Nach der Katastrophe

15. März 2011 06:02; Akt: 15.03.2011 23:00 Print

Wieder Feuer im Reaktor - Arbeiter vermisst

Die Zahl der Toten in Japan steigt stündlich an. Auch in den beschädigten AKWs hat sich die Lage verschlechtert. Erneut ist Feuer ausgebrochen.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) wirft in ihrem Bericht über den Atomunfall in Fukushima der japanischen Regierung vor, die Gefahr von Tsunamis unterschätzt zu haben. Am gehen heftige Unwetter über dem Katastrophengebiet in Japan nieder. Die Strahlenmesswerte bei den havarierten Reaktoren von Fukushima sind viel zu hoch. Die Cäsium-134-Konzentration ist alarmierend. Die Tepco veröffentlicht im Mai weitere Bilder aus dem Innern des AKW Fukushima. Wie am bekannt wurde, sind zwei weitere Kernschmelzen in den Unglücksreaktoren eingetreten. Nach der Entdeckung von rund 3000 Tonnen radioaktiv verseuchten Wassers im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll ein gigantisches Schiff als Auffangbecken dienen. Am wird das Katastrophengebiet rund um Fukushima von einem neuen Beben heimgesucht. Doch nachdem die Regierung schliesslich offiziell den Evakuierungsradius um das Atomkraftwerk Fukushima von 10 auf 20 Kilometer ausweitete, machten sich Tausende Japaner auf die Flucht. Arbeiter wagen sich zum ersten Mal seit dem Erdbeben in den Unglücksreaktor 1 des AKW Fukushima. Tepco gibt bekannt, dass eine Arbeiterin im Atomkraftwerk Fukushima eine zu hohe Strahlendosis abbekommen hat. Arbeiter räumen das Gelände um das AKW mit ferngesteuerten Maschinen. Roboter haben in zwei Reaktorblöcken des japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hohe Radioaktivität gemessen. Das Mineral Zeolith soll Radioaktivität aus dem verseuchten Meerwasser absorbieren. Die EU-Kommission lässt die Staaten künftig alle Schiffe aus Japan auf radioaktive Strahlung untersuchen. Auf dem Gelände des schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi brach ein Feuer aus. Betreiber Tepco erklärte, das Feuer in der Nähe von Reaktor 4 sei klein gewesen und rasch gelöscht worden. Es habe keine Auswirkungen auf die Arbeiten zur Kühlung der Reaktoren gehabt. Gleichzeitig stuft Japan das Atomunglück von Fukushima nun offiziell als ebenso schwer ein wie das Reaktorunglück in Tschernobyl - auf der höchsten Stufe 7. Die Menge der Radioaktivität, die aus dem Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ausgetreten sei, entspreche etwa zehn Prozent der Menge, die in Tschernobyl freigesetzt worden sei. In der Atomruine von Fukushima kämpften die Arbeiter weiterhin gegen den drohenden Super-GAU. Sie begannen damit, eine Barriere aus Stahlplatten zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass stark radioaktiver Schlamm sich im Meer ausbreitet. Neue Bilder zeigen, mit welcher Gewalt die Tsunami-Welle das AKW traf. Das Atomkraftwerk war beim Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami schwer beschädigt worden. Der Eingangsbereich der Tepco wird von der Welle komplett zerstört. Ähnlich sieht es in den Büroräumen aus. Nach dem tagelangen Auslaufen von stark radioaktiv verseuchtem Wasser ist das Leck an einer Leitung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima endlich behoben worden. Dieses Bild wurde vor den Reparaturarbeiten gemacht: Durch den Riss waren in den letzten Tagen grosse Mengen radioaktiv verseuchten Wassers ins Meer gelaufen. Das Wasser stammte von den Kühlarbeiten am Reaktordruckbehälter, das sich im Untergeschoss des an den Reaktor angrenzenden Turbinengebäudes gesammelt hatte. Im AKW Fukushima-Daiichi wird weiter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gepumpt. Nach Ansicht von US-Experten stellt dies jedoch keine grosse Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich. : Zwei Arbeiter des AKWs Fukushima werden tot aufgefunden. Sie waren Opfer des Tsunamis. Mit einer schwimmenden Insel soll das auslaufende, radioaktive Wasser wieder eingefangen werden. : Die Lage im AKW Fukushima verschlimmert sich: Aus dem AKW läuft radioaktives Wasser ins Meer. Der Riss in Reaktor 2 soll 20 Zentimeter lang sein. Ein Tepco-Mitarbeiter zeigt auf die Stelle. Arbeiter in Fukushima putzen ein US-Schiff. Mit dem Boot wurde sauberes Süsswasser nach Fukushima transportiert, dass zur Kühlung der Reaktorblöcke eingesetzt wird. Nach eigenen Strahlungsmessungen im Umkreis des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace eine Evakuierung der gesamten Region empfohlen. Ein Mitarbeiter des Organisation misst in der Stadt Iitate einen Wert von 7.66 Mikrosievert. «Es ist für die Menschen eindeutig nicht sicher, in Iitate zu bleiben, vor allem für Kinder und schwangere Frauen. Sie könnten die maximal zulässige jährliche Strahlendosis in nur wenigen Tagen abbekommen», sagt Jan van de Putte, Strahlenexperte von Greenpeace. Im Meerwasser vor dem Unglücksreaktor wurde eine sehr hohe Konzentration von radioaktivem Jod entdeckt. Die Radioaktivität habe das 3355-Fache des zulässigen Wertes erreicht, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Tepco-Chef Masataka Shimizu musste wegen Bluthochdrucks und Schwindelgefühls ins Spital gebracht werden. Shimizu ist zwei Tage nach der Katastrophe von der Bildfläche verschwunden. Aus dem beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi tritt offenbar weiterhin hochgiftiges Plutonium aus. Das Schwermetall sickert ins Erdreich ein. In Reaktor 2 hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine vorübergehende teilweise Kernschmelze gegeben. Reaktor 3 ist schwer beschädigt. Die Strahlung in Reaktorblock 2 ist zudem zehn Millionen Mal höher als normal. Die Messarbeiten wurden abgebrochen und die Arbeiter abgezogen. Die Szene ist apokalyptisch: Die japanischen Selbstverteidungskräfte haben am 23. März um 12.55 Uhr eine Stunde lang einen Helikopterflug über dem havarierten AKW Fukushima gemacht. Beim Reaktor 2 steigt Wasserdampf aus einer Öffnung. Der fünfminütige Zusammenschnitt wurde am 25. März im japanischen Staatsfernsehen NHK gezeigt. Es ist das erste Mal, dass die Selbstverteidungskräfte Bilder des AKW Fukushima veröffentlichten. In Block 3 der Anlage «könnte etwas beschädigt worden sein». Daten deuteten darauf hin, dass «gewisse Funktionen der Sicherheitshülle» noch erhalten seien. Im benachbarten Turbinengebäude des Reaktorblocks 3 waren drei Arbeiter einer 10 000fach erhöhten Radioaktivität ausgesetzt gewesen. Dies deutet entweder auf eine partielle Kernschmelze mit einer Beschädigung des Reaktorbehälters hin oder auf eine Überhitzung des Abklingbeckens für abgebrannte Kernbrennstäbe. Der Schaden könnte auch an anderen Teilen entstanden sein, etwa an Rohrleitungen ... ... oder dem Abklingbecken, erklärten Behördenvertreter. Drei Techniker, die im AKW Fukushima verstrahlt worden sind, standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte Radioaktivität aufwies. Zwei der drei Arbeiter wurden mit Verbrennungen in eine Spezialklinik eingeliefert. Die Männer hatten im Tiefgeschoss eines Turbinengebäudes von Block 3 gearbeitet. Dabei hatten sie keine Schutzstiefel an, so dass ihnen das radioaktiv belastete Wasser in die Schuhe lief. Das Video entstand gut 40 Minuten, nachdem die Welle auf Land getroffen war. Neben dem beschädigten Kraftwerk sind die Auswirkungen der Naturkatastrophe in der Präfektur Miyagi zu sehen. Ein Regionalbüro des japanischen Transportministerium hat die Bilder am 23. März veröffentlicht. Während Arbeiter versuchen, die Stromversorgung in allen Reaktoren des schwer beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wieder herzustellen, wird die japanische Bevölkerung zum Spenden aufgerufen. Dieses Mädchen dürfte sich allerdings kaum bewusst sein, dem japanischen Sumo-Grossmeister Hakuho gegenüberzustehen. Abgefülltes Trinkwasser wird langsam, aber sicher knapp: Die Bevölkerung getraut sich nicht mehr, Leitungswasser zu trinken. Einblicke in den zentralen Kontrollraum des AKWs Fukushima I. Diese Fotos wurden am 23. März veröffentlicht. Offenbar geht nicht mehr viel. Die Arbeiter hantieren mit Taschenlampen. Die Bilder zeigen, unter was für schwierigen