Australien

26. Dezember 2019 04:55; Akt: 26.12.2019 05:00 Print

Wettlauf gegen die Zeit für Feuerwehr

Noch immer wüten zahlreiche Buschbrände - und ein Ende ist ebenfalls nicht in Sicht. Die nächste Hitzewelle ist bereits angekündigt.

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Die Feuerwehr von New South Wales steht im Dauereinsatz - und es hört nicht auf. (22. Dezember 2019) «Wir werden uns nicht auf unbesonnene (Klima-)Ziele einlassen und traditionelle Industrien aufgeben, wodurch australische Arbeitsplätze gefährdet würden»: Der australische Premierminister Scott Morrison. (Archivbild) In der Nähe von Balmoral, New South Wales: Die Rauchsäulen der Buschfeuer sind kilometerweit zu sehen. Balmoral wurde vom Feuer praktisch zerstört. Einige Feuerwehrmänner wurden im Ort verletzt, als sie gegen die Brände kämpften. «Ich entschuldige mich»: Australiens Premierminsiter Scott Morrison spricht zu den Medien. (22. Dezember 2019) Zahlreiche ausser Kontrolle geratene Buschfeuer halten derzeit Feuerwehr und Bewohner der Bundesstaaten New South Wales und Queensland in Atem. Ein Feuerwehrsprecher sagte: «Wir hatten noch nie so viele gleichzeitig auftretende Buschfeuer auf Katastrophenniveau». In einigen Gebieten waren die Bewohner von Fluchtrouten abgeschnitten und wurden daher aufgerufen, vor Ort irgendwo Schutz zu suchen. Auch die Tierwelt ist von den Bränden betroffen. Tierschützer gehen derzeit davon aus, dass im Reservat Lake Inn an der Küste von New South Wales mindestens die Hälfte der 500 bis 600 dort lebenden Koalas verbrannt sei. Helfer hatten in den vergangenen Tagen bereits einzelne verletzte Tiere in das Koala-Krankenhaus in Port Macquarie gebracht. Wenn Feuer ausbricht, dann klettern Koalas in die Kronen der Bäume und rollen sich zu einem kleinen Ball zusammen. Kleinere Brände, bei denen das Feuer in der Nähe des Bodens bleibt, können die Tiere mit leicht verkohltem Rückenfell überleben. Die Hoffnung noch überlebende Koalas zu finden schwindet. Eine Helferin sagt: «Wir werden die Tiere, die an schweren Verbrennungen leiden, human von ihren Schmerzen erlösen.» Der östliche Bundesstaat New South Wales für diese Woche (11.11.2019) den Notstand ausgerufen. Nach Angaben der Feuerwehr sind 40 der 60 Brände in der Region derzeit ausser Kontrolle. «Durch die katastrophalen Wetterbedingungen können sich die Dinge sehr schnell verändern», sagte die Regierungschefin des bevölkerungsreichsten Bundesstaates am Montag in Sydney. «Halten Sie sich um Gottes Willen vom Buschland fern», warnte sie die Menschen in der Region. Besonders am Dienstag solle es sehr heiss werden, zudem rechne man mit heftigen Winden. Eine Notstandserklärung ermöglicht es der Feuerwehr, alle staatlichen Ressourcen zu mobilisieren sowie Evakuierungen zu organisieren. Die Einsatzkräfte laufen von Ort zu Ort, um neue Brände zu löschen. Gigantische Rauchwolken umhüllten mitunter ganze Ortschaften. Wohngebiete waren wegen der Brände von wichtigen Fluchtrouten abgeschnitten, laut Behördenangaben musste die wichtigste Autobahn zwischen Sydney und Brisbane, der Pacific Highway, zwischenzeitig geschlossen werden. Bei Dutzenden Buschbränden im Osten des Landes sind seit vergangener Woche mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Rund 100 weitere wurden verletzt, darunter 20 Feuerwehrleute. Mehr als 150 Häuser und Wohnungen wurden von den Flammen beschädigt. Mindestens 40 Schulen wurden bereits geschlossen. Lyn und Peter Iverson haben alles verloren. Bisher ist den Behörden zufolge eine Fläche von knapp einer Million Hektar Land betroffen. Den Buschfeuern ging eine Dürreperiode voraus: Feuerwehrmänner bekämpfen die Brände in Woodford, New South Wales. (8. November 2019) Selbst aus dem Weltall sind die Buschfeuer zu erkennen. In einigen Gebieten waren die Bewohner von Fluchtrouten abgeschnitten. Viele Menschen wurden verletzt - die meisten davon sind Feuerwehrleute. Auch aus der Luft wird versucht, die Feuer unter Kontrolle zu bringen. Rauchwolken verdunkeln den Himmel und ... ... sind von Weitem, wie hier in der Nähe von Tuncurry (etwa 300 Kilometer nördlich von Sydney), zu sehen. Zahlreiche Häuser wurden zerstört.

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Mit steigenden Temperaturen sind die Feuerwehren in ihrem Kampf gegen Buschbrände im Süden Australiens in einen Wettlauf gegen die Zeit geraten. Meteorologen kündigten am Donnerstag für die kommenden Tage eine neue Hitzewelle mit Temperaturen weit über 40 Grad an.

