Leser in Sri Lanka

21. April 2019 09:35; Akt: 21.04.2019 11:12 Print

«Sie sitzen weinend vor dem Fernseher»

Explosionen haben am Sonntag in Sri Lanka Hotels und Kirchen erschüttert. Leser-Reporter vor Ort berichten von der aktuellen Situation.

Bildstrecke im Grossformat »
Kunden, die nicht vorzeitig abreisen wollen, sollen eine sogenannten Enthaftungserklärung unterschreiben. Der Reiseveranstalter hat 24 Kunden vor Ort angeschrieben, um ihnen bei einer schnellen Rückreise zu helfen. Zwei Tage nach den Anschlägen in Sri Lanka hat die Terrororganisation Islamischer Staat die Tat für sich beansprucht. (23. April 2019) Erste Ermittlungsergebnisse der Behörden zeigen: Die Anschläge in Sri Lanka sollen ein Vergeltungsschlag für den Moscheen-Angriff im neuseeländischen Christchurch gewesen sein. Priester und Angehörige tragen einen Sarg vor der St.-Sebastian-Kirche in Negombo. Militärpatrouillen bewachen den Platz vor der St.-Anthony-Kirche. Sri Lanka hat den Notstand ausgerufen. Vor der St.-Sebastian-Kirche in Negombo häufen sich Schuhe von Opfern. Der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen und seine Frau Anne trauern um drei ihrer Kinder. Einsatzkräfte am Tag nach der Explosion in der St.-Sebastian-Kirche in Negombo. (22. April 2019) Zwei Tage nach der Serie von Selbstmordanschlägen auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka ist die Zahl der Todesopfer auf 321 gestiegen. Das erklärte die Polizei am Dienstag. 550 weitere wurden verletzt. Eine beschädigte Statue in der St.-Sebastian-Kirche. Die Regierung hat am Dienstag den Notstand ausgerufen. Der Sicherheitsdienst hatte «Informationen»: Sri Lankas Premierminister Ranil Wickremesinghe. (21. April 2019) Polizisten und Bürger versammeln sich vor einer Kirche in Colombo, die Ziel eines Angriffs wurde. Eine verletzte Person wird ins Spital gebracht. Den Einsatzkräften bot sich vor Ort ein Bild des Schreckens. So sieht es nach der Explosion im Innern einer Kirche in Colombo aus. Auch das Luxus-Hotel Shangri-La wurde Ziel eines Angriffs. Sicherheitskräfte vor dem Hotel Shangri-La. Die Schäden lassen die Wucht der Explosion erahnen. In Sri Lanka kam es am Ostersonntag gleich zu mehreren Explosionen. Kirchen und Hotels waren betroffen. Dabei kam es zu vielen Verletzten und mehreren Toten. Kurz nach den Detonationen kursierten auf Twitter erste Bilder. Die Hintergründe sind noch unklar. Die Anzahl der Toten stieg im verlauf des Morgens stetig an. Unter den Opfern sind auch Ausländer. Am frühen Sonntagnachmittag sprach die Polizei von 207 Todesopfern. Betroffen waren ersten Berichten zufolge drei Kirchen in verschiedenen Teilen des Landes, in denen Ostergottesdienste stattfanden, ausserdem drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. Der Polizei zufolge ereigneten sich die ersten Explosionen alle innerhalb einer halben Stunde. Ein Bild aus dem Innern einer Kirche zeigt die Wucht der Explosion. Zu dem Zeitpunkt feierten die Gläubigen gerade die Ostermesse. Ein Polizist vor der Kirche St. Antonius. Wer hinter den Anschlägen steckt ist noch unklar. Nur etwa sieben Prozent der Bevölkerung in Sri Lanka sind Christen. Die Mehrheit sind Buddhisten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

In Sri Lanka sind mehrere Kirchen und Hotels Ziel einer Anschlagsserie geworden. Zum Zeitpunkt der Explosionen feierten viele Gläubigen gerade die Ostermesse.

«Meine Familie wohnt etwas oberhalb von Colombo nicht weit von einer Kirche entfernt. Sie waren bereits auf dem Weg zu einer Messe, als sie wieder nach Hause geschickt wurden», schildert eine Leserin. Dort konnte nach ihren Angaben ein Anschlag verhindert werden. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

Die Familie stehe unter Schock. «Sie sitzen alle vor dem Fernseher, weinen und beten. Da ich zurzeit nicht bei ihnen bin, rufen sie alle 15 Minuten an und fragen, ob bei mir alles in Ordnung sei. Sie haben natürlich Angst um mich, doch ich versuche sie, so gut es geht, zu beruhigen.»

Stau am Flughafen

«Die Medien hier berichten bereits, dass man verdächtige Personen festnehmen konnte.» Die Kirchen dort seien untereinander gut vernetzt. Gemäss Angaben der Leserin sprachen die lokalen Nachrichtensender bereits am frühen Morgen (Schweizer Zeit) von über 160 Toten und 400 Verletzten.

«Ein Teil meiner Familie ist heute Morgen zurück in die Schweiz gereist. Sie sind zum Glück in Sicherheit. Mein Flug würde heute Abend abheben. Mal sehen, ob das klappt. Mir wurde mitgeteilt, dass ich fünf Stunden vor Abflug am Flughafen sein muss.» Laut einem weiteren Leser in Sri Lanka kommt es vor dem internationalen Flughafen in Colombo bereits zu Staus.

Eine andere Leser-Reporterin befindet sich gerade in Bentota, südlich von Colombo. «Die Bewohner hier kämpfen mit den Tränen. Sie haben Angst, dass jetzt der Tourismus ausbleiben könnte.»

(dmo)