Widersprüchliche Berichte

18. Juli 2017 18:12; Akt: 18.07.2017 19:46 Print

Wer ist das Mädchen aus dem IS-Tunnel?

von Ann Guenter - In Mosul sind mehrere ausländische IS-Anhängerinnen verhaftet worden. Darunter soll auch die verschwundene 16-jährige Deutsche Linda W. sein.

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In einem Tunnel in Mosul sind gemäss irakischen Medien mehrere ausländische IS-Anhängerinnen entdeckt und festgenommen worden. Die Frauen stammten aus Deutschland, Russland, Kanada, Libyen, Syrien, der Türkei und Tschetschenien, berichtet Iraqi News – und bezieht sich auf einen Bericht der deutschen «Welt».

Unter den Deutschen sei auch ein Teenager, hiess es weiter. Es wird gemutmasst, dass es sich dabei um die im letzten Juli aus dem sächsischen Pulsnitz verschwundene Linda W. handeln könnte.

«Wir können nicht bestätigen, dass es sich um Linda W. handelt»

Das Mädchen, damals 15 Jahre alt, stand offenbar mit IS-Leuten in Kontakt, war zum Islam konvertiert und schliesslich über Istanbul zum IS in Syrien gereist. Die Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelte damals gegen Linda W. wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, stellte dann wegen Abwesenheit die Ermittlungen aber ein. Das Schicksal des Mädchens blieb bislang ungeklärt.

Jetzt machen Fotos einer jungen Frau, umgeben von irakischen Soldaten, die Runde. «Wir können nicht bestätigen, dass es sich um Linda W. handelt», sagt Lorenz Hasse, Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, zu 20 Minuten.

Über 30 Jahre alt, Russin, Jesidin?

Mitterweile widersprechen sich auch die grossen Nachrichtenagenturen: Die Deutsche Presseagentur DPA berichtet, dass sich unter den in Mosul festgenommenen IS-Anhängerinnen nach irakischen Armeeangaben keine Minderjährigen befänden. Alle Frauen seien älter als 30 Jahre, sagte ein Offizier der irakischen Anti-Terror-Einheiten.

Reuters hingegen zitiert einen irakischen Offizier, der angibt, dass die Frau auf dem Foto keine Deutsche, sondern eher eine Frau «slawischen Ursprungs» sei, «möglicherweise eine Russin».

Berichte irakischer und kurdischer Medien, wonach das Mädchen auf dem Foto eine vor drei Jahren entführte Jesidin sei, stellten sich offenbar als falsch heraus: Die Familie der gesuchten Jesidin habe dies aufgrund der Ähnlichkeit mit ihrer Tochter zunächst angenommen. Behörden der Provinz Niniveh hätten dann aber später bestätigt, dass es sich um eine Deutsche, nicht um eine Jesidin handle. Die junge Frau sei nach Bagdad überwiesen worden.

Die kommenden Tage dürften mehr Klarheit bringen.

Rund 186 Frauen und Mädchen aus Deutschland

Allein aus Deutschland sind seit 2012 etwa 930 Menschen nach Syrien gereist, etwa ein Fünftel davon, rund 186, waren Frauen und Mädchen.

Während der letzten Tage im Kampf um Mosul berichteten die irakischen Anti-Terror-Einheiten CTS Anfang Juni davon, vermehrt durch Selbstmordattentäterinnen angegriffen worden zu sein. Dabei sollen sich auch eine 12- und eine 14-Jährige im Namen des Islamischen Staates in die Luft gesprengt haben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beltran Leyva am 18.07.2017 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich...

    Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen wie eine westliche Frau zum IS geht...

    einklappen einklappen
  • R.G. am 18.07.2017 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bleiben

    Die soll gleich da bleiben und zuerst ein paar jahre da ins gefängis gehen. Wollte sie ja selber so.

  • Theorie & Praxis am 18.07.2017 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein mitleid

    Sie wollte dorthin, also kann sie gleich dort bleiben. Hab kein mitleid mit leuten denen es nachher schlecht geht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mythenmetz am 18.07.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... und nun?

    Ein Jahr ist es her und die Eltern erkennen ihre Tochter nicht? Komisch. Aber vielleicht wollen sie, sie auch nicht mehr erkennen?

  • Theorie & Praxis am 18.07.2017 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein mitleid

    Sie wollte dorthin, also kann sie gleich dort bleiben. Hab kein mitleid mit leuten denen es nachher schlecht geht

  • Dontgetit am 18.07.2017 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso

    Bekommt man Mitleid oder ist es unvollstebar, dass eine person sich dem IS angeschlossen hat und nun evtl. Wieder zurückkommen will? Weil sie weiblich und dazu noch europäisch aussieht? Nun, wenn es sich um ein muslimischer junge handelt, entspricht das wieder der Norm?

  • Canarios am 18.07.2017 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist es möglich

    daß junge Menschen den IS Fanatiker auf den Leim kriechen weil das Elternhaus versagt hat? Heute muß möglichst viel Geld verdient werden. Der Nachwuchs sucht oft vergeblich nach Halt und Geborgenheit.

  • Mento am 18.07.2017 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr Glück

    scheint sie definitiv nicht gefunden zu haben.. (Ich hoffe ihr Schicksal dient als abschreckendes Beispiel)