Grossstreik in Frankreich

10. Dezember 2019 14:08; Akt: 10.12.2019 14:08 Print

Streik legt erneut Verkehr in Paris lahm

Der Verkehr wird durch den Generalstreik gegen die französische Rentenreform weiterhin massiv behindert. Rund um Paris herrscht Chaos auf den Strassen.

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Gedränge in der Metro: Im Grossraum Paris kam es wieder zu massiven Verkehrsbehinderungen wegen des Streiks. Pendler drängen sich am Dienstag in einen der wenigen funktionierenden Züge. Der Streik legte auch am Freitag weite Teile des öffentlichen Lebens lahm: Demonstranten in Rennes. (5. Dezember 2019) Am Montag, 9. Dezember 2019, wollen die drei grössten Bahngewerkschaften Frankreichs weiterhin streiken. In Frankreich sind am Donnerstag, 5. Dezember 2019, in mehreren Städten Tausende auf die Strassen gegangen. Auch Gelbwesten waren unter den Demonstranten. Die Polizei musste in Paris Tränengas einsetzen. Es handelt sich um den grössten Streik im öffentlichen Dienst seit Jahrzehnten. Das öffentliche Leben war grösstenteils lahmgelegt. Der Protest richtet sich gegen die geplante Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron. Nichts geht mehr: Eine leere Metrostation in Paris. (4. Dezember 2019) Der Streik dauert bereits mehrere Tage. Ein Enddatum ist nicht festgelegt. (Archivbild) Der Streik betrifft auch den Flugverkehr. Am Flughafen Genf sollen am Donnerstag insgesamt 25 ankommende und 26 abfliegende Flüge aufgrund des Streiks gestrichen werden. Die Fluggesellschaft Swiss annullierte zudem mindestens zwei Flüge zwischen Paris und Zürich. Auch der Zugverkehr zwischen der Schweiz und Frankreich dürfte praktisch zum Erliegen kommen. Bis auf einen einzigen Zug ab Basel fallen alle TGV-Verbindungen zwischen der Schweiz und Frankreich aus. Nach Angaben der französischen Bahn soll insgesamt nur jeder zehnte Pendler- und Hochgeschwindigkeits-TGV fahren.

Zum Thema
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Wegen der Streiks gegen die geplante Rentenreform der Regierung Macron ist es im Grossraum Paris wieder zu massiven Staus gekommen. Am Dienstagmorgen staute sich der Verkehr auf etwa 400 Kilometern, wie der Verkehrsdienst Sytadin mitteilte. Das ist deutlich mehr als üblich - allerdings etwas weniger als am Montagmorgen.

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Der Verkehr hatte sich zu Wochenbeginn zeitweise auf mehr als 600 Kilometern gestaut. In Frankreich werden seit vergangenem Donnerstag der Fernverkehr und der Nahverkehr in Paris bestreikt.

Gewerkschaften riefen zu neuen Streiks auf

An diesem Dienstag steht Frankreich eine neue Grossdemonstration in der Hauptstadt bevor. Ausserdem haben die Gewerkschaften zu neuen branchenübergreifenden Streiks aufgerufen. Auch die Lehrer treten wieder in den Ausstand. Am Mittwoch will Premier Édouard Philippe die Rentenreformpläne im Detail vorstellen.

(leg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Katzerich am 10.12.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind umzingelt.

    In Frankreich die Metro, in Deutschland die Flüge, in Italien die Bahn. Das ist EU: Solidarität über alles. Will noch eine/r Mitglied werden?

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  • Nick am 10.12.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nachgeben!

    Ich bin wirklich kein Macron-Fan, aber in der Angelegenheit hoffe ich sehr, dass er hart bleibt. Nachgeben macht aller nur noch viel schlimmer.

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  • KKTVCAM am 10.12.2019 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts der Hand schlecht, gehts dem Mund schlecht

    Scheinbar bemerkt kaum jemand, dass wenn man dem Arbeitgeber mit ständigen Streiks schadet, dass der eigene Lohn nicht steigt, bzw. wenn der Arbeitgeber deshalb bei den Kunden nicht mehr zufrieden ist, dass dies dann indirekt auch dem Arbeitnehmer schadet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Johnny am 10.12.2019 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entfremdung

    Was ist da los in Paristan?

  • elly am 10.12.2019 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Ich bewundere euch! Weiter so!

    • Mr. Bull am 10.12.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @elly

      Warum? Was ist am neu geplanten rentengesetz nicht gut?

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  • Katzerich am 10.12.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind umzingelt.

    In Frankreich die Metro, in Deutschland die Flüge, in Italien die Bahn. Das ist EU: Solidarität über alles. Will noch eine/r Mitglied werden?

    • Antwort am 10.12.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Katzerich

      In einem Land, dessen Bewohner in der bösen EU einkaufen müssen, weil sie sich die Nahrungsmittel im eigenen Land nicht leisten können, sollte man den Mund nicht so voll nehmen. Ach ja und viel Freude an der Erhöhungen der KK-Prämien nächstes Jahr

    • Carola am 10.12.2019 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Katzerich

      Was haben die Streiks mit der EU zu tun? Solche Streiks sind einzig und allein das Problem der Länder und haben mit der EU nicht mal im Ansatz was zu tun.

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  • Ihr am 10.12.2019 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pappnasen

    Wäre das in Berlin hätten wir jetzt schon 1000 Kommentare.

  • Nick am 10.12.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nachgeben!

    Ich bin wirklich kein Macron-Fan, aber in der Angelegenheit hoffe ich sehr, dass er hart bleibt. Nachgeben macht aller nur noch viel schlimmer.

    • tjt am 10.12.2019 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nick

      Macron wird nicht nachgeben. Es wird Zeit, dass diese Rentenreform endlich kommt. Aber das franz. Fussvolk ist leider Gewerkschafts hörig.

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