«Insel der Sünde» in der Karibik

13. Juli 2019 21:27; Akt: 13.07.2019 22:23 Print

Was verbirgt sich in Epsteins Geheimtempel?

Auf Jeffrey Epsteins kleiner Insel in der Karibik steht ein merkwürdiges Gebäude. Im Netz sorgt das nun für ausgefallene Spekulationen.

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US-Financier Jeffrey Epstein besitzt die Insel Little St. James in der Karibik seit über 20 Jahren. Sie ist Teil der Amerikanischen Jungferninseln. Der luxuriöse Hauptwohnsitz befindet sich auf der nordöstlichen Seite der Insel. Doch das Interesse der Webgemeinde richtet sich auf ein besonderes Gebäude am südwestlichen Spitz von Little St. James. in Tempel mit goldener Kuppel in ägyptischer Bauart. Das viereckige Häuschen muss laut dem Portal «Business Insider» nach 2009 gebaut worden, denn auf früheren Aufnahmen von Google Earth ist es nicht zu sehen. Aufnahmen aus dem Jahr 2013 zeigen das Gebäude erstmals - noch ohne Kuppel. Auf älteren Satellitenbildern ist ein weiterer Zugang zum mysteriösen Gebäude einige Meter vom Haupteingang hinter einem Gebüsch zu erkennen. Das Gebäude sorgt für wilde Spekulationen: Einige Nutzer glauben, dass sich unter dem Häuschen ein Aufzugsschacht oder ein Treppenhaus verbirgt, das wiederum zu einem unterirdischen Versteck führt. In diesen Keller-Räumen hätten Epsteins Sex-Partys mit jungen Mädchen stattfinden können. Der US-Milliardär Jeffrey Epstein soll Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Laut der am 8. Juli 2019 veröffentlichten Anklageschrift wirft ihm die New Yorker Staatsanwaltschaft Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Michelle Licata (rechts) und Courtney Wild sind zwei seiner Opfer, die nun brisante Details bekannt geben. Epstein soll die beiden sexuell missbraucht haben, als sie noch minderjährig waren. Einige der Mädchen sollen bei den Übergriffen erst 14 Jahre alt und «höchst anfällig für Ausbeutung» gewesen sein: Opfer-Anwalt David Boies spricht vor den Medien. Die Übergriffe fanden zwischen 2002 und 2005 in Epsteins Immobilien in New York (im Bild), Palm Beach und an anderen Orten statt. Bei der Durchsuchung eines Tresors in Epsteins Anwesen in Manhattan wurden mehrere Datenträger mit Nacktfotos von augenscheinlich minderjährigen Mädchen beschlagnahmt. Epstein war am 6. Juli 2019 mit seinem Privatjet aus Frankreich kommend nach der Landung in New Jersey festgenommen worden. Es ist nicht das erste Verfahren gegen Epstein. Eine Staatsanwaltschaft in Florida war 2008 einen umstrittenen Deal eingegangen. Epstein bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben, und sass eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab. (27. Juli 2006) Im Gegenzug wurde ihm ein Verfahren vor einem Bundesgericht erspart. Mehrere Frauen hatten ihm Missbrauch vorgeworfen. (Archivbild) Bei einer Verurteilung drohen dem 66-jährigen Epstein, der früher unter anderem den heutigen US-Präsidenten Donald Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew zu seinen Freunden zählte, bis zu 45 Jahre Haft. Vor dem Gerichtsgebäude in New York protestierten am 8. Juli 2019 zahlreiche Frauen gegen Jeffrey Epstein.

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Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Jeffrey Epstein Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Der US-Milliardär soll zwischen 2002 und 2005 in seinen Häusern in Florida und New York dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben.

Auf Social Media geistern derzeit Verschwörungstheorien über eine Insel in der Karibik, die Epstein seit über 20 Jahren besitzt. Die Insel Little Saint James liegt zwischen St. Thomas und St. John, zwei der Amerikanischen Jungferninseln. Der luxuriöse Hauptwohnsitz befindet sich auf der nordöstlichen Seite der Insel, zwei Gästehäuser im Nordwesten und Südosten des 315’000 Quadratmeter grossen Eilands.

Was ist das für ein Gebäude?

Doch das Interesse der Webgemeinde richtet sich auf ein besonderes Gebäude am südwestlichen Spitz von Little St. James: Ein Tempel mit goldener Kuppel in ägyptischer Bauart. Das viereckige Häuschen muss laut dem Portal «Business Insider» zwischen 2009 und 2013 gebaut worden, denn auf früheren Aufnahmen von Google Earth ist es nicht zu sehen.

Der Bauunternehmer James Both aus Chicago analysierte für «Business Insider» die Details auf Bildern des Tempels. Dabei fiel ihm als Erstes der Eingang auf: «Die Schlossriegel sind an der Aussenseite der Holztüre angebracht, als ob sie dazu gedacht wären, Menschen im Inneren des Tempels einzuschliessen.»

Auf älteren Satellitenbildern ist ein weiterer Zugang zum mysteriösen Gebäude einige Meter vom Haupteingang hinter einem Gebüsch zu erkennen. Das könnte darauf hindeuten, dass es einen Aufzugsschacht oder ein Treppenhaus gibt, das zu einem unterirdischen Versteck führt, mutmassen Verschwörungstheoretiker im Netz. In diesen Keller-Räumen hätten Epsteins Sex-Partys mit jungen Mädchen stattfinden können.

Nachbarn bezeichneten den Ort als «Orgieninsel»

Bauunternehmer Both findet eine andere Erklärung dafür: Vielmehr könnte es sich beim zweiten Zugang um eine Zisterne handeln, die dazu dient, die abgelegenen Teile der Insel mit Wasser zu versorgen. Eine andere Möglichkeit sei, dass in der kleinen Hütte Geräte für die Wartungsarbeiten im Hauptgebäude versorgt werden, meint Both.

Über die Aktivitäten auf Little St. James ist nicht viel bekannt: Laut der Nachrichtenagentur AP wurden Taucher, die sich mit Touristen der Insel näherten, vom Sicherheitspersonal gewarnt. Laut «New York Magazine» nannten die Nachbarn Epsteins Oase «Pädophilen-Insel», «Orgieninsel» oder «Insel der Sünde».

Epstein soll mögliche «Mitverschwörer» bestochen haben

Am Freitag wurde zudem bekannt, dass Jeffrey Epstein versucht haben soll, potenzielle Zeugen zu bestechen. Das berichten US-Medien unter Berufung auf die New Yorker Staatsanwaltschaft. Der angeklagte Investmentbanker habe insgesamt 350'000 Dollar an zwei Personen gezahlt, die gegen ihn hätten aussagen können.

Im November und Dezember 2018 flossen demnach eine Zahlung in Höhe von 100'000 Dollar und eine weitere von 250'000 Dollar an zwei Personen, die mutmasslich in den Fall verwickelt sind. Die Vorgehensweise und insbesondere der Zeitpunkt deuteten darauf hin, dass der 66-Jährige versucht habe, die Zeugen zu «beeinflussen», zitierte die «New York Times» die Staatsanwaltschaft.

(kle)