Bedingungen gearbeitet werden muss. Der Besitzer eines Tierladens in der japanischen Grossstadt Sendai bringt einen Schweinswal in Sicherheit. Er schwamm seit dem Tsunami in einem Reisfeld. Die Mitarbeiter des Kontrollraums von Reaktor 3 sind in Sicherheit gebracht worden. Derzeit versuchen die Rettungskräfte, die Reaktoren und verbrauchten Brennstäbe zu kühlen. Über Reaktor 3 des AKW von Fukushima stieg schwarzer Rauch auf. Im Atomkraftwerk Fukushima 1 droht immer noch eine Kernschmelze. Die aus den beschädigten Reaktoren austretende radioaktive Strahlung erschwert zunehmend das Krisen-Management der Betreibergesellschaft Tepco. Kleinkinder und Säuglinge sollen in Tokio kein Leitungswasser mehr trinken. Im Wasser seien erhöhte Werte von radioaktivem Jod festgestellt worden, sagte ein Sprecher der Stadtregierung. Zudem ordnete Ministerpräsident Naoto Kan einen Lieferstopp für Broccoli und das japanische Gemüse Komatsuna aus der Region Fukushima sowie für Rohmilch und Petersilie aus der Präfektur Ibaraki an. Alle sechs Meiler des Atomkraftwerks haben zum ersten Mal seit der Erdbeben-Katastrophe vor eineinhalb Wochen wieder eine Verbindung zum Stromnetz. Doch wirklich entspannt ist die Lage nicht. Die zwei beschädigten Atomkraftwerke in Fukushima sind nach Angaben des Betreibers von einer 14 Meter hohen Flutwelle getroffen worden. Das sei mehr als doppelt so hoch, wie Experten bei der Planung der Anlagen erwartet hatten. Nach Angaben von Tepco sei die Anlage Fukushima 1 auf einen Tsunami von 5,70 Metern ausgelegt worden, ... ... Nummer 2 für eine Höhe von 5,20 Metern. Aus Block 3 ist erneut weisser Rauch ausgetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo stieg zudem über Block 2 weisser Dampf aus. Die Einsatzkräfte und Arbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Aus den Reaktoren 2 und 3 beim AKW Fukushima I ist Rauch ausgetreten. Die Ursache blieb unklar. Die austretende Radioaktivität belastet zunehmend die Landwirtschaft in der Umgebung des beschädigten Atomkraftwerks. Die japanischen Behörden riefen Bauern und Molkereien der Region dazu auf, freiwillig darauf zu verzichten, verstrahlte Lebensmittel und Milch in den Handel zu bringen. Bei Spinat aus der Stadt Hitachi, mehr als 100 Kilometer südlich des Atomkraftwerks, wurde in einem Fall ein Jod-131-Wert von 54 000 Becquerel pro Kilogramm festgestellt. Bei Cäsium wurden 1931 Becquerel gemessen. Panzer in Fukushima. Sie sollen am Montag dabei helfen, Trümmer beim AKW wegzuräumen. Die Trümmer beim AKW (Bild vom 18. März) stehen der Feuerwehr im Weg und behindern sie beim Löscheinsatz. Pressekonferenz der Feuerwehr: Hauptmann Yasuo Sato (Mitte) mit Toyohiko Tomioka (links), dem Führer der 6. Einsatzgruppe, und Yukio Takayama, der die 8. Einsatzgruppe befehligt. (19. März, Abend) Feuerwehrmänner riskieren ihr Leben, um den hochgefährlichen Plutoniumreaktor 3 des AKW Fukushima 1 zu kühlen. Die Feuerwehr bei ihrem Einsatz zur Kühlung des Reaktors 3. Die Feuerwehrleute unterwegs zu ihrem gefährlichen Auftrag. Mit ähnlichen Löschfahrzeugen wie diesem der japanischen Armee sprühen die Feuerwehrmänner Wasser auf die Reaktoren. Satellitenaufnahme des havarierten Atomkraftwerks vom 18. März. Das japanische Wissenschaftsministerium hat die neuesten Messwerte aus der Nähe der Sperrzone veröffentlicht. 30 Kilometer nordwestlich von Fukushima I sind Strahlenwerte von bis zu 140 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden. Zum Vergleich: Ein Astronaut im Weltraum nimmt (nur) 10 Mikrosievert pro Stunde auf. Aus einem der beschädigten Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi steigt weisser Rauch auf. Auf zwei Arten versuchen Techniker den Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima zu verhindern: Bei den Blöcken 1 und 2 soll eine neu verlegte Stromleitung das Kühlsystem wieder zum Laufen bringen. Die Reaktoren 3 und 4 werden mit Wasserwerfern von aussen gekühlt. Ein Video vom Flug über das havarierte AKW Fukushima I zeigt inzwischen das Ausmass der Zerstörung. Das Video wurde an Bord eines Helikopters gemacht und am 17. März 2011 von der japanischen Zeitung «Asahi Shinbun» im Internet veröffentlicht. Dabei besonders beeindruckend: Im Block 4 liegt das Atom-Becken völlig frei. Ein hoher Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Graham Andrew, bestätigte in Wien, die Lage sei weiter «sehr ernst». Brennstäbe in zwei Reaktoren seien nur zur Hälfte mit Wasser bedeckt, ... ... in einem dritten nur zu einem Drittel. Ein Helikopter des Typs Chinook CH-47 lädt Meerwasser, um es über dem AKW abzuwerfen. Am Morgen haben die japanischen Streitkräfte vor allem versucht, Reaktor 3 zu kühlen. Dieser Mann weint vor den Trümmern seines Hauses in Onagawa. Der Leichnam seiner Mutter liegt noch unter dem Schutt begraben. 50 Techniker kämpfen im AKW Fukushima 1 gegen den Super-Gau. Ihren Einsatz, für den sie als Helden gefeiert werden, dürften sie mit ihrem Leben bezahlen. Der Versuch mit Wasserabwürfen von einem Helikopter aus Reaktor 3 zu kühlen, musste abgebrochen werden. Sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 hatten zuvor Feuer gefangen. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt. Dieses von der Betreiberin Tepco veröffentlichte Bild zeigt auch ein grosses Loch in der Aussenhülle von Reaktor 4. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie stundenlang eine dichte weisse Rauchwolke von der Anlage aufstieg. Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 offenbar so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann. Die französische Nuklearsicherheitsbehörde stuft die atomare Katastrophe in Fukushima inzwischen mit der Stärke 6 ein. Insgesamt gibt es 7. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auf der Skala die Stufe 7 erreicht. In der Nähe von Tokio stieg die radioaktive Belastung auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung. Zudem hat der Wind nach Südwesten gedreht: Die radioaktive Wolke treibt nicht mehr aufs offene Meer, sondern aufs Festland. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte, dass in Reaktor 4 der Atomanlage ein Feuer ausgebrochen sei, dort sei zudem eine «deutlich erhöhte» Radioaktivität gemessen worden. Gleichzeitig rief er einen Strahlungsalarm aus. Seine Regierung warnte vor einer «Gesundheitsgefährdung» und ... ... forderte Menschen ausserhalb der evakuierten Zone bis zu einem Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der Kampf um das Atomkraftwerk Fukushima I hält die Welt in Atem: In drei Reaktoren droht eine Kernschmelze. Laut japanischer Regierung soll, wie bereits zwei Tage zuvor, Wasserstoff explodiert sein. Im Block 2 ragten die Brennstäbe am Abend aus dem Wasser heraus, nachdem es zu Problemen mit einem Ventil gekommen war. Probleme mit der Kühlung gibt es auch im rund zwölf Kilometer entfernten AKW Fukushima II. Am Haupttor des AKW wird eine erhöhte Radioaktivität von 3130 Mikrosievert gemessen. Dies sei doppelt so hoch wie der zuvor gemessene Höchstwert. Deshalb werden die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern auf Verstrahlung überprüft. Die Regierung liess Jod-Tabletten verteilen, die die Folgen einer Verstrahlung mildern können. Anwohner kommen zu einer provisorischen Strahlenmessstation in der Stadt Koriyama, um sich untersuchen zu lassen. Ältere Leute, Schulkinder und Familien mit Babies flüchten in Evakuierungszentren. Wegen den schlechten Verbindungen besteht ein Mangel an Informationen aus erster Hand. Die Küstengebiete sind von Erdbeben und Flutwelle verwüstet. Die radioaktive Strahlung hat in Fukushima die Höchstwerte überschritten. Die Regierung warnt bereits vor einer möglichen weiteren Explosion. Am hatte sich im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi eine Explosion ereignet. Das Reaktorgebäude wurde dabei zerstört: Aussenwände und das Dach stürzten ein. Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, teilte die Behörde für Atomsicherheit wenig später mit, anscheinend gebe es keine Löcher. Die Behörden befürchten, in der Atomanlage könnte es zu einer Kernschmelze kommen.

