Vergewaltigungs-Prozess

12. März 2020 09:43; Akt: 12.03.2020 09:43 Print

Harvey Weinstein muss erneut ins Spital

Der frühere Hollywood-Mogul Harvey Weinstein wurde wegen Vergewaltigung zu 23 Jahren Haft verurteilt. Alle News im Ticker.

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Der Prozess um Harvey Weinstein gilt als Meilenstein der #MeToo-Ära. Am 6. Februar 2020 hatte die Staatsanwaltschaft die Befragung ihrer Zeugen in dem Prozess abgeschlossen. Die Verteidigung des 67-Jährigen wird vor dem New Yorker Gericht eigene Zeugen und Beweisstücke zur Entlastung Weinsteins präsentieren. Es war dabei nicht ausgeschlossen, dass der Angeklagte auch selbst aussagt. Schauspielerin Jessica Mann brach am Montag im Gericht in Tränen aus, als sie ein früheres E-Mail an ihren Ex vorlesen musste. Nach einer kurzen Pause brach der Richter die Anhörung ab. Mann ist eine der beiden Hauptzeuginnen im Weinstein-Prozess und wirft dem einstigen Filmmogul Vergewaltigung vor. Vor dem Gang ins Gericht: Jessica Mann und ihre Anwältin. Harvey Weinstein muss sich zurzeit vor Gericht verantworten. Ihm wird Vergewaltigung vorgeworfen. Am Mittwoch verlasen die Anwälte ihre Eröffnungsplädoyers. Im Hintergrund in den grauen Jacken: Zwei von Weinsteins Anwälten, Arthur Aidala und Donna Rotunno. (22. Januar 2020) Die Anklägerinnen schilderten zum Prozessauftakt in schockierenden Details, wie Weinstein seine mutmasslichen Opfer angegriffen habe. Der einstige Hollywoodproduzent erschien auch zum gestrigen Gerichtstag mit einer Gehhilfe. (22. Januar 2020) Er musste sich Ende 2019 nach einem Autounfall einer Rückenoperation unterziehen. Model Emily Ratajkowski präsentierte im Dezember ihre Meinung zu Weinsteins 25-Millionen-Einigung auf ihrem Arm. Das deutliche Statement platzierte sie auf dem roten Teppich einer Filmpremiere in Los Angeles. Damals wurde bekannt, dass Weinstein eine Vereinbarung über Entschädigungszahlungen an dutzende Frauen geschlossen haben soll, die ihm sexuelle Gewalttaten vorwerfen. (11. Dezember) Bereits Anfang Dezember musste der Ex-Filmproduzent in New York vor Gericht erscheinen. (6. Dezember 2019) Schauspielerin Rose McGowan geht gerichtlich gegen Harvey Weinstein vor, wie Ende Oktober bekannt wurde. (Archivbild) Schauspielerin Annabella Sciorra sagte im Sommer, Weinstein habe auch sie vergewaltigt. (Archivbild) Sciorra (l.) trug durch ein Interview mit dem Magazin «New Yorker» im Oktober 2017 dazu bei, die #MeToo-Bewegung in Gang zu setzen. Darin berichtete sie, dass Weinsein sie 1993 in ihrer New Yorker Wohnung vergewaltigt habe. Plädierte auf nicht schuldig: Harvey Weinstein erscheint zum Gerichtstermin in New York. (5. Juni 2018) Wieder auf freiem Fuss: Harvey Weinstein wurde am Freitag gegen eine Kaution und mit einer elektronischen Fussfessel wieder freigelassen. (25. Mai 2018) Harvey Weinstein stellte sich im Mai 2018 in New York der Polizei. Er wurde vor dem Gebäude von dutzenden Fotografen und Fernsehteams erwartet. Liessen sich scheiden: Harvey Weinstein mit Georgina Chapman. (Archivbild) «Da war ein Teil von mir, der schrecklich naiv war – ganz klar, so naiv»: Georgina Chapman. Der Fall Weinstein hatte eine weltweite Kampagne gegen sexuelle Belästigung und Gewalt ausgelöst. Unter dem Hashtag #MeToo machten zahlreiche Missbrauchsopfer ihre Erfahrungen öffentlich. Unter den Beschuldigten sind viele Prominente. So auch Schauspieler Dustin Hoffman – mit dem sich Moderator John Oliver (links) öffentlich anlegte. Ein ehemaliger Staatsanwalt soll die Anschuldigungen gegen ihn überprüfen: Stardirigent James Levine. (Archivbild) Soll Frauen während Wahlkampfauftritten belästigt haben: Al Franken anlässlich einer Pressekonferenz in Washington. (27. November 2017) Erzählt von ihren eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung und Belästigung: Natalie Portman am Vulture-Festival in Hollywood. (19. November 2017) Rechnet mit Harvey Weinstein ab: Uma Thurman, hier bei den Filmfestspielen in Cannes. (18. Mai 2017) Wegen Vergewaltigung zu einer neunjährigen Gefängnisstrafe verurteilt: Robinho im Trikot von AC Milan. (Archiv) Wurde von Harvey Weinstein begrapscht: Ambra Battilana Gutierrez. Nicola Werdenigg, eine