Mailand

01. Dezember 2019 21:34; Akt: 02.12.2019 07:11 Print

«Populisten, die Party ist zu Ende!»

Nach einem Aufruf der Anti-Lega-Bewegung der «Sardinen» demonstrierten am Sonntag in Mailand erneut Zehntausende gegen Lega-Chef Matteo Salvini.

In verschiedenen italienischen Städten gab es bereits Proteste gegen Matteo Salvini. Am Samstag stimmten Demonstranten in Florenz gemeinsam das Partisanenlied «Bella Ciao» an. (Video: Twitter)
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Zehntausende Demonstranten haben am Sonntag in Mailand im strömenden Regen gegen die rechte Lega und ihren Chef Matteo Salvini demonstriert. Sie folgten einem Aufruf der spontan entstandenen Anti-Lega-Bewegung der «Sardinen».

Die Demonstration war ursprünglich auf dem zentralen Mercanti-Platz geplant. Angesichts des starken Menschenzustroms versammelten sich die Demonstranten auf dem Mailänder Domplatz. Bei der Protestkundgebung wurden Artikel der italienischen Verfassung verlesen.

Die Demonstranten sangen das Partisanenlied «Bella Ciao», um gegen Salvinis Rechtspopulismus zu protestieren. Zu den Demonstranten zählte der Bestseller-Autor und Anti-Mafia-Experte Roberto Saviano, der seit jeher die Lega scharf kritisiert.

Zehntausende auch in Florenz auf der Strasse

Bereits am Samstagabend waren in Florenz zehntausende Menschen gegen Salvini auf die Strasse gegangen. Studenten, junge Berufstätige und Familien mit Kindern beteiligten sich am Samstag an dem Demonstrationszug, zu dem die sogenannte Sardinen-Bewegung aufgerufen hatte.

Sie demonstrierten gegen die Lega, die sich an den in der Toskana im Frühjahr geplanten Regionalwahlen beteiligen will. Die Toskana gilt als traditionell linke Region in Italien.

«Populisten, die Party ist zu Ende!», lautet der Slogan der Sardinen. Lokale Gruppen der Bewegung sind in mehreren italienischen Städten entstanden.

Manifest gegen Populisten

Auf Facebook wurde die Liste der Anti-Lega-Demonstrationen veröffentlicht, die die «Sardinen» in den nächsten Wochen planen. Protestveranstaltungen sind auch ausserhalb der nationalen Grenzen geplant. Gegründet wurde die Bewegung vor drei Wochen von dem 32-Jährigen Mattia Santori aus Bologna zusammen mit drei Ex-Studienkollegen.

Die Bewegung hat inzwischen ihr «Manifest gegen die Populisten» veröffentlicht. «Jahrelang habt ihr Populisten Lügen und Hass über uns ausgeschüttet. Ihr habt Lügen und Wahrheit vermischt und eine Welt geschildert, die euren Interessen entspricht. Ihr habt unsere Ängste und Schwierigkeiten ausgenutzt, um unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen. Eure politische Botschaften sind leer», heisst es im auf Facebook veröffentlichten Manifest.

Die «Sardinen» seien eine friedliche Bewegung aus «normalen Personen», die sich für die Gemeinschaft einsetzen wollen und jede Form von Rassismus und Nationalismus verwerfen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rüdiger am 01.12.2019 22:17 Report Diesen Beitrag melden

    Haha...

    wer bestimmt, was und wer ein Populist ist? Jene, die die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben, wollen anderen vorschreiben, wie sie zu leben haben und was sie zu denken haben? Sorry, aber das wird nicht aufgehen - egal wieviel darüber einseitig (linksgrün) berichtet wird. Jeder kann selbst denken und sich ein breitgefächertes Bild machen im Internet - viele Informationen... wenigstens nicht die Einheitsbreiplatte der Mainstreammedien... Es gibt bald einen grossen Chlapf, man kann es schon spüren im Urin und gross Rechnen muss man auch nicht können, dass das alles nicht aufgehen kann ;-)

  • Hannybunny am 02.12.2019 08:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linke keine Populisten?

    Wann beginnen die Medien endlich alle Kinder beim Namen zu nennen? Grüne = Populisten, Linke = Populisten, Greta = Ober Populistin. Aber die linken Medien aus Zürich betiteln nur die Gegenseite als Populisten. Sie nehmen sich die Glaubwürdigkeit. Aber das ist ihnen egal.

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  • Flash Gordon am 02.12.2019 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Sturm im Wasserglas

    Die Sardinen wissen nur zu gut, tritt die Lega in der Toskana an, stehen die Chancen gut dass sie gewählt werden. War es nicht in Umbrien wo die Lega die meisten Stimmen holte, die auch mal eine linke Hochburg war? Lasst mal die Leute zur Wahl gehen, danach weiss man in welche Richtung die Toskana möchte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ital iener am 02.12.2019 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Verhältnis?

    Zehntausende... Italien hat 60.48 Millione Einwohner! Und die Mehrheit ist für Matteo!

  • Viva Italia am 02.12.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Alles wie gehabt

    Sie küssen lieber dem Jesuiten im Vatikan und den Paten den Ring.

  • Sandro Studer am 02.12.2019 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    An die Wahlurnen gehen

    Für das gibt es in den Demokratien Wahlen. Die Sardinen können da ihre Stimmen abgeben, ich bezweifle aber, dass diese eine Mehrheit darstellen.

  • Cris am 02.12.2019 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist in der Schweiz

    nicht viel besser. Hier glaubt man aber den Botschaften noch die von der NZZ (FDP), WELTWOCHE (SVP) und anderen Medien kommen. Diese Medien gehören überwiegend reichen Leuten die auch in der Politik sitzen. Finanzieller, medialer UND politischer Einfluss wie bei Berlusconi! Diese 3 Dinge gehören strikt getrennt. Hoffe auf eine Volksinitiative die das durchsetzt!!

    • John Livers am 02.12.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

      Immer die bösen Reichen.....

      Immer diese bösen bösen Reichen, die keine Steuern zahlen und uns Verhungern lassen. Darum geht es uns so schlecht.

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  • Alain am 02.12.2019 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Laute, vernachlässigbare Minderheit

    Nehmen wir mal an die "Zehntausende" stimmen. Wieviel sind diese Sardinen im Verhältnis zur Einwohnerzahl Mailands (1.4 Mio) oder Italiens (60 Mio). Richtig, nicht der Rede wert. Diese Bewegung wird spätestens nach den nächsten Wahlen wieder in ihrer Sardinendose verschwinden.

    • John Livers am 02.12.2019 10:20 Report Diesen Beitrag melden

      Zitat von Peter V. Kunz.....

      Hoffentlich haben sie Recht.Vielleicht ist es mir erlaubt hier Peter V. Kunz ( Dekan der Rechtswissenschaften in Bern) zu zitieren: Jedermann hat ein Recht auf Irrtum. Und wer ein Idiot ist, hat auch das Recht zu zeigen, dass er ein Idiot ist.

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