automatisches Update
Es tickert für Sie:
Adrian Eng
23:57
0
TEPCO teilt mit, dass offenbar ein erstes Feuer im Reaktor 4 nicht vollständig gelöscht gewesen sei. Die Feuerwehr sei gegen die Flammen im Einsatz. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete unter Berufung auf TEPCO, ein Arbeiter habe das Feuer am Morgen entdeckt. Das Wasser in einem Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente kocht womöglich.
23:42
0
Der brennende Reaktor sei nicht zu betreten, berichtet Kyodo. Weiter hiess es, dass um 6.00 Uhr (Ortszeit) 60 Kilometer entfernt von dem Krisen-AKW eine radioaktive Strahlung gemessen worden sei, die 500 Mal über den normalen Werten liege.

Ob diese Gefahr in direktem Zusammenhang mit dem neuen Feuer steht, war zunächst nicht bekannt. «Diese Dosis wird nicht unmittelbar der menschlichen Gesundheit schaden», sagte der Reporter unter Berufung auf die Behörden.
23:41
0
Ein Reporter im Krisenzentrum in Fukushima berichtete, dass Flammen beobachtet worden seien. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, der Brand sei gegen 5.45 Uhr Ortszeit ausgebrochen. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.
23:24
0
Die Temperatur ist steigend. Die Tepco hat derweil die Flammen in Reaktor 4 bestätigt.
23:02
0
Die Tepco ist derzeit daran, das Feuer in Block 4 zu löschen, wie Reuters meldet. Wie schlimm es genau um die Unglücksstelle steht, ist nicht bekannt.
22:57
0
In einem Reaktor des beschädigten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi ist nach Angaben der Regierung erneut ein Brand ausgebrochen. Flammen schlagen in die Höhe, wie die Regierung am Mittwochmorgen (Ortszeit) mitteilte.
22:45
0
Der japanische AKW-Betreiber TEPCO will einen Reaktor in der beschädigten Anlage Fukushima-Daiichi doch nicht von Hubschraubern aus mit Wasser kühlen. Der Einsatz von Helikoptern sei unpraktisch, möglicherweise kämen stattdessen Löschfahrzeuge zum Einsatz, teilte TEPCO am Mittwochmorgen (Ortszeit) mit. Auch andere Möglichkeiten würden in Erwägung gezogen.
22:30
0
Die Lage in den Trümmern des AKW Fukushima hat sich offenbar nochmals verschärft: Laut einem Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde ist das Dach von Block 4 zerbrochen. Zudem würden zwei Mitarbeiter vermisst.
22:03
0
Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der folgende Tsunami hatten weite Teile des Japans verwüstet. Die offizielle Opferzahl durch das Erdbeben und den Tsunami stieg nach Polizeiangaben inzwischen auf 3373. Tausende Menschen gelten noch als vermisst, viele werden unter Trümmermassen vermutet. Die Behörden fürchten, dass mindestens 10 000 Menschen ihr Leben verloren haben, weil Tausende weiter vermisst werden.
21:44
0
Die Atomkrise nach der Erdbebenkatastrophe in Japan hat den Ölpreis weiter zurückgehen lassen. An der New Yorker Rohstoffbörse fiel der Preis für ein Barrel (Fass zu 159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate am Dienstag um 4,01 Dollar auf 97,18 Dollar. Der Preis der für Europa wichtigen Sorge Brent ging in London um 5,15 Dollar zurück auf 108,52 Dollar pro Barrel. Japan ist der drittgrößte Ölimporteur weltweit. Wegen der Kämpfe in Libyen war der Ölpreis in der vergangenen Woche gestiegen.
21:11
0
Immer noch erschüttern zahlreiche Nachbeben die japanischen Inseln. Mittlerweile sind es bereits über 20, die mit über als 6 auf der Richterskala gemessen wurden. Das neueste wurde vor wenigen Minuten in der Nähe des AKW Hamaoka registriert, Stärke 6,4.
20:55
0
Die Atomkatastrophe in Japan ist für die US-Regierung kein Grund für eine Wende in der Energiepolitik. Nach Worten von Energieminister Steven Chu soll der Bau neuer Kernkraftwerke wie geplant vorangetrieben werden.