ehemalige Skirennfahrerin, hat über schockierende Zustände im österreichischen Skisport der 70er-Jahre berichtet: Ein Bild der Skirennfahrerin (undatierte Aufnahme). Bild: Facebook/Nicola Werdenigg Auch den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton holen Missbrauchsvorwürfe ein: Bill Clinton bei einer Rede im Jahr 2016. Foto: John Locher (Keystone) «Ich habe mich zeitweise taktlos verhalten und übernehme dafür die Verantwortung»: Charlie Rose. (Archivbild) Auch er ist mit Vorwürfen konfrontiert: Sylvester Stallone während einer Pressekonferenz für den Film «Creed». (6. November 2015) «Unangemessenes Verhalten»: Das Old Vic Theater in London hat 20 Vorwürfe gegen seinen früheren künstlerischen Leiter Kevin Spacey gemeldet. Zu Oralsex gezwungen oder masturbiert: Sechs Frauen werfen Brett Ratner vor, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. (Archivbild) Will nicht mit Filmproduzent Bret Rattner an das Set: «Wonder Woman»-Darstellerin Gal Gadot. (25. Mai 2017) Fühlte sich von Brett Ratner blossgestellt: Schauspielerin Ellen Page. Fünf Frauen haben Vorwürfe gegen den US-Republikaner erhoben: Roy Moore. (Archivbild) Sitzt wegen Besitzes von Kinderpornografie im Gefängnis: Der ehemalige Arzt der US-Kunstturn-Nationalmannschaft Larry Nassar bei einer Anhörung in Michigan. (17. Februar 2017) Beschuldigt Nassar, sie sexuell missbraucht zu haben: Die 23-jährige US-Turnerin und Goldmedaillen-Gewinnerin Aly Raisman. Gehört zu den Missbrauchs-Opfern von Larry Nassar: Turn-Olympiasiegerin Gabrielle Douglas. Verbreitet ein Erlebnis über sexuelle Nötigung auf Twitter: Pitch-Perfect-Star Rebel Wilson. Die US-Torhüterin Hope Solo sagt, Sepp Blatter habe ihr bei der Verleihung des Ballon d'Or im Januar 2013 an den Po gefasst: Solo und Blatter (rechts) verleihen Abby Wambach ihre Auszeichnung im Kongresshaus Zürich. (7. Januar 2013) Eine Schauspielerin wirft Steven Seagal sexuelle Belästigung vor – er soll bei einem Vorsprechen seine Hose geöffnet haben: Der 65-Jährige an einer Pressekonferenz. (Archiv) Wurde angeblich von einem Produzenten bedrängt: Schauspielerin Jane Seymour hier im Bett mit Roger Moore in einer Szene von «Leben und sterben lassen». Sex im Auto als Geheimnis: Gleich zwei Frauen sagen, es sei dazu gekommen; die eine sagt, es sei sehr brutal gewesen. Auch weitere Frauen werfen Tariq Ramadan sexuelle Brutalität vor. (Archivbild) Kristina Cohen sagt aus, dass sie vor drei Jahren vom britischen Schauspieler Ed Westwick zum Sex gezwungen worden sei. (Archivbild) Der prominente österreichische Grünen-Politiker Peter Pilz ist nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Der ehemalige Kongressabgeordnete Anthony Weiner tritt seine Haftstrafe wegen Sexting an. (6. November 2017) Zwei Frauen warfen ihm sexuelle Belästigung vor: Der Chefredaktor des renommierten Radiosenders NPR, Michael Oreskes, trat daraufhin zurück. (Archivbild) Der konservative britische Verteidigungspolitiker Michael Fallon musste Anfang November wegen ähnlicher Vorwürfe zurücktreten. (Archivbild) Der britische Labour-Politiker Clive Lewis soll eine Frau unsittlich berührt haben. Er bestreitet den Vorwurf. (Archivbild) «Ich hätte nicht mit ihm verheiratet sein wollen»: Matt Damon soll nur davon gewusst haben, dass Weinstein ein Womanizer war. (23. Oktober 2017) Als sie ihn abblitzen liess, sei er «aufgebracht» gewesen: «Game of Thrones»-Star Lena Headey. (Archivbild) Sagt, er habe in sie eindringen wollen: Die britische Schauspielerin Lysette Anthony ist die fünfte Frau, die Harvey Weinstein Vergewaltigung vorwirft. (Archivbild) Wirft Weinstein Vergewaltigung und Bezos Mitwisserschaft vor: US-Schauspielerin Rose McGowan. (Archivbild) Schauspielerin Rose McGowan soll von Weinstein gar Schweigegeld erhalten haben. Hat eine «schlechte Erfahrung» mit Harvey Weinstein gemacht: Schauspielerin Angelina Jolie. (Archivbild) Weinstein habe sie angefasst und wollte sie massieren: Gwyneth Paltrow. (Archivbild) Schauspielerin Ashley Judd gehört zu den Frauen, die gegen Weinstein Vorwürfe erheben. Der Filmproduzent war bereits mehrfach Gast am Zurich Film Festival, hier 2013.

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(kat)