UNO schlägt Alarm

21. Juli 2010 14:06; Akt: 21.07.2010 14:06 Print

Zehn Millionen hungern in der Sahelzone

Nach einer schweren Dürre in der Sahelzone in Afrika hat die UNO dringend um Hilfe gebeten, um eine Hungerkatastrophe zu verhindern.

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In Niger sind sieben Millionen Menschen von der Dürrekatastrophe betroffen. (Bild: Keystone/Sunday Alamba)

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Am schwersten betroffen ist das westafrikanische Land Niger. Dort litten über sieben Millionen Menschen - fast die Hälfe der Bevölkerung - an Lebensmittelknappheit. Die UNO verwies darauf, dass fehlender Regen im vergangenen Jahr zu Einbussen von 30 Prozent bei der Getreideernte im Niger geführt hat. «Die Spirale der Lebensmittelunsicherheit ist ausser Kontrolle geraten und betrifft zahlreiche Länder in der gesamten Region», sagte UNO-Nothilfekoordinator John Holmes am Dienstag.

Nach Niger folgen auf der Liste der am schwersten betroffenen Länder Tschad mit 1,6 Millionen Hungernden, Mali (600 000) und Mauretanien (300 000). Dringend Lebensmittel benötigen laut UNO ausserdem Burkina Faso, der Norden Kameruns und der Norden Nigerias. Die UNO hatte ursprünglich allein für Niger um Finanzhilfen in einer Höhe von 190 Millionen Dollar gebeten. Bislang gingen 142 Millionen Dollar an Spendenzusagen ein. Am Dienstag erhöhte die UNO den Spendenappell auf 371 Millionen Dollar.

Kinder am stärksten betroffen

Eine Entspannung ist erst mit der nächsten Ernte im Oktober in Sicht. Josette Sheeran, Direktorin des UNO-Welternährungsprogramms, betonte gegenüber CNN, die Hilfe müsse «jetzt erfolgen, und nicht in ein paar Wochen». Vor allem Kinder seien von Unterernährung betroffen, sie würden dadurch anfällig für Krankheiten, vor allem in der nun beginnenden Regenzeit. Das Welternährungsprogramm will deshalb die Zahl seiner Gesundheitszentren in den am stärksten betroffenen Regionen von 52 auf etwa 140 erhöhen.

In der Sahelzone kommt es immer wieder zu Dürreperioden und als Folge davon zu Hungersnöten. Am schlimmsten war die Situation in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts, als etwa 50 Millionen Menschen betroffen waren und etwa eine Million ums Leben kamen. Forscher warnen, dass der Klimawandel das Problem verschärfen könnte.

(pbl/sda/ap)