Chu sprach sich am Dienstag gegen einen Aufschub der Baugenehmigungen durch die Atomaufsichtsbehörde NRC aus. Die bestehenden US-Reaktoren nannte er sicher. Sie seien so konstruiert, dass sie auch Erdbeben standhalten könnten.
20:39
0
Die Rettungsarbeiten gehen derweil weiter. Die Hilfskräfte haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagt Takashi Honda: «Leute sterben nicht so schnell. Deshalb geben wir weiter unser Bestes. Wir werden weiter nach Verschütteten suchen.»

Und immer wieder gibt es Erfolgsmeldungen. Ein 20-jähriger Mann wurde in Ishimona nach 96 Stunden aus den Trümmern geborgen. Er hat keine grösseren Verletzungen erlitten, wie die BBC meldet.
20:05
0
Die Jungen Grünen Schweiz rufen dazu auf, am Dienstagabend und bis auf weiteres um punkt 22 Uhr für 15 Minuten das Licht zu löschen und alle elektrischen Geräte abzuschalten. Damit soll Solidarität mit Japans Bevölkerung bekundet und die Schweizer Politik zum Umdenken aufgefordert werden.
19:30
0
«Wir haben gerade von Japan eine detaillierte Bitte um Hilfe als Reaktion auf das verheerende Erdbeben bekommen», sagt EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso laut der Süddeutschen Zeitung in Brüssel. Japan habe um eine «koordinierte europäische Antwort» in Form von Decken, Matratzen, Wasserflaschen und Wassertanks gebeten. Noch am Montag wollte Japan keine Hilfe annehmen - jetzt hat es sich die japanische Regierung angesichts der dramatischen Lage offenbar anders überlegt.
19:06
0
Wie die BBC berichtet, stehen 500 Knochenmark-Transplantationskliniken in Europa bereit, allfällige Strahlungsopfern aus Japan aufzunehmen und zu behandeln.
18:48
0
Viele Airlines, unter ihnen die Swiss, British Airways, Air France, KLM und Alitalia, verkehren weiterhin regelmässig zwischen Japan und den Heimatdestinationen. Allerdings werden die Passagiere geben, den Flugstatus im Auge zu behalten.
18:00
0
Im deutschen Bundesland Hesse erwägt die Regierung eine Ein mögliches Szenario werde derzeit geprüft, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf Anfrage der dapd.
17:49
0
Die Fluggesellschaft Swiss untersucht einen Airbus A340, der am Mittwochmorgen von Tokio her in Kloten eintrifft, auf radioaktive Strahlung. Wie die Inspektion im Detail verläuft, ist noch offen. Das sagte Swiss-Mediensprecherin Sonja Ptassek auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Der Flieger sollte kurz nach Acht Uhr in Kloten landen. Alle 228 Plätze der Maschine dürften besetzt sein, denn die Swiss-Flüge vom Dienstag und Mittwoch von Tokio nach Zürich sind ausgebucht.
17:31
0
Ein Mann, der bei der Tschernobyl-Katastrophe dabei war und dort Aufräumarbeiten verrichtete, übt scharfe Kritik an den japanischen Behörden. Für ihn sehe es stark danach aus, als ob finanzielle Interessen über die der Sicherheit gestellt wurden. Das ganze Areal in Fukushima sei bis auf den letzten Zentimeter verbaut. Dies habe starken Einfluss auf die jetzige Situation, sagt er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
17:25
0
In Yamagata hat es nach Angaben der BBC begonnen zu schneien. Dies dürfte die Situation im Nordosten Japans nicht vereinfachen.
17:19
0
Auch die Millionenmetropole Tokio könnte von radioaktiver Strahlung getroffen werden. Fragen nach Lösungen für die Bevölkerung werden laut. Eine Evakuierung der rund 35 Millionen Menschen hält Willi Scholl, Direktor des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS), kaum für möglich.

«Ich könnte mir höchstens partielle Evakuationen vorstellen», sagte Scholl der Nachrichtenagentur SDA am Dienstag. Der BABS- Direktor spricht etwa von stark betroffenen Gebieten oder von gefährdeten Personen wie Schwangeren oder älteren Menschen, die aus dem Krisengebiet verlagert werden. Dass ganze Stadtteile evakuiert werden können, glaubt Scholl nicht.
17:14
0
Der Sicherheitsbehälter eines der Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist auch nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA möglicherweise beschädigt.

Die Wasserstoffexplosion im zweiten Reaktorblock am Dienstag könnte den Schaden hervorgerufen haben, teilte die UNO-Organisation am Dienstag in Wien mit. Die sogenannte innere Schutzhülle, die den Reaktormantel umschliesst, soll den Austritt von gefährlicher Strahlung an die Umwelt verhindern.
17:03
0
Der Schweizer Botschafter Urs Bucher und sein Team wird in Tokio bleiben. Er und seine Mitarbeiter hätten eine Aufgabe zu erfüllen und diese werde die Botschaft auch künftig wahrnehmen, sagte er am Dienstag in einem Interview mit dem Internetportal Swissinfo.

Momentan habe die Botschaft zwei Hauptaufträge: Die Identifikation der sich im Krisengebiet aufhaltenden Schweizerinnen und Schweizer sowie deren Versorgung mit Informationen. Überdies unterstütze die Botschaft die Rettungsteams des Schweizer Korps für humanitäre Hilfe.
17:00
0
Weil Strassen, Schienen und Häfen in weiten Teile des Nordostens zerstört sind, kommt die Hilfe nur schwer an - ein Ende der Not ist nicht in Sicht. Bei Temperaturen nahe des Gefrierpunkts seien viele Menschen unterkühlt und harrten frierend unter Decken aus, berichtet ein Helfer aus Ishinomaki. Die Wassermassen hätten die halbe Stadt verschlungen.

