Gefährlicher Genuss

03. Juni 2014 13:41; Akt: 03.06.2014 16:20 Print

Wer Bier trinkt, schluckt Plastik

Jetzt wird es bierernst. Pünktlich zur WM schlagen Forscher Alarm: Namhafte Biersorten sind massiv verunreinigt und deswegen gesundheitsschädigend.

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Forscher haben herausgefunden, dass das Bier namhafter Brauereien mit Plastik verunreinigt ist – und zwar in so starkem Masse, dass es gesundheitsschädigend ist. Doch wie gelangen diese mikroskopisch kleinen Plastikfasern in den geliebten Gerstensaft? Recherchen des Konsumentenmagazins «Markt» des Norddeutschen Rundfunks NDR legen nahe: Die Fasern dürften von Textilien aus Fleece-Material stammen.

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Mikroplastik im Bier – zeigen Sie jetzt dem kühlen Blonden die kalte Schulter?
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Insgesamt 6389 Teilnehmer

Die Plastikfasern werden beim Waschen über das Abwasser in die Umwelt gespült, wo sie sich verteilen und so in den Produktionskreislauf von Getränken wie Bier und Mineralwasser gelangen. Unter den von den Forschern analysierten Getränken mit dem Mikroplastik sind fast alle bekannten deutschen Biermarken: Veltins, Krombacher, Warsteiner, Paulaner und Jever.

Plastikfasern reichern sich im Gewebe an

Das mit 79 Mikropartikel pro Liter am meisten verseuchte Bier ist gemäss NDR-Bericht das Bier von Jever, gefolgt vom Paulaner-Weissbier (70 Partikel pro Mass), Warsteiner (47 Partikel pro Liter) sowie Krombacher und Veltins (42 Partikel pro Liter). Auch Mineralwasser von Aldi oder Lidl ist mit den Plastikpartikeln verunreinigt, aber weit weniger stark als das Bier.

«Verunreinigungen mit Mikroplastik sind ein generelles Umweltproblem», sagt Gerd Liebezeit von der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg. So seien nicht nur Getränke, sondern auch unsere Nahrung betroffen. Für die Menschen werde dies früher oder später zu einer ernsten Gefahr, bestätigt Stephan Pflugmacher von der Technischen Universität Berlin. Pflugmacher, der schon lange mit Mikroplastik-Fasern experimentiert, wies etwa nach, dass sich diese Fasern im Gewebe von Muscheln anreichern und bei hoher Konzentration sogar tödlich sein können.

Andere Untersuchungen, anderes Ergebnis

Das NDR-Magazin konfrontierte den Deutschen Brauer-Bund mit diesen erschreckenden Forschungsergebnissen. Die Antwort: Man habe in eigenen Untersuchungen kein Mikroplastik im Bier oder in dem für das Bierbrauen verwendeten Wasser nachgewiesen.


(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walliser am 03.06.2014 14:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Platica

    Na dann kann man mich am End der WM in die PET-Sammlung verfrachten :)

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  • Benjamin am 03.06.2014 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Prost Mahlzeit!

    Das ist erst der Anfang, in den Weltmeeren / Flüssen / ...wurden und werden immer noch Unmengen an Müll versenkt, getreu dem Motto: Aus den Augen aus dem Sinn. Der Profit ist wichtiger als die Umwelt oder die Gesundheit. Das wird sich garantiert als Bumerang herausstellen, der uns irgendwann einmal bös am Hinterkopf treffen wird.

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  • Küsche am 03.06.2014 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    In Meerestieren

    Mikroplastik findet man auch in grossen Mengen bei Meerestieren die desswegen zu 100 000enden erbährmlich verenden,jedoch wird darüber geschwiegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • der türke am 04.06.2014 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Na dann Prost

    Energie Getränke, Wein, Tomaten (Nervengift), grillieren Fleisch, Rauchen sowieso, joggen (Herzinfarkt), Fitness ebenfalls und jetzt noch das Bier kann mir jemand sagen wie ich leben soll?

  • Legolas am 04.06.2014 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Plastic Planet

    Es ist unglaublich wieviel Plastik in unserer Welt verwendet wird. Das nimmt kein gutes Ende.

  • Paulaner am 04.06.2014 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    An allem etwas auszusetzen!

    Aus was wird Bier wohl hergestellt?? Aus Wasser!!!Hopfen+Malz! Dann dürfte man auch kein Wasser mehr trinken! Fragen Sie doch einmal über achtzigjährige Menschen,wie sauber früher das Wasser+die Lebensmittel waren. Man kann es mit der Hygiene auch übertreiben!!

  • Kara Benemsi am 04.06.2014 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigenverantwortung

    Darum setzte ich und meine ganze Familie schon seit 3 Jahren auf eine eigene Wasseraufbereitung mit Ultrafilter, der alles grösser als 0,01 Micron (0,00001mm) herausfiltert. Der kleinste Virus ist fast doppelt so gross. Gesundheitlich blieb es nicht ohne Wirkung.

    • steffi graf am 04.06.2014 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      warum

      leider sind es nicht nur plastikteilen. schau mal unter fluroidlüge nach im internet.

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  • Peter Schmid am 04.06.2014 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wo kommt der Plastik denn her?

    Wieso ein verteufeln der deutschen Biere? Meint ihr das schweizer Bier wäre besser? Im Gegenteil, da ist oft noch Chemie drin, die nicht nötig wäre, da wir, nicht wie die Deutschen ein Reinheitsgebot haben. Aber was mir fehlt im Artikel ist: Wo kommen die Fasern denn her? Aber das dürfte dann wohl nicht mehr hier geschrieben werden: Schaut mal auf Google und sucht Morgellons, dann wisst ihr, dass die Fasern überall sind und vor allem woher sie kommen. Hat ja wohl gar nichts mit Plastiksäcken oder so zu tun...