Sudan

05. Juni 2014 22:31; Akt: 05.06.2014 22:31 Print

Zum Tod verurteilte Christin stillt ihr Baby

Mitte Mai wurde die schwangere Christin Meriam Jahia Ibrahim Ischag im Sudan zum Tode verurteilt. Neue Aufnahmen zeigen sie gemeinsam mit ihrem Kind.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Meriam Jahia Ibrahim Ischag stillt im Gefängnis in der sudanesischen Hauptstadt Karthum ihre wenige Tage alte Tochter Maya. Ihr 18 Monate alter Sohn Martin sitzt daneben. Es sind kurze Augenblicke des Glücks, denn der Familie droht ein schlimmes Schicksal.

Ein Gericht in der Hauptstadt Khartum hatte Ischag Mitte Mai wegen Abfalls vom islamischen Glauben zum Tod durch Erhängen verurteilt. Die junge Frau, die bereits einen 20 Monate alten Sohn hat, wurde zudem zu hundert Peitschenhieben wegen Ehebruchs verurteilt. Der Fall hatte international für Empörung gesorgt.

Ischag war von ihrer Mutter christlich-orthodox erzogen worden, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie verlassen hatte. Die Anklage des Ehebruchs wurde wegen ihrer Ehe mit einem Christen erhoben.

In der sudanesischen Auslegung der Scharia, des islamischen Rechts, darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet.

(pat/sda)