«Die Menschen sind körperlich wie psychisch erschöpft», sagt der Direktor einer Schule in Rikuzentakata, die als Auffanglager dient. Rund 1800 Menschen müssen mit zehn notdürftigen Toiletten auskommen.
16:57
0
Wie das «Wall Street Journal» berichtet, kaufen die Amerikaner im Sturm Jod-Tabletten. Die Nachfrage sei so gross, dass die Bestände bereits ausverkauft seien. Dabei gilt es laut amerikanischen Behörden als sehr unwahrscheinlich, dass Strahlung das amerikanische Festland erreiche. Zudem warnen die Behörden vor den Nebenwirkungen der Tabletten.
16:05
0
Wohin wird die radioaktive Strahlung getragen, die aus dem zerstörten AKW Fukushima weicht? Diese Frage beschäftigt derzeit Experten, Meteorologen und die Bevölkerung. Hier sehen Sie eine Grafik, die die Ausbreitung der Wolke in den nächsten Stunden und Tagen zeigt.
16:02
0
Die zunehmende radioaktive Strahlung rund um das japanische Atomkraftwerk Fukushima treibt immer mehr Ausländer in die Flucht. Weil inzwischen auch in der Hauptstadt Tokio eine leicht erhöhte Radioaktivität gemessen wurde, beschloss Österreich, seine Botschaft nach Osaka zu verlegen. Auch Frankreich empfiehlt seinen Bürgern inzwischen, Tokio zu meiden. Die USA raten im Moment ebenfalls von Reisen nach Japan ab. China beschloss am Dienstag als erstes Land, seine Bürger aus dem Nordosten Japans in Sicherheit zu bringen.
15:57
0
Japan ist heute innerhalb weniger Minuten von zwei Nachbeben der Stärke 6,2 und 6,0 erschüttert worden. Das Epizentrum des ersten Bebens lag rund 325 Kilometer nordöstlich von Tokio vor der Küste von Fukushima in der Nähe des Orts, von wo aus sich am Freitag die verheerenden Erdstöße ausgebreitet hatten. Drei Minuten später brachte ein weiteres Beben die Häuser Tokios ins Wanken. Das Epizentrum lag 90 Kilometer südwestlich der japanischen Hauptstadt in der Präfektur Shizuoka.
15:46
0
Die Betreiber des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima wollen die Reaktoren möglicherweise von Hubschraubern aus mit Wasser kühlen. Das Unternehmen Tokyo Electric Power erklärte am Dienstag, man erwäge, die japanischen und amerikanischen Streitkräfte um Hilfe bitten.

Vom Hubschrauber aus sei die Gefahr einer radioaktiven Verstrahlung geringer. Außerdem sei die Kühlung aus der Luft möglicherweise effektiver.
15:44
0
Die Ukraine hat Japan angesichts der atomaren Bedrohung nach der Erdbebenkatastrophe Hilfe angeboten. Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Oleksandr Dikusarow, teilte mit, sein Land sei bereit, Atomexperten nach Japan zu entsenden, die Erfahrung im Umgang mit den Folgen der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 hätten. Diese könnten ihren japanischen Kollegen mit Rat und Tat zur Seite stehen, erklärte Dikusarow. Japan muss dem Angebot aus Kiew noch zustimmen.
15:39
0
Mindestens 100 000 Kinder haben nach Schätzung der Hilfsorganisation Save the Children nach dem verheerenden Erdbeben und dem anschliessenden Tsunami in Japan ihr Zuhause verloren.



Die Kinderrechtsorganisation hat nun zusätzliche Helfer in das Katastrophengebiet entsandt, um dort mit lokalen Kräften Schutzräume aufzubauen.
15:37
0
Die Katastrophe in Japan hat Anleger auch am Devisenmarkt in sichere Häfen getrieben und für eine weitere Aufwertung des Frankens gesorgt. Der Dollar fiel gegenüber dem Franken auf ein neues Allzeittief. Auch der Euro gab nach.

Der Dollar durchbrach am Dienstagmittag die Marke von 0,92 Fr. und kostete gegen 14.40 Uhr noch 0,9174 Franken. Zeitweise fiel er bis auf 0,9170 Franken. So billig war der «Greenback» noch nie zu haben. Das bisherige Allzeittief hatte der Dollar Anfang Monat bei 0,9202 Fr. erreicht. Am Vortag hatte der Dollar noch 0,9242 Fr. gekostet.
15:37
0
Die Katastrophe in Japan hat Anleger auch am Devisenmarkt in sichere Häfen getrieben und für eine weitere Aufwertung des Frankens gesorgt. Der Dollar fiel gegenüber dem Franken auf ein neues Allzeittief. Auch der Euro gab nach.

Der Dollar durchbrach am Dienstagmittag die Marke von 0,92 Fr. und kostete gegen 14.40 Uhr noch 0,9174 Franken. Zeitweise fiel er bis auf 0,9170 Franken. So billig war der «Greenback» noch nie zu haben. Das bisherige Allzeittief hatte der Dollar Anfang Monat bei 0,9202 Fr. erreicht. Am Vortag hatte der Dollar noch 0,9242 Fr. gekostet.
15:35
0
Die EU-Staaten erwägen Sicherheitschecks für die Kernkraftwerke in Europa. Die europäischen Energieminister berieten am Dienstag bei ihrem Treffen in Brüssel über einen entsprechenden Vorschlag, sagte die Sprecherin von EU- Energiekommissar Günther Oettinger: «Diese Idee wird in Erwägung gezogen und diskutiert.»
15:29
0
Die Schweizer Botschaft in Tokio hat Kontakt zu den rund 100 Schweizerinnen und Schweizern, die im japanischen Katastrophengebiet leben. Es gebe keine Informationen über Schweizer Opfer, teilte das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Dienstag mit.

In Japan sind 1890 Schweizer registriert, und mit fast 1500 konnte die Botschaft Kontakt aufnehmen. Die Kontaktaufnahme ist laut EDA wegen der zerstörten Infrastruktur und der unterbrochenen Telefonleitungen sehr schwierig. Es seien schon Schweizerinnen und Schweizer angesichts der Katastrophe aus Japan abgereist. Aber nähere Angaben über ihre Zahl kann das EDA nicht machen, da sich nicht alle Ausreisenden bei der Botschaft abmelden.
15:27
0
Frankreich will trotz der Atomkatastrophe in Japan langfristig an der Kernkraft festhalten. Der französische Außenminister Alain Juppé sagte nach einem Treffen der G-8-Ressortchefs in Paris, es wäre eine «Illusion», an eine Abkehr seines Landes von der nuklearen Energiegewinnung zu glauben. «In den nächsten Jahrzehnten werden wir nicht aus der Kernkraft aussteigen», betonte er.
15:21
0
Mehrere Schweizer Journalisten, die vor Ort aus Japan berichteten, versuchen gegenwärtig, das Land zu verlassen. Für das Schweizer Fernsehen (SF) sind China-Korrespondentin Barbara Lüthi, Harry Stitzel von «Schweiz aktuell», Christoph Wanner und Thomas Stalder vor Ort. Für den «Tages-Anzeiger» berichtet Christoph Neidhardt.

