Rüstungsausgaben

02. Mai 2018 02:37; Akt: 02.05.2018 03:09 Print

China und USA rüsten auf, Russland spart

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2017 wieder gestiegen. Im globalen Durchschnitt trägt jeder Mensch einen Anteil von 230 Dollar an den Militärinvestitionen.

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Die Rüstungsausgaben steigen seit zwei Jahrzehnten an: Die chinesische Armee. (Bild: AFP/Wu Hong)

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Die weltweiten Rüstungsausgaben sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Insgesamt wurden 1,739 Billionen Dollar für Rüstungsgüter ausgegeben, wie das in Stockholm ansässige Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht bekannt gab. Im Vergleich zum Jahr 2016 war der Anstieg mit 1,1 Prozent zwar gering, verharrte aber auf hohem Niveau.

Die USA bleiben mit Abstand Spitzenreiter bei den Rüstungsausgaben. Chinas Ausgaben stiegen erneut an – ein Trend, der seit nunmehr über zwei Jahrzehnten anhält. Russland investierte erstmals seit 1998 weniger in sein Militär.

Nach 13 Jahren der Ausgabensteigerung von 1999 bis 2011 und gleichbleibenden Rüstungsausgaben in den Jahren 2012 bis 2016 wurden im Jahr 2017 weltweit erstmals wieder höhere Militärausgaben verzeichnet. Der Sipri-Vorsitzende Jan Eliasson äusserte anlässlich der Vorstellung des Bericht «ernste Sorgen»: Die stetig hohen Rüstungsausgaben «unterminieren die Suche nach friedlichen Lösungen für Konflikte in aller Welt».

2,2 Prozent des Bruttosozialprodukts

Im vergangenen Jahr machten Rüstungsausgaben 2,2 Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts aus. Demnach trug im globalen Durchschnitt jeder Mensch einen Anteil von 230 Dollar an Militärinvestitionen – von Land zu Land variiert die Belastung dabei enorm.

Besonders forciert wurde der Anstieg der Rüstungsausgaben in den vergangenen Jahren durch einen überproportional starken Anstieg in den Regionen Asien und Nahost, wie Sipri-Experte Nan Tian sagte.

Mit China (Rang 2), Saudiarabien (Rang 3) und Indien (Rang 5) finden sich allein drei Mächte aus diesen Regionen unter den ersten sechs auf der Sipri-Liste der 15 Länder mit den grössten Rüstungsausgaben. Deutschland bleibt auf Platz neun.

Russland spart

«Auf globaler Ebene verschiebt sich das Gewicht der Rüstungsausgaben eindeutig weg von der euroatlantischen Region», sagt Nan Tian. Bereits zum 29. Mal in Folge stiegen dem Institut zufolge die Rüstungsausgaben in Asien und Ozeanien. China gab 2017 5,6 Prozent mehr für sein Militär aus (228 Milliarden) als 2016. Lag Pekings Anteil an den weltweiten Ausgaben 2008 bei 5,8 Prozent waren es 2017 bereits 13 Prozent.

Russlands Militärausgaben fielen 2017 um 20 Prozent hinter die des Vorjahres (66,3 Milliarden Dollar) zurück. Moskaus Militär-Budget ist durch die wirtschaftlichen Probleme des Landes beschnitten, sagt Sipri-Experte Siemon Wezeman.

In Mittel- und Westeuropa werde Russland jedoch zunehmend als Bedrohung gesehen, daher seien die Rüstungsausgaben in Mitteleuropa um zwölf Prozent und in Westeuropa um 1,7 Prozent gestiegen. Viele dieser Länder sind Nato-Mitglieder. Die Gesamt-Rüstungsausgaben aller 29 Nato-Staaten beliefen sich 2017 auf rund 900 Milliarden Dollar – das waren 52 Prozent der Ausgaben weltweit. Deutschland gab 44,3 Milliarden Dollar aus, das höchste Niveau seit 1999.

(chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • JimmKnopf am 02.05.2018 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnwitzig

    Ob Russland Europa bedroht? Ich denke eher das die USA & Co, die NATO ein hohes Interesse an Russlands Resourcen und Landreserven hat. So nach dem Motto: warum brauchen 150 Mio Russen ein so grosses Land...

