1972 wurde ein Skelett gefunden, das 1998 als Bormanns Leiche identifiziert wurde.

KARL DÖNITZ (1891-1980) - Der Grossadmiral wurde 1945 Hitlers Nachfolger. Er wurde in Nürnberg zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und starb 1980.

ADOLF KARL EICHMANN (1906-1962) - Der SS-Obersturmbannführer und Chef-Organisator des Holocausts entkam 1945 nach Südamerika. 1960 wurde er durch den Geheimdienst Mossad nach Israel entführt, dort zum Tode verurteilt und 1962 gehenkt.

HANS FRANK (1906-1946) - Der Generalgouverneur in Polen wurde in Nürnberg zum Tode verurteilt und gehenkt.

WILHELM FRICK (1877-1946) - Der Innenminister und «Reichsprotektor von Böhmen und Mähren» wurde 1946 wurde in Nürnberg zum Tode verurteilt und hingerichtet.

JOSEPH GOEBBELS (1897-1945) - Der «Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda» wurde 1944 «Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz». Er und seine Frau begingen bei Kriegsende im Führerbunker Selbstmord, nachdem sie ihre sechs Kinder vergiftet hatten.

HERMANN GÖRING (1893-1946) - Der Reichsluftmarschall wurde in Nürnberg 1946 zum Tode verurteilt, verübte aber Selbstmord mit Zyankali.

RUDOLF HESS (1894-1987) - Der «Stellvertreter des Führers» flog 1941 nach England, um einen einseitigen Frieden mit dem Westen zu schliessen. Er wurde in Nürnberg zu lebenslanger Haft verurteilt und beging 1987 im Gefängnis Selbstmord.

HEINRICH HIMMLER (1900-1945) - Der «Reichsführer SS» kontrollierte den Terrorapparat und beaufsichtigte die Konzentrationslager. Bei Kriegsende wollte er einen Separatfrieden mit dem Westen schliessen. 1945 beging er in britischer Kriegsgefangenschaft Selbstmord.

ALFRED JODL (1890-1946) - Der Chef des Wehrmachts-Führungsstabes unterzeichnete am 7. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation in Reims. Er wurde in Nürnberg zum Tode verurteilt und hingerichtet.

ERNST KALTENBRUNNER (1903-1946) - Der Chef des SS- Reichssicherheitshauptamtes wurde als Kriegsverbrecher in Nürnberg zum Tode verurteilt und exekutiert.

WILHELM KEITEL (1882-1946) - Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht war Hitler bedingungslos untergeben. Er unterzeichnete am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst die bedingungslose Kapitulation. 1946 wurde er hingerichtet.

JOACHIM VON RIBBENTROP (1893-1946) - Der Aussenminister Hitlers wurde in Nürnberg zum Tode verurteilt und 1946 gehenkt.

ALFRED ROSENBERG (1893-1946) - Einer der wichtigsten Nazi- Ideologen und Reichsminister für die besetzten Ostgebiete. Er wurde 1946 in Nürnberg zum Tode verurteilt.

HJALMAR SCHACHT (1877-1970) - Der Reichsbankpräsident und Wirtschaftsminister wurde nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 in ein Konzentrationslager gebracht. In den Kriegsverbrecherprozessen wurde er freigesprochen.

BALDUR VON SCHIRACH (1907-1974) - «Jugendführer des Deutschen Reiches» und ab 1940 Gauleiter in Wien. In Nürnberg wurde er zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt und starb 1974.

ARTHUR SEYSS-INQUART (1892-1946) - Der letzte österreichische Bundeskanzler vor dem «Anschluss» 1938 wurde Reichsstatthalter der «Ostmark» und 1940 Reichskommissar in den Niederlanden. 1946 wurde er in Nürnberg zum Tode verurteilt und hingerichtet.

ALBERT SPEER (1905-1981) - Der talentierte Architekt und Organisator wurde 1942 Rüstungsminister. Gegen Kriegsende setzte er sich von Hitler ab. Speer sass bis 1966 als Kriegsverbrecher im Gefängnis. 1981 starb er in London.

JULIUS STREICHER (1885-1946) - Der fanatische Antisemit und Gründer des Kampfblattes «Der Stürmer» wurde von Hitler nach 1939 kalt gestellt. Streicher wurde 1946 gehenkt.

(sda)