Lüthi versucht nach Akita, einer Stadt im Nordwesten Japans, zu gelangen. Von dort aus wolle sie Japan mit einem Flieger verlassen. Sitzel ist derzeit unterwegs nach Misawa im Nordosten von Japan, um von dort aus ein Flugzeug weg von Japan zu nehmen. Wanner und Neidhardt sind unterwegs nach Osaka.
15.01
0
Das Eidg. Nuklearsicherheits-Inspektorat (ENSI) geht davon aus, dass beim Block 2 des Atomkraftwerks Fukushima bei einer Explosion das Containment - ein Sicherheitsbehälter aus Stahl - beschädigt wurde. Damit sei eine wichtige Sicherheitsbarriere nicht mehr intakt. «Die Situation hat sich gegenüber gestern deutlich verschärft», sagte ENSI-Direktor Hans Wanner am Dienstag vor den Medien in Brugg AG. «Die Lage ist sehr ernst, und ich bedaure, Ihnen das heute so mitteilen zu müssen.» Zudem habe es einen Brand im Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente im Lagerbecken des Blocks 4 von Fukushima 1 gegeben. Dies bedeute, dass freiwerdende Radioaktivität direkt in die Umwelt gelange. Das ENSI nimmt an, dass bei der Explosion und beim Brand Jod-Isotope freigesetzt wurden.
Video0198188
Einwohner Tokios sind besorgt über die steigende radioaktive Strahlung:
14:37
0
Tepco kann offenbar kein Wasser mehr ins Abklingbecken des Reaktors 4 pumpen, berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Im Abgklingbecken befinden sich die abgebrannten Brennstäbe.
14:20
0
Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilte das Unternehmen Tepco am Dienstag nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Die Rationierungen sollen im Osten Japans mindestens bis Ende April andauern. Für den Nordosten des Landes müsse mit noch längeren Einschränkungen gerechnet werden. In Japan herrscht die Sorge vor, dass diese Massnahmen die von Erdbeben und Tsunami ohnehin stark getroffene Wirtschaft zusätzlich behindern werden. Die Stromsperren wirken sich auch auf das Privatleben vieler Japaner aus. So mussten sich im Raum Tokio Restaurantbesucher mit lauwarmen Speisen begnügen. Supermärkte blieben auch wegen der Stromabschaltungen geschlossen.
14:07
0
Über 3000 Opfer, 500 000 Menschen in Notlagern und nahezu 12 000 Microsievert Strahlung: Das Ausmass der Umwelt- und Atomkatastrophe in Japan sehen Sie hier.
14:01
0
Der Betreiber des AKW Fukushima 1, Electric Power Company (Tepco), ist offenbar zurzeit nicht in der Lage, die Situation im Abklingbecken des Reaktor 4 zu überblicken, da die Mitarbeiter vor Ort aufgrund der hohen Strahlung nicht bis dorthin vordringen können. Die «Süddeutsche Zeitung» hat dies von Journalisten erfahren, die an einer Pressekonferenz von Tepco teilnahmen. Zudem soll Tepco mitgeteilt haben, dass es plane, möglicherweise über die Löcher in der Aussenwand Kühlwasser in den Reaktor zu pumpen.
13:34
0
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat angesichts der Erdbebenkatastrophe in Japan die japanische Judo-Nationalmannschaft zum Training nach Russland eingeladen. Russland müsse alles tun, «damit unsere Freunde und Nachbarn unsere Unterstützung spüren», sagte Putin am Dienstag vor dem Kabinett in Moskau. Er wies das Notfallministerium an, weitere Hilfen nach Japan zu entsenden. Putin gilt als leidenschaftlicher Judo-Kämpfer und ist Träger des schwarzen Gürtels.
13:26
0
Eine Fabrik und eine Vertriebsstelle des Schweizer Nahrungsmittelherstellers Nestlé wurden beim schweren Erdbeben in Japan in Mitleidenschaft gezogen. Alle Mitarbeiter seien aber in Sicherheit, liess Nestlé am Dienstag verlauten.
13:19
0
Die Radioaktivität ist im Kontrollraum von Reaktor 4 des AKW Fukushima 1 offenbar so hoch, dass dort nicht mehr normal gearbeitet werden kann, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.
13:07
0
In der Schweiz wird die Nationale Alarmzentrale (NAZ) unterdessen mit Anfragen überschwemmt. Neben den Medien lassen vor allem das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und die Fluggesellschaft Swiss die Telefone klingeln. Um dem Ansturm Herr zu werden, wurden zehn Soldaten der Sektion Information ausserordentlich aufgeboten.
12:50
0
Der japanische Regierungschef Naoto Kann hat die AKW-Betreibergesellschaft Tepco für ihren Umgang mit der Katastrophe in Fukushima 1 scharf kritisiert. «Das Fernsehen hat eine Explosion gemeldet. Aber das Büro des Premierministers wurde eine Stunde lang nicht informiert. Was zum Teufel geht hier vor?», soll Kan an einem Treffen mit der Führung von Tepco gesagt haben, berichtet Kyodo-News. Tepco stand bereits in der Vergangenheit für ihren Umgang mit atomaren Unfällen in der Kritik.
12:34
0
Die Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse (INES) unterscheidet bei atomaren Unfällen sieben Stufen. Stufe 7 steht dabei für einen «katastrophalen Unfall» wie im Jahre 1986 in Tschernobyl, wenn ganz offensichtlich Radioaktivität in erheblichem Maße austritt. In der Skala unterschieden werden Störungen (Stufe 1), Störfälle (ab 2) und Unfälle (4-7).
12:10
0
Die französische Nuklearsicherheitsbehörde stuft die atomare Katastrophe in Fukushima inzwischen mit der Stärke 6 ein. Insgesamt gibt es 7. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte auf der Skala die Stufe 7 erreicht.
12:10
0
Vier Tage nach dem Erdbeben und dem dadurch ausgelösten Tsunami sind ein Mann und eine Frau aus den Trümmern geborgen worden. Auch ein vier Monate altes Baby konnte gerettet werden. Lesen Sie deren Geschichte hier.
12:01
0
Sieben deutsche Atomkaftwerke, die vor Ende 1980 in Betrieb gegangen sind, werden für die Zeit des Überprüfungs-Moratoriums vorübergehend für drei Monate abgeschaltet. Dies sagte die deutsche Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder, in denen Kernkraftwerke betrieben werden. Betroffen sind die Atommeiler Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Isar I sowie Unterweser und Philippsburg 1.
11:59
0
Wegen der verstärkten Atomgefahr haben Korrespondenten deutscher Sender die japanische Hauptstadt Tokio verlassen. Die ZDF-Reporter Johannes Hano und Jörg Brase arbeiteten jetzt bereits von Osaka aus, sagte ein Sendersprecher am Dienstag auf dapd-Anfrage in Mainz. Insgesamt sind vier Mitarbeiter nun von der Millionenstadt im Südwesten der japanischen Hauptinsel Honshu aus tätig. Von 18 Personen in Tokio, inklusive Angehörige, seien noch vier in Japan.

