Doppelmord in Marokko

31. Mai 2019 13:28; Akt: 31.05.2019 13:28 Print

«Mein Sohn ist niemals ein Terrorist»

Ein Schweizer ist im Mordfall an zwei Touristinnen in Marokko mitangeklagt. Seine Mutter beteuert jedoch seine Unschuld.

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In Marokko müssen sich 24 Angeklagte vor Gericht verantworten. Sie sollen zwei Touristinnen brutal ermordet haben. Der Hauptverdächtige hat nun gestanden. Der Genfer Kevin Z. wurde am 29. Dezember 2018 in Marrakesch festgenommen. Er ist bereits der zweite Schweizer Verdächtige, der im Fall der beiden ermordeten Rucksack-Touristinnen in Marokko verhaftet wurde. Die beiden Schweizer Doppelbürger sollen ... ... in engem Kontakt mit einer Gruppe gestanden haben, die in den brutalen Doppelmord an den zwei Touristinnen aus Skandinavien verwickelt ist. Im Bild: Die drei Hauptverdächtigen, die die Dänin (24) und die Norwegerin (28) geköpft haben sollen. Die Angeklagten wurden vom Staatsanwalt als einsame Wölfe bezeichnet. (im Bild: ein unidentifizierter Verdächtiger). Die mutmasslichen Haupttäter hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen (im Bild: ein weiterer unidentifizierter Verdächtiger). Ein von ihnen aufgenommenes Video der Tat wurde bislang jedoch nicht von den IS-Propaganda-Kanälen wiedergegeben. Der IS bekannte sich auch nicht zu dem Doppelmord, den die Täter nach eigenen Angaben in seinem Namen ausführten (im Bild: ein weiterer unidentifizierter Verdächtiger). Louisa Vesterager Jespersen (24) und ... ... ihre Freundin Maren Ueland (28) wurden am 17. Dezember 2018 in Marokko getötet. Die beiden Studentinnen stammten aus Norwegen und Dänemark. Sie waren für Wanderferien nach Marokko gereist. Die Mutter von Louisa Vesterager Jespersens Studienfreundin Maren Ueland (Bild) versicherte, dass die beiden Frauen sehr auf Sicherheit gesetzt hätten. Die Leichen der beiden Touristinnen sind nahe des Berges Toubkal gefunden worden. (Bild: Google Maps) Die Leichen wurden zehn Kilometer vom nächsten Dorf entfernt gefunden. Die Tat löste in Marokko und auch in den Heimatstaaten der beiden jungen Frauen Entsetzen und Trauer aus.

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Im Prozess um den vermutlich islamistisch motivierten Mord an zwei skandinavischen Studentinnen in Marokko ist auch ein spanisch-Schweizer Verdächtiger angeklagt. Der 25-Jährige soll Medien zufolge zum Islam konvertiert sein.

Die Familie beteuert derweil seine Unschuld. «Er ist weit davon entfernt, ein Terrorist zu sein», wird die Mutter von «Marocco World News» zitiert. «Er ist kein Extremist und liebt die Menschen um sich herum.» Er sei Vater von drei Kindern. Und seine Grossmutter ergänzt, dass es «keine Beweise gegen ihn gibt».

Ein Schweizer bereits verurteilt

Seine Anwältin appellierte nach eigenen Angaben an das Gericht, die erste Aussage ihres Mandanten bei der Polizei ausser Acht zu lassen. Das Verhör habe nicht internationalen Standards entsprochen, da es keinen Übersetzer gegeben habe.

Ein zweiter Mann mit Schweizer Wurzeln war bereits Anfang April zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sein Anwalt legte gegen das Urteil Berufung ein.

Die zwei Rucksacktouristinnen waren Mitte Dezember im Nationalpark Toubkal unweit von Marrakesch ermordet worden. Nach Polizeiangaben wurden sie geköpft. Die Tat löste in Marokko und auch in den Heimatstaaten der beiden jungen Frauen Entsetzen und Trauer aus.

(20 Minuten/sda)