Sansibar

09. August 2013 14:08; Akt: 09.08.2013 14:40 Print

Zwei Mädchen durch Säureangriff entstellt

Auf der tansanischen Insel Sansibar spitzen sich Konflikte zwischen Christen und Muslimen zu. Zwei 18-jährige Britinnen gerieten nun zwischen die Fronten und wurden mit Säure verätzt.

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Zwei 18-jährige Britinnen sind bei einer Säureattacke auf der Insel Sansibar vor der Ostküste Afrikas verletzt worden. Zwei junge Männer schleuderten von einem Moped aus Säure auf die Frauen, wie die Polizei auf der zu Tansania gehörenden Insel am Donnerstag mitteilte.

Nach Angaben der Polizei wurden die beiden 18-jährigen Frauen am Mittwochabend während der Feiern zum Ende des Fastenmonats Ramadan in der weltweit bei Touristen beliebten Stone Town, dem historischen Zentrum der Insel, angegriffen. Sie erlitten Verletzungen im Gesicht, im Brustbereich und an den Händen und wurden in ein Spital der tansanischen Metropole Daressalam gebracht. Laut einem Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums von Sansibar wurden die Verletzungen nicht als lebensbedrohlich eingeschätzt.

Die Polizei leitete eine Fahndung nach den beiden Angreifern ein und rief die Bevölkerung zur Mithilfe bei deren Identifizierung auf. Die beiden jungen Frauen arbeiteten demnach als freiwillige Helferinnen in einer örtlichen Schule. Es war der erste Angriff dieser Art auf Ausländer in dem 1,2 Millionen Einwohner zählenden Archipel, zu dem neben Sansibar auch die Insel Pemba zählt. Allerdings wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Angriffe auf Einheimische gemeldet - meist mit religiösem Hintergrund: So wurde im November ein Imam mit Säure angegriffen, ein Monat später ein katholischer Priester angeschossen. Im Februar wurde ein Priester getötet.

Inseln leben vom Tourismus

Ebenso wie in Tansania lebten Christen und Muslime bislang auch in Sansibar weitgehend friedlich nebeneinander. Doch auch auf dem tansanischen Festland wachsen die Spannungen zwischen den Religionen, die jeweils rund 35 Prozent der Bevölkerung stellen. Bei einem Angriff auf eine Kirche im nordtansanischen Arusha wurden im Mai drei Menschen getötet und 60 weitere verletzt. Im Süden des Landes artete der Streit um die rituelle Schlachtung von Tieren in den vergangenen Wochen immer wieder in Gewalt aus - unter anderem versuchten radikale Christen, eine Moschee in Brand zu setzen.

Wegen eines Gerüchts, wonach ein christlicher Knabe auf den Koran eines muslimischen Kameraden uriniert haben soll, verwüsteten im Oktober aufgebrachte Muslime mehrere Kirchen in Daressalam. Sansibars Behörden, allen voran der Tourismusverband, reagierten besorgt auf die Säureattacke auf die beiden 18-jährigen Britinnen. Der Vorfall «könnte den Tourismus bedrohen», warnte Verbandschef Abdul Samad am Donnerstag. Das Geschäft mit ausländischen Touristen bringt den Inseln den Hauptteil ihrer Deviseneinkünfte.


Ein Bericht des britischen «Telegraph». Quelle: YouTube/telegraphtv·


«Jewish News One» ergänzt, dass die Opfer an einer israelischen Einrichtung gearbeietet haben sollen. Quelle: YouTube/ JewishNewsOne


Tour über die Insel: Auf Sansibar sind afrikanische, arabische und europäische Kultur aufeinandergeprallt. Einige Stätten stehen heute auf der UN-Liste des Weltkulturerbes. Der Tourismus leidet unter den Attacken. Quelle: YouTuber/zanzibartravel

(sda)