Auch die Mediengruppe RTL Deutschland zieht die beiden sich noch in Japan befindenden Reporter aus Tokio ab. Journalist Roger Saha sei schon vor einigen Stunden nach Osaka gefahren, sagte eine n-tv-Sprecherin am Dienstagvormittag. Carsten Lueb befinde sich derzeit noch in Tokio, sollte sich aber in Kürze auf den Weg machen. Die Sicherheit gehe vor, sagte die Sprecherin.
11:53
0
Vor der japanischen Ostküste auf Höhe der Präfektur Fukushima hat sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. Das teilte Japans Meteorologischer Dienst am Dienstagabend (Ortszeit) mit. In Fukushima steht der Atomkomplex, in dessen Reaktorblöcken es während der vergangenen Tage Explosionen gab.
11:49
0
Nach der Credit Suisse meldet sich jetzt auch Citigroup zu den durch das Erdbeben verursachten Kosten zu Wort. Einige Experten rechnen mit Kosten von weit über 130 Mrd. Franken. Allein die Schäden an Häusern und Infrastruktur schätzen sie auf 115 Mrd. Franken. Das dürfte das Bruttoinlandprodukt im ersten Halbjahr dämpfen, während die Aufbauarbeiten das Wachstum ab der zweiten Jahreshälfte ankurbeln dürfte.
11:41
0
Laut der World Meteorological Organisation (WMO), der Wetteragentur der Vereinten Nationen, zerstreut der Wind das aus dem Atomkraftwerk Fukushima 1 ausgetretene radioaktive Material offenbar über dem Pazifischen Ozean - und nicht über dem Land. Die Organisation warnte jedoch vor einem Wechsel der Windrichtung.
11:19
0
Nach Angaben des japanischen AKW-Betreibers Tepco sind inzwischen 750 Mitarbeiter von Fukushima abgezogen worden. 50 Mitarbeiter sind noch vor Ort.
11:05
0
In der Nähe von Tokio stieg die radioaktive Belastung inzwischen auf das zehnfache Niveau der üblichen Strahlung. Das berichtet die die Agentur Kyodo unter Berufung auf die Präfektur von Chiba.
10:59
0
In der Wand von Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima 1 klaffen zwei acht Quadratmeter grosse Löcher. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag unter Berufung auf die Nukleare Sicherheitsagentur des Industrieministeriums. Der Kraftwerkbetreiber Tepco hatte den Behörden die Löcher in der Nordwestwand des Reaktors gemeldet. In dem Reaktor hatte es zwischenzeitlich gebrannt.
10:34
0
Neben den Schreckensnachrichten gibt es in Japan auch auch eine positive Meldung: Vier Tage nach dem Erdbeben und dem verheerenden Tsunami haben Rettungskräfte eine 70-jährige Frau lebend aus den Trümmern geborgen. Ein Sprecher der Feuerwehr von Osaka, die in der betroffenen Präfektur Iwate im Einsatz war, erklärte am Dienstag, die Frau sei in ihrem Haus gefunden worden, das von der Riesenwelle weggespült wurde. Die Frau sei bei Bewusstsein, leide aber unter Unterkühlung und sei in ein Krankenhaus gebracht worden.
10:20
0
Laut der Nachrichtenagentur Kyodo könnte im AKW Fukushima das Wasser im Abklingbecken anfangen zu kochen. Der Pegelstand des Wassers gehe zurück, berichtet die Agentur. In einem Abklingbecken werden die abgebrannten Brennstäbe aufbewahrt.
10:13
0
Die Krise im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat am Dienstag voll auf die Schweizer Börse durchgeschlagen. Nachdem die Anleger nach Händlerangaben am Vortag die Lage in Japan noch relativ gelassen hingenommen hätten, nehme nun die Nervosität zu.
10:03
0
Am AKW Fukushima 1 sinken die Radioaktivitätswert laut dem japanischen Regierungssprecher Yukio Edano offenbar wieder. Am Haupttor der Anlage betrug die Strahlung Edano zufolge um halb sieben 596,4 Microsievert (etwa 0,6 Millisievert) pro Stunde. Sechseinhalb Stunden zuvor seien es 11 930 Microsievert (11,9 Millisievert) gewesen. Die durchschnittliche Belastung aus der Umwelt betrage normalerweise etwa 2,1 Millisievert pro Jahr, schreibt der «Spiegel». Eine Kurzzeitbelastung von vier Sievert gelte als tödlich.
09:38
0
In drei Präfekturen um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima haben die Vorbereitungen auf die Evakuierung begonnen. Die Regierung der Präfektur Yamagata stelle eine Liste mit Schutzräumen für die Flüchtenden zusammen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. «Wir arbeiten daran festzustellen, wie viele Evakuierte wir aufnehmen und welche Einrichtungen wir als Unterschlupf nutzen können», sagte eine Sprecher der Präfektur Tochigi.
09:18
0
Bei Fukushima seien Radioaktivitätswerte von bis zu 400 Millisievert pro Stunde gemessen worden, meldete die Agentur Kyodo.
09:12
0
Nach dem Austritt von Strahlung aus der japanischen Atomanlage Fukushima-Daiichi bereitet China die Evakuierung seiner Staatsbürger aus der Region vor. Die chinesische Botschaft in Tokio werde deshalb Busse entsenden, um die Bürger aus den Städten in der Nähe des Kraftwerks abzuholen, berichtete die Nachrichtenagentur China News Service am Dienstag. Die Menschen sollten dann zum Flughafen gebracht und in die Heimat ausgeflogen werden, hiess es weiter.
09:07
0
Das inzwischen gelöschte Feuer in einem japanischen Atomkraftwerk hat sich nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in einem Lager für verbrauchte Brennstäbe ereignet. Bei dem Brand sei Radioaktivität direkt in die Atmosphäre gelangt. Der Brand ereignete sich in der Anlage des Reaktors 4 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi.
08:56
0
Die Kühlung der Reaktoren 5 und 6 scheint nicht normal zu funktionieren. Dies berichtet die Nachrichtenagentur «Kyodo News» unter Berufung auf Regierungssprecher Edano.
08:51
0
Die dramatischen Entwicklungen im AKW Fukushima lösen panikartige Reaktionen in Tokio aus: Wie ein Reuters-Reporter berichtet, decken sich mit Überlebens-Utensilien und Lebensmitteln ein. In grossen Supermärkten seien Radios, Taschenlampen, Kerzen und Schlafsäcke ausverkauft.
08:22
0
Nach einem Einsatz im japanischen Erdbeben- und Tsunami-Gebiet sind bei Angehörigen der US-Marine leicht erhöhte radioaktive Strahlenwerte festgestellt worden. Bei 17 Mitgliedern von drei Helikopterbesatzungen sei eine «niedrige» Radioaktivität gemessen worden, schreibt der «Spiegel». Ursache seien Schwaden aus dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1. Die erhöhte Radioaktivität habe mit Seife und Wasser weggewaschen werden können.
08:07
0
Laut der japanischen Nachrichtenagentur «Kyodo News» ist Japans Premierminister Naoto Kan mit dem Umgang von Tokios Elektrizitätsgesellschaft mit der Krise im Atomkraftwerk Fukushima 1 sehr unzufrieden. «Das Fernsehen berichtete über eine Explosion. Während einer Stunde war dies aber gegenüber der Regierung nicht gemeldet worden. Was zum Teufel soll das?» Ein Reporter von «Kyodo News» will diese Worte Kans mitgehört haben, als sich dieser mit der Führung der Elektrizitätsgesellschaft unterhalten hatte. Um jetzt stärker zusammen zu arbeiten, haben die Regierung und die Elektrizitätsfirma ein gemeinsames Hauptquartier zur Krisenbewältigung eingerichtet. Die Leitung haben Premierminister Kan, Industrieminister Bnari Kaieda und Tepco-Präsident Masataka Shimizu übernommen.
07:43
0
Die Wettervorhersagen kündigten für Dienstagabend Wind und Schnee aus nordöstlicher Richtung an. Ein mögliche radioaktive Wolke aus Fukushima könnte so Richtung Tokio getragen werden. Später soll der Wind Richtung Westen auf das offene Meer beidrehen.
07:34
0
In verschiedenen Präfekturen verkündeten die Behörden deutlich höhere Strahlenwerte. In der Präfektur Ibaraki nahe der Region um Fukushima sei die Strahlung 100 Mal höher als normalerweise, teilten die Behörden dort mit. In der Präfektur Kanagawa südlich von Tokio stieg die Belastung auf das zehnfache des Normalwertes. In der Präfektur Chiba östlich der Hauptstadt seien zwei- bis viermal so hohe Werte wie normal gemessen worden. In der Stadt Utsunomiya nördlich von Tokio seien die Werte 33-mal höher als normal, hiess es weiter.
07:21
0
Die japanische Ministerin Renho, die für Konsumthemen und Nahrungsmittelsicherheit verantwortlich ist, rief die Konsumenten laut «Kyodo News» dazu auf, keine Lebensmittel zu horten oder zu viel Vorrat zu kaufen. «Vom Erdbeben getroffene Gebiete könnten dadurch in Engpässe geraten und sich keine Nahrungsmittel mehr beschaffen.» Eine Konsumentenagentur hatte zuvor gegenüber der Regierung gesagt, Trinkwasser- und Geflügelpreise seien ums zehnfache in die Höhe geschnellt.
07:01
0
Die Gefahrenzone wurde inzwischen um 10 Kilometer erweitern und umfasst nun 30 Kilometer. Rund 70 000 Menschen wurden bereits aus einem 20-Kilometer-Radius um das Atomkraftwerk evakuiert. In der erweiterten Evakuierungszone halten sich noch etwa 140 000 Bewohner auf.
06:53
0
Aus drei Reaktoren des Atomkraftwerks sei Strahlung ausgetreten, sagte Ministerpräsident Naoto Kan im japanischen Fernsehen. «Die Strahlenwerte scheinen sehr hoch», sagte er und warnte vor einem weiteren Strahlungsaustritt.
06:40
0
Nach der weiteren Explosion im japanischen Krisen-Atomkraftwerk Fukushima ist der Luftraum über der Anlage gesperrt worden. Für einen 30-Kilometer-Radius über den Reaktoren gelte eine Flugverbotszone, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Agentur berief sich in ihrem Bericht vom Dienstagmittag (Ortszeit) auf die Regierung.
06:33
0
Nach dem verheerenden Erdbeben sind die Aktienkurse in Japan den zweiten Tag in Folge deutlich gefallen. Nach Handelsbeginn am Dienstag sank der Nikkei-Index um zwölf Prozent auf 8.422 Zähler.
06:21
0
Nach dem Austritt von Strahlung aus dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi sind am Dienstag in der Hauptstadt Tokio leicht erhöhte Strahlenwerte gemessen worden. Die Menge sei äußerst gering, sagte ein Sprecher der Regierung, Takayuki Fujiki. Gesundheitliche Bedenken gebe es nicht.
Zum Thema
Fehler gesehen?


