Monster-Orkan

05. Dezember 2013 17:13; Akt: 07.12.2013 10:18 Print

Xaver forderte schon sechs Todesopfer

In Polen sind drei Personen gestorben, als ein Baum auf ein Auto stürzte. Drei weitere Menschen starben am Donnerstag. In Deutschland dürfte das Schlimmste vorüber sein.

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In Kopenhagen sah man am Freitagmorgen, 6. Dezember ein Bild der Verwüstung. Wie Leserreporter Sebastian F. berichtet, warfen die starken Winde ein Baugerüst um, das auf einen Baum krachte. Auch hier hatte Xaver - oder Bødil, wie er in Dänemark genannt wird - zugeschlagen. In der Stadt lägen zahlreiche Fahrräder am Boden, berichtet F. Und sogar dutzende Windeln seien am Boden verstreut. Woher diese stammen, konnte Leser F. nicht sagen. Im bei Touristen sehr beliebten Hafen Nyhavn stand das Fährticket-Häuschen unter Wasser. Laut Leserreporterin Jessica Mahrer sei die Lage am Freitag am Hamburger Hafen «ein bisschen wie Sodom und Gomorrha». Der Wasserstand der Elbe sei mittlerweile aber wieder gesunken. Um 06:30 am traf die Flutwelle auf Hamburg. «Sturmflut ist, was du draus machst: Hier die Jungs vom Miniatur Wunderland», schreibt Raphael Brinkert auf Twitter. Der Fischmarkt in Hamburg stand komplett unter Wasser. Die Stadt Cuxhaven am 6. Dezember 2013, dem Tag nachdem Orkan Xaver über Norddeutschland getobt hatte. Schlimmer traf es England. Ein Haus in Hemsby rutschte einen Hang hinunter. Zum Glück haben Hunderte Küstenbewohner die Nacht in Notunterkünften verbracht. Die Nordsee in der Nähe von Emden am 6. Dezember. Am Abend werden weitere Sturmfluten erwartet. Bereits am Morgen ist auf Norddeutschland eine der schwersten Sturmfluten der vergangenen Jahrzehnte zugerollt. Xaver legte sowohl den Bahn- als auch den Flugverkehr in Norddeutschland lahm. Orkan Xaver hat am Abend des 5. Dezembers 2013 den Norden Deutschlands erreicht. Kurz nach dem Eindunkeln wurden die Strassen der Stadt Dagebüll überflutet. Die Wellen bedrohen die Nordseeküste. Man spricht von einer der schwersten Sturmfluten der letzten Jahrzehnte. Die wuchtigen Wellen schlagen an den Pier der Küstenstadt. Der Schiffsverkehr zu den Inseln musste komplett eingestellt werden. Auch in der Schweiz war Xaver zu spüren. Auf dem Säntis wurden Winde von 140km/h gemessen. Auch in Schweden waren am Abend des 5. Dezember heftige Stürme auszumachen. Sogar Lastwagen kippten um. In Dänemark kam eine Frau ums Leben, als ihr Van vom Sturm zum kippen gebracht wurde. Die Bewohner der Nordseeinseln wurden angewiesen, in ihren Häusern zu bleiben. Fast alle Flüge nach und von Hamburg mussten annuliert werden. Am 5. Dezember 2013 fegte der Orkan Xaver über Schottland. In der Nähe von Bathgate (SCO) kam gar ein Lastwagenfahrer ums Leben. Auch sonst verursachte der Sturm mehrere Verkehrsunfälle wie hier in Topcliffe (Nord-England). In Rhyl (Nord-Wales) flüchten die Menschen vor den Fluten des über die Ufer tretenden Meeres. Rhyl steht unter Wasser. Am Vormittag traf der Orkan Xaver auf die deutsche Insel Sylt. Es werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometern erwartet. Schon gegen Mittag wurden auf der Insel Böen der Windstärke zehn gemessen. Fluten vor Dagebüll. Eine Fähre in der Nordsee. In Schierke brachte Xaver den Winter.

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Mindestens sechs Menschen sind wegen des Orkans Xaver umgekommen. In Polen kamen drei Menschen ums Leben, als ein Baum auf ein Auto krachte. Eine weitere Person wurde dabei verletzt.

In Nordpolen waren zwischenzeitlich fast 150'000 Haushalte ohne Strom. Die Feuerwehr musste nach eigenen Angaben mehr als 1000 Mal ausrücken. In Skotnik im Nordwesten des Landes stürzte eine Stromleitung auf einen Stall und tötete 26 Kühe.