Diese Hitzewelle könnte trockene Stürme mit starken Winden entfachen und auf diese Weise die Buschbrände weiter anfachen.

Die Feuerwehren kämpften unterdessen gegen zahlreiche Buschbrände, die nunmehr etwa neben dem Grossraum Sydney auch an die Vororte der Küstenstadt Adelaide heranreichen. Unter anderem zogen sie laut offiziellen Angaben mit Bulldozern breite Schneisen um Wohngebiete, um die Feuersbrunst aufzuhalten. Die Polizei rief unterdessen zudem die Bewohner der Vororte auf, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rônin am 26.12.2019 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir wünschen

    den Rettern und Geretteten viel Kraft und Mut in dieser Zeit, und für ihre Zukunft.

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  • No_one am 26.12.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versagen der Politik

    Auf der einen Seite streiten sich PolitikerInnen darüber, ob vorgängige kontrollierte Brandrodungen durch Farmer solche Buschfeuer hätten verhindern können und auf der anderen Seite streiten sie sich darüber, ob Feuerwehrmänner nach solchen Stresssituation häufiger häusliche Gewalt ausüben. Scheinbar hat die Politik Lösungen für alles mögliche, nur nicht für das eigentliche Problem.

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  • Diamondcobra am 26.12.2019 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Firefighters

    es gibt hitzewellen aber ich hoffe das es nicht absicht war . viel erfolg beim löschen und passt auf euch auf.

Die neusten Leser-Kommentare

  • zürcher oberland am 27.12.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    gab es immer

    KLimalüge ist erfunden, Solche Brände gab es immer. Wir EIdgenossen stehen hinter dem wahren Evangelischen, der Präsident von Australien ist. Wir Jesusliebenden haben nun schon USA, Bolivien, Brasilien und Australien erobert. Bald auch die Schweiz.

    • Helle Liechtiger am 27.12.2019 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @zürcher oberland

      Früher gab es kleinere Brände im Hochsommer. Ich war in den 1990 er Jahre da und hab's auch gesehen. Heute gibts schon Brände im Frühling. Und Morgen? Brände rund ums Jahr? Und die Flächenbrände sind enorm grösser. Sie haben aber schon recht. Brände gabs schon immer.

    • 5Ger am 27.12.2019 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @zürcher oberland

      Nach dem ersten Satz war ich noch bei Dir. Danach hast Du es aber gründlich vergeigt.

    • Maler50 am 27.12.2019 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @zürcher oberland

      Religonsfanatiker haben keine Chance an die Macht zu kommen in der Schweiz, zum Glück!

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  • Ganjaflash am 26.12.2019 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Robyni am 26.12.2019 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Dankeschön an die Feuerwehr

    Traurig ist das aus meiner Sicht Auch das sind Klima Sünden!

    • 5Ger am 26.12.2019 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Robyni

      Es gibt keine Klimasünden. Generell sind die Meisten zusammegesetzten Worte, die mit "Klima" beginnen Unworte.

    • ton ton am 27.12.2019 02:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @5Ger

      sagen wir es doch gleich: es gibt kein klima. es gibt nur wetter. alles andere ist verschwörungstheorie, oder? brände hat es schon immer gegeben und vor 2 mia jahren war die erde eine glühende kugel.

    • Dario am 27.12.2019 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ton ton

      Wen intressierts wie es vor 2 Mia Jahren war, wenn wir unsere Erde in den nächsten 200 Jahren zerstören. Und ob Wetter oder Klima interessiert dann gerade nimand, wenn wir unsere Grundlagen zum Leben wie Urwälder, sauberes Wasser, angenehme Temperaturen nicht mehr haben.

    • 5Ger am 27.12.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ton ton

      Natürlich gibt es ein Klima und das verändert sich auch dauernd. Aber das war schon immer so, auch als es noch keine Menschen gab.

    • Maler50 am 27.12.2019 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @5Ger

      Ja, ja was nicht sein darf kann nicht sein. Mit dieser Vogel Strauss Taktik gibt es ein böses erwachen.

    • Maler50 am 27.12.2019 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @5Ger

      Klar, gab es dies schon immer dennoch hat der N Mensch einen Einfluss y dies liegt an der Geschwindigkeit des Wandels.

    • 5Ger am 27.12.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Maler50

      Du irrst Dich. Der Mensch hat gar keinen Einfluss auf das Klima. Weder im positiven, noch im negativen Sinn.

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  • Filou08 am 26.12.2019 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade ich will aber mal nach Sydney

    Die armen Rettungskräfte Viel Kraft und viel Wasser und Löschpulver

    • Dr Waggis am 26.12.2019 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Filou08

      Du musst unbedingt einmal dahin. Ich war dreimal da und möchte auch unbedingt noch einmal hinreisen. Ich habe noch längst nicht alles gesehen was es zu sehen gibt.

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  • Alexa am 26.12.2019 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen

    Dort wo es Überschwemmungen hat könnte man doch das Wasser aufsaugen und dort hinbringen wo es Buschbrände oder Waldbrände hat......

    • Siri am 26.12.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Alexa

      Sprich in deine Alexa Box und Google wird es umsetzten! Dr Waggis glaubt nicht an Gott aber an die Wissenschaft der Technik.

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