Die japanische Regierung hat Strahlungsalarm um das Atomkraftwerk Fukushima 1 ausgelöst. Nach einem Brand in Reaktor 4 sei die Strahlung um die Anlage «beträchtlich gestiegen», sagte Regierungschef Naoto Kan am Dienstag.

Seine Regierung warnte erstmals vor einer «Gesundheitsgefährdung» und forderte Menschen ausserhalb der evakuierten Zone bis zu einem Umkreis von 30 Kilometern auf, in ihren Häusern zu bleiben.

Techniker versuchen, Kernschmelze zu verhindern

Im Atomkraftwerk Fukushima 1 kämpfen Techniker seit der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom Freitag mit allen Mitteln darum, eine Kernschmelze zu verhindern. Infolge der Naturkatastrophe waren Kühlsysteme in der Atomanlage rund 250 Kilometer nördlich von Tokio ausgefallen, was eine Kernschmelze befürchten liess.

Am Samstag hatte die Regierung bereits mehr als 200 000 Menschen aufgefordert, einen Bereich von 20 Kilometer um das Kraftwerk zu verlassen. «Ein Brand ist in Reaktor 4 ausgebrochen und die Strahlung ist beträchtlich gestiegen», sagte Regierungschef Kan.

Die Regierung bitte deshalb alle Menschen, die zwischen 20 und 30 Kilometer von der Anlage entfernt wohnen, in ihren Häusern zu bleiben. Regierungssprecher Yukio Edano erklärte, mit ausgetretenem Wasserstoff seien radioaktive Substanzen in die Atmosphäre gelangt.

Probleme mit Reaktoren 1-4

«Anders als das, was bisher passiert ist, gibt es keinen Zweifel daran, dass das erreichte Niveau die menschliche Gesundheit beeinträchtigen kann», sagte Edano. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete wenig später, dass der Brand inzwischen gelöscht worden sei.

Der in Brand geratene Reaktor 4 hatte bisher keine offensichtlichen Probleme bereitet. Er war schon vor der Erdbebenkatastrophe für Wartungsarbeiten stillgelegt worden.

Am Samstag hatte sich eine erste Explosion in Reaktor 1 ereignet, wodurch das umgebende Gebäude zerstört wurde. Am Montag gab es dann zwei Detonationen in Reaktor 3. In allen Fällen hatten die Stahlummantelungen der Brennstäbe standgehalten - die letzte Barriere zwischen dem radioaktiven Material und der Umwelt.

Zwischen 06.00 und 06.15 Uhr am Dienstag ereignete sich zunächst in Reaktor 2 eine «grosse Explosion», wie der AKW-Betreiber Tepco mitteilte. Laut Regierung wurde dabei erstmals der Schutzmantel von einem der sechs Reaktoren in Fukushima 1 beschädigt.

Löcher im Schutzmantel?

Nach der Explosion brachte Tepco alle Arbeiter von Reaktor 2 in Sicherheit, die nicht für die Kühlung des Blocks zuständig sind. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, zwischen Fukushima und Tokio gebe es deutlich höhere Strahlenwerte als normal.

Die Behörde für Atomsicherheit teilte jedoch wenig später mit, anscheinend gebe es doch keine Löcher im Schutzmantel. Eine Beschädigung dieser Eindämmung kann durch eine Kernschmelze verursacht werden, bei der die Brennstäbe schmelzen und sich die glühende Masse durch die Stahlhülle des Schutzmantels frisst.

Darauf besteht die Gefahr, dass erhebliche Mengen Radioaktivität entweichen. Je nach Windrichtung könnte dies auch eine Katastrophe für den Grossraum Tokio bedeuten, wo 35 Millionen Menschen leben.

Steigende Opferzahlen

Die offizielle Opferzahl stieg unterdessen auf 2414, wie die Polizei mitteilte. Tausende Menschen gelten aber noch als vermisst, viele werden unter Trümmermassen vermutet, die von einer vom Meer kommenden zehn Meter hohen Flutwelle bis weit ins Landesinnere hinterlassen wurden.

(sda/ap)