Am Donnerstag waren zwei Menschen in Grossbritannien ums Leben gekommen: In Schottland starb ein Lastwagenfahrer, nachdem sein Fahrzeug im Sturm umgefallen war. In Mittelengland wurde ein Mann von einem umstürzenden Baum getötet. Eine weitere Person kam in Dänemark um.

Weitere Sturmfluten im Anmarsch

Am Nachmittag und am Abend werden weitere Sturmfluten an der Nordsee erwartet. Laut Prognose der Unwetterzentrale soll das Wasser in Hamburg bis drei Meter hoch auflaufen.

Die Behörden lassen sich jedoch nicht beunruhigen. Das Schlimmste sei überstanden, sagte der Umwelt- und Küstenschutzminister gegenüber «Spiegel Online». «Ich rechne nicht damit, dass sich die Situation nochmals so zuspitzt, wie es gestern im Laufe des Tages den Anschein hatte.» Bereits am Morgen rollte auf Hamburg eine der schwersten Sturmfluten der vergangenen Jahrzehnte zu. Um ungefähr 6.30 Uhr traf die Flut auf die Stadt.

Die angerichteten Schäden waren geringer als befürchtet. Laut dem NDR prallte in Hamburg eine U-Bahn in einen umgestürzten Baum und entgleiste. Dabei gab es jedoch keine Verletzten. Der Zugverkehr in Norddeutschland ist immer noch stark eingeschränkt. Wegen auf die Gleise gefallener Bäume oder beschädigter Oberleitungen mussten in Schleswig-Holstein sowie in Teilen von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen sowie in Hamburg und Berlin zahlreiche Zugstrecken gesperrt werden. Auch die Bahnstrecke zwischen Hannover und Hamburg wurde kurzfristig gesperrt.

Die Lufthansa strich am Freitag rund 70 Flugverbindungen. Betroffen waren hauptsächlich Inlandflüge von und nach Norddeutschland.

Sturm war auch in der Schweiz zu spüren

Der Orkan Xaver war auch in der Schweiz zu spüren. Laut einer Mitteilung von MeteoNews wurden auch in der Schweiz Windspitzen bis zu 140 km/h gemessen, zum Beispiel auf dem Säntis oder auf der Jungfrau. Aber auch in tieferen Lagen gab es starke Böen. In Steckborn TG beispielsweise stürmte es bei 83 km/h.
(Video: Reuters)

(bee/woz/dia/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Regi am 05.12.2013 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Nordlicht-Fan

    War erst im September da in Urlaub und hab den Norden Deutschlands und die Menschen schätzen und lieben gelernt. Sie sind hart im Nehmen und nicht zimperlich, doch das wird schlimm werden. Ich denke an euch und hoffe, es bleibt alles heile.

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  • Patrick am 05.12.2013 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Da sieht man wieder wie die Natur zuschlagen kann...

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  • Surferin am 05.12.2013 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Daumendrück in den Norden ...

    .... hoffentlich passiert niemandem etwas. Be safe!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adrian am 06.12.2013 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Klimawechsel?

    Und jetzt kommen dann wieder aus allen Ecken die Paparazzi und fragen die Klimaleute die Frage, welche schon vor 10 Jahren bei Unwettern schon gestellt haben; "Ist das jetzt der Klimawechsel?", und die Klimaexperten sagen ebenfalls wie vor 10 Jahren; "Ein einzelnes Ereignis kann man nicht als Klimaveränderung werten, ect...". Ja gut, aber wieviele einzelne derartige Eregnisse braucht es denn noch? Vermutlich wird in 10 Jahren noch immer das gleiche gesagt, ein einzelnes Ereigniss...

  • Jean Perr am 06.12.2013 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    NATUR

    Es ist hart....Aber die Erde wehrt sich und holt nach und nach sich die Natur zurück.

  • Jennie Collins / USA am 06.12.2013 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartig....

    ....wenn bei uns in den USA solche Stuerme uebers Land fegen dann macht sich der Schweizer nur lustig ueber uns. Na ja wie auch immer ich wuensche den Orkangebeutelten alles Gute.

    • hans meier am 06.12.2013 17:52 Report Diesen Beitrag melden

      Differenzieren bitte

      wenn man schon weiss das es Windet und man trotzdem nur Kartonhäuschen baut, muss man sich des Spottes nicht wundern. Das hat auch nichts mit Schadenfreude zu tun.

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  • svenja am 06.12.2013 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wow

    WoW krass die armen deutsche haben dieses Jahr aber auch sehr grosses Pech ! ( Ernst gemeint nicht sarkastisch )

  • mike am 06.12.2013 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    uups

    am härtesten trifft es die region bremen....2 orkane in einer woche!!! zuerst der xaver und dann noch die bayern!!