Chile

09. November 2019 03:28; Akt: 09.11.2019 03:28 Print

Zehntausende wollen Rücktritt des Präsidenten

Die Demonstrierenden haben ihre Stimme gegen die Regierungspolitik erhoben und fordern den Rücktritt des Präsidenten.

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In Chiles Hauptstadt Santiago de Chile demonstrierten Zehntausende erneut gegen die Politik der Regierung. Drei Wochen nach dem Beginn der Proteste in dem südamerikanischen Land zog am Freitagabend ein Demonstrationszug zum Plaza Italia. Dieser wurde auf einer riesigen Leinwand in «Platz der Würde» umbenannt. Die Teilnehmer trugen chilenische Fahnen und Transparente mit Parolen gegen den konservativen Präsidenten Sebastián Piñera. Als der Protestzug am Präsidentenpalast vorbeizog, forderten die Demonstranten den Rücktritt des chilenischen Präsidenten.

Laut einem Bericht der Zeitung «La Tercera» war es die zweitgrösste Demonstration bei den seit Wochen andauernden Protesten. Das Blatt sprach von rund 75'000 Teilnehmern.

Bei gewaltsamen Zusammenstössen am Rande der Kundgebung geriet ein Gebäude der privaten Universität Pedro de Valdivia in Brand. Ausgelöst wurde das Feuer, als vermummte Demonstranten mit Sicherheitskräften aneinandergerieten und Barrikaden in der Nähe der Universität anzündeten, wie Augenzeugen örtlichen Medien berichteten. Daneben plünderten gewalttätige Demonstranten eine Kirche und errichteten Barrikaden aus dem Mobiliar.

Tiefgreifende Reformen gefordert

Zu der Demonstration wurde in sozialen Netzwerken aufgerufen, nachdem Piñera am Donnerstag in einer Rede neue Sicherheitsmassnahmen ankündigte. Er versuchte, die Krise im Land als Problem der öffentlichen Ordnung darzustellen, ging aber nicht auf die Forderungen der Demonstranten ein. Diese fordern insbesondere eine Renten- und Verfassungsreform sowie tiefgreifende Reformen des ultraliberalen Wirtschaftssystems in Chile. «Die Botschaft von Piñera gestern war eine offene Provokation, er versteht gar nichts», sagte der 27-jährige Student Cristian.

Demonstrationen fanden Medienberichten zufolge auch in anderen Städten des Landes statt. In Vina del Mar in der Nähe von Valparaiso kam es zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei.

(roy/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus S. am 09.11.2019 07:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weg mit der korrupten Polit- und Wirtschaftselite

    Es ist Zeit, die politische und wirtschaftliche Elite, welche sich über Jahrzehnte an den chilenischen Honigtöpfen bereichert hat, abzusetzen. Ich wünsche den Chilenen ganz fest, dass die Reformen, welche ein bisschen Wohlstand für alle bringen sollten, demokratisch gelingen wird. Ich wäre sogar für eine Enteignung der korrupten Elite.

  • Thomas W. am 09.11.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bin in Chile

    Bin momentan hier in Santiago. Die Situation ist explosiv hier. Es ist hier einfach auch alles sehr teuer und die Loehne sind nicht wahnsinnig hoch.

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  • revolut am 09.11.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich wünschte...

    ...wir Schweizer hätten solchen mumm! Viel glück chile!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • LM AA am 10.11.2019 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Erinnert mich ein wenig

    Na ja, bald Zustände wie in Deutschland.

  • revolut am 09.11.2019 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich wünschte...

    ...wir Schweizer hätten solchen mumm! Viel glück chile!

    • s. imba am 10.11.2019 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @revolut

      wenn es so schlimm wäre in der schweiz. der nächste prämien anstieg oder ticketpreis erhöung sollte es ziegen. wird es solche szenen auslösen wie in chile? denke nicht. im vergleich geht es uns immer noch blendend daher wird keiner riskieren auf der strasse wegen eine bilett erschossen zu werden.

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  • Ameliore am 09.11.2019 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nimmt jemand die

    Rolle des IWF unter die Lupe? oder nicht.. in unserer Qualitätspresse..?

  • Thomas W. am 09.11.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Bin in Chile

    Bin momentan hier in Santiago. Die Situation ist explosiv hier. Es ist hier einfach auch alles sehr teuer und die Loehne sind nicht wahnsinnig hoch.

    • Simi H. am 09.11.2019 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas W.

      Ja das ist zu bestätigen. Die Preise sind extrem hoch, sie erinnerten mich teilweise fast schon an die Schweiz.

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  • MadChengi Sun Tsu & Laotse am 09.11.2019 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Das hört jetzt niemand gerne

    Angesichts des gewaltbereiten Mobs und der um sich greifenden Massenhysterien weltweit, wird nur eine totalitäre Lösung wieder Ruhe und Ordnung schaffen! Leider geht es nicht anders, ansonsten entgleiten uns alle Werte, welche unsere westlichen Demokratien die letzten 50 Jahre getragen haben. Das Chaos, Bürgerkrieg und Anarchie ähnliche Zustände werden regieren.

    • Louis am 09.11.2019 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MadChengi Sun Tsu & Laotse

      Anarchie ist nicht mit Bürgerkrieg und Chaos in einem Satz zu nennen. Wenn die 50 Jahre wirklich was gebracht haben, dann ist Anarchie eine Alternative. Anarchie heisst ohne Anführer, implizit auch ohne Sklaven.

    • MadChengi KungFuTse am 09.11.2019 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Louis

      Die Menschheit ist zu primitiv für die Freiheit, sie brauchen Führung und Zucht und Ordnung!

    • Josef am 09.11.2019 20:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Louis

      Mein Gott, wie naiv. Auf dieser Welt gibt es kein einziges System, das mit anarchistischen Prinzipien funktioniert. Auch in der Geschichte hat es noch nie ein solches System gegeben. Es wird auch nie ein solches System geben, denn ein Teil der Menschen ist zu bequem, um selber zu denken.

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