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  • Heidi Heidnisch am 02.05.2018 07:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Böses Russland

    Dem Putin ein Kränzchen gewunden. So böse wie es immer gemeldet wird, sind die Ruskys anscheinend gar nicht.

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  • Pascal G. am 02.05.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kriegstreiber Nummer 1 = USA

    1739 Mia. weltweit und der Anteil der USA daran ist über 800 Mia. also wer ist hier der Aggressor? Russland, der Iran, Nordkorea oder doch jemand anders? Wer greift Staaten ohne UNO Mandat an, basierend auf Bekauptungen (oder eher Verleumnungen), die kaum stimmen können? Wer verwendet Uran-Munition in diesen Ländern und verseucht ganze Landstriche? Wer stürtz auch mal gerne demokratisch gewählte Präsidenten oder zettelt Bürgerkriege an? Genau diejenigen mit den höchsten Militärausgaben. Andere angeblich "böse" Staaten machen das nie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alois am 02.05.2018 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Die UdSSR hat sich kaputtgerüstet im Wettstreit mit dem Westmächten und der Kommunismus a la Russland war Geschichte. Jetzt ist zu hoffen, dass der Kapitalismus a la USA ähnlich in Grund und Boden gefahren wird.

  • wacht auf! am 02.05.2018 17:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kalter krieg war gestern

    Frieden durch krieg? Nicht russland ist die gefahr! Die nato die usa und das besetzte deutschland (BrD gmbh) sind die bedrohung! An den natogrenzen stehen so viele panzer, geschütze, kriegsgerät und soldaten wie noch nie in der menschheit! Und wenn es kracht heists wieder " die bösen russen warens"

  • marc am 02.05.2018 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Militär vor Gesundheit

    Hauptsache die Amis geben rund 800 Mia. Dollar für die Rüstung aus, während ihr Gesundheitssystem den Bach runter geht. Irgendwie ironisch, dass man für so viel Geld für die "Verteidigung" (wenn man denn das so nennen will) ausgibt, während das Wohl der eigene Bevölkerung zu kurz kommt.

    • Cartman1993 am 02.05.2018 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marc

      Die USA geben fast 6(zwischen 17-18% ihre BIP) mal mehr für ihr Gesundheitssystem aus...

    • Steinwerfer am 02.05.2018 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marc

      Sie glauben ernsthaft, dass man absolute Ausgaben in USD einfach mal so, ohne Kontext zu BIP, Anzahl Einwohner, Kaufkraft und weiteren Kennzahlen 1:1 vergleichen kann? Sorry aber das ist ein Milchbuechli-Rechnung und sagt genau eines aus - die USA haben sehr grosses Armeebudget. Bez. Gesundheitswesen, würde ich mich echt nicht soweit aus dem Fenster lehnen. Es gibt zwar eine staatliche KK aber die Versorgungslage selbst ist ziemlich desolat. Das gilt insbesondere für Gebiete ausserhalb der grossen Städte.

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  • S.P am 02.05.2018 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Namen der Demokratie

    Es ist erstaunlich wie negativ die Medien im Allgemeinen über Russland berichten. Wenn ich aber die Kommentare der Leser sehe, sind die meist positiv für RUS und negativ gegen USA. Wenn wir nur die letzten 30 Jahre betrachten, sehen wir eine Kriegs-Tournee der USA! Falls die aktuelle Regierung nicht nach der Pfeiffe tanzt, wird die Opposition finanziell und mit Waffen unterstützt. So bringt die USA die Demokratie ins Land. Wie das aussieht sehen wir in Libyen, Irak, Afghanistan usw. Seit 1941 über 30 offizielle Kriege im Namen der Gerechtigkeit und Demokratie :) Das Land wow, die Politik pfui

  • Klaus Braus am 02.05.2018 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Was will man machen

    Immer das gleiche, Tag ein, Tag aus. Anstatt in Grüne Energie zu investieren, die eigene Armut im Land zu stoppen und das Leben zu zelebrieren, wird aufgerüstet. Dumme, dumme und noch dümmere Menschen stehen an der Spitze der Macht. Ich kann leider nichts dagegen machen ausser freundlich, nett, hilfsbereit, Pflanzen setzen, auf meinen ökologischen Fussabdruck achten, wählen gehen und einfach ein guter Mensch zu sein, der mit einem Lächeln durch die Welt geht. Ich wünsche allen einen schönen Tag ohne Sorgen.