Verteidigungsministerium

09. Juli 2014 13:59; Akt: 09.07.2014 14:18 Print

Zweiter US-Spion in Deutschland aufgeflogen

Erneut soll ein Deutscher für die USA Daten gesammelt haben. Laut Medienberichten handelt es sich dabei um einen Mitarbeiter des Militärs.

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In Deutschland ist bereits vor kurzem ein Mitarbeiter des BND ins Visier von Ermittlern geraten. (Bild: Keystone)

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Deutsche Beamte haben am Dienstag im Raum Berlin die Wohn- und Büroräume eines weiteren mutmasslichen US-Spions durchsucht. Es bestehe der Anfangsverdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit, teilte ein Sprecher des Generalbundesanwalts in Karlsruhe, Harald Range, mit. Er bestätigte entsprechende Medienberichte. Eine Festnahme hat es Range zufolge nicht gegeben.

Laut «Süddeutscher Zeitung» und den Rundfunksendern NDR und WDR steht der Betroffene im Verdacht, für einen US-Geheimdienst spioniert zu haben. Der Verdächtige soll nach Informationen der drei Medien im militärischen Bereich gearbeitet haben und vermutlich noch am Mittwoch von der Bundesanwaltschaft vernommen werden.

Wegen des mutmasslichen zweiten Spionagefalls wird auch im Verteidigungsministerium ermittelt. «Es gibt Ermittlungen in unserem Hause», sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Inhaltlich könne er noch nichts sagen.

BND-Mitarbeiter gab Dokumente weiter

Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND Dokumente an US-Geheimdienste weitergegeben haben soll. Wegen der Affäre ist am Mittwoch der US-Botschafter in Berlin, John B. Emerson, erneut zum Gespräch im deutschen Aussenministerium erschienen. Dies verlautete aus Regierungskreisen.

Zum Inhalt des Gesprächs gab es zunächst keine näheren Angaben. Vermutet wird, dass der Botschafter selbst um den Termin gebeten hatte. Emerson war erst am Freitag zum Gespräch zitiert worden. Aussenminister Frank-Walter Steinmeier hatte in den vergangenen Tagen von den USA mehrfach volle Aufklärung verlangt.

(sda)