«Wie konnte das passieren?»

09. November 2016 12:41; Akt: 09.11.2016 14:50 Print

Die internationale Presse reagiert ungläubig

Was die Weltpresse zum Überraschungssieg von Donald Trump schreibt.

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Nimmt kein Blatt vor den Mund: Der «Daily Telegraph» titelt mit dem deutlichen «W.T.F.», ausgeschrieben «What the Fuck». (9. November 2016) Der Schock im Nachbarland Kanada sitzt tief nach dem Wahlsieg: «Oh My God!» kommentiert das «Le Journal de Montréal». (9. November 2016) «Eine amerikanische Tragödie»: «The New Yorker» zeigt sich entsetzt über den Ausgang der Wahl. (9. November 2016) «Welcome to Trumpland» ist auf dem britischen News-Portal «Daily Mail» zu lesen. (9. November 2016) «Möge Gott Amerika vergeben»: Das Cover der spanischen Zeitung «El Periódico». (9. November 2016) Trump überall, hier auf dem britischen News-Portal der «Times»: In vielen Medien ist von einem «Schock» die Rede. (9. November 2016) «Eine Zäsur für die USA und die Welt»: schreibt die «Süddeutsche Zeitung»... (9. November 2016) ...und kommentiert den Trump-Erfolg als «Sieg des Enthemmten». (9. November 2016) «Wir sind im Zeitalter des Populismus angekommen»: Die Einschätzung Florian Harms von «Spiegel Online». (9. November 2016) Die Journalisten des britischen «Independent» sorgen sich nicht nur um Amerikas Zukunft: «Die undenkbare Realität, die Amerika teilt und eine neue Ära in der Weltpolitik ankündigt». (9. November 2016) Laut «Bild» ist die US-Wahl «Die wichtigste Wahl der Welt». (9. November 2016) In einem späteren Bericht fragt die Zeitung «Wie konnte das passieren?» (9. November 2016) «Die Strafe für Nachlässigkeit»: Das meint «Blick» zur Trump-Wahl. (9. November 2016) «Männlich, weiss, wenig gebildet und pessimistisch»: Die NZZ sieht den US-Sieg als «Aufstand der Abgehängten». (9. November 2016) Spaltet die Meinungsmacher: Der zukünftige US-Präsident Donald Trump am 9. November 2016 in New York. (9. November 2016)

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Vom «Trumpland» ist die Rede, vom «grossen Knall» und von einem «Schock»: Die Überraschung über das Wahlergebnis in den USA spiegelt sich am Mittwochmorgen in den Schlagzeilen zahlreicher Medien. Eine Übersicht:

«Trump stellt Amerika auf den Kopf», kommentiert die NZZ. Das Erfolgsrezept des Kandidaten sei sein starker Rückhalt bei den Bewohnern der nördlichen Industrieregionen gewesen – vor allem bei männlichen, weissen, wenig gebildeten und pessimistischen US-Bürgern. Der Wahlsieg sei damit ein «Aufstand der Abgehängten».

«Die Strafe für Nachlässigkeit»

Donald Trump habe mit dem Slogan «Make America Great Again» geworben, jetzt müsse er «liefern», ist auf dem Online-Portal des SRF zu lesen. «Blick» sieht den Wahlsieg als «Die Strafe für Nachlässigkeit».

In den USA selbst schiebt die «New York Times» der Unzufriedenheit breiter Wählerschichten die Schuld für den Sieg des politischen Outsiders in die Schuhe. «Trumps Triumph» sei ein Schock für Amerika.

«Spiegel Online» sieht die Welt «endgültig im Zeitalter des Populismus angekommen». Hillary Clinton habe die Wahl verloren, weil sie die verachtete Politelite in Washington verkörpere. Donald Trumps Sieg verschärfe nicht nur die Spaltung der USA: «Auch die internationale Politik wird wilder, härter, unberechenbarer», teilt Chefredaktor Florian Harms in einer Videobotschaft mit.

Trump-Fans fiern den Sieg:


«Die Welt hält den Atem an»

Kollegen von der «Süddeutschen Zeitung» schliessen sich Harms Zäsur-Einschätzung an; ein «Sieg des Enthemmten» sei Trumps Erfolg. Und weiter: «Die Welt hält den Atem an.» «Bild» beschreibt den Ausgang der «wichtigsten Wahl der Welt» als «Sensation in den USA».

In Grossbritannien bezeichnet die «Financial Times» Donald Trumps Triumph als «historischen US-Wahlsieg». Für den «Independent» ist «Präsident Trump: Die undenkbare Realität, die Amerika teilt und eine neue Ära in der Weltpolitik signalisiert». «Trumpland» titelt griffig die Boulevardzeitung «Daily Mail».

«Präsident aller Amerikaner»

In Italien ist in «La Repubblica» von der «Schock-Wahl in den Vereinigten Staaten» zu lesen, in der Zeitung «Corriere della Sera» von «Trumps Triumph».

In Bezug auf Trumps erste Worte nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses schreibt der französische «Le Monde», der Nachfolger Obamas wolle «Präsident aller Amerikaner» sein.

«Der grosse Knall»

«Die Presse» aus Wien kommentiert den Sieg des Republikaners Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl so: «Die USA sind gespalten wie nie. In zwei Paralleluniversen, die keine Berührungspunkte haben. Trump scharte das weisse, ländliche Amerika hinter sich. Die urbanen, gebildeten Schichten stehen seinem Erfolg fassungslos gegenüber. Ein Phänomen, das Europäern spätestens seit dem britischen Votum für einen Ausstieg aus der EU geläufig ist.»

«Sensation» («Politiken», Dänemark) und «Schock» («Dagbladet», Norwegen) auch bei Skandinaviens führenden Journalisten. Der schwedische «Expressen» titelt «Der grosse Knall: Donald Trump Präsident».

(jdr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Jesses am 09.11.2016 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    erst der Anfang

    Vorboten für was kommen wird in Europa nächstes Jahr mit den Wahlen in Deutschland und Frankreich...

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  • Übermensch am 09.11.2016 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Make America Great Again

    Ich bin mir ziemlich sicher dass es genau diese "ungebildete, weisse Landbevölkerung" war die Amerika aufgebaut hat seinerzeit und nicht die "Urbanen und Gebildeten" im Elfenbeinturm.

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  • Mister X am 09.11.2016 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump

    Bin froh hat das weniger schlimme übel gewonnen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Echte am 10.11.2016 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ach..

    Genau diese Leute, der normale Bürger, genau dem muss man zuhören. Und nicht denen, die eh schon zu viel haben. Am Ende entscheided das VOLK. Und dazu gehört auch der von vielen direkt als "Nationalsozialist" Warum reden, wenn ich auch beleidigen kann?) bezeichnete Mitbürger von neben an... Nein, ich hätte Trump nicht gewählt. Aber hier geht es langsam um mehr. Die Medien in der Schweiz verlieren langsam, das sah ich in der letzten Zeit sehr gut auch hier, da einseitig, ihre objektivität. Gibt es noch Medien, die wissen, warum sachlich und objektiv besser ist?

    • geht's noch? am 10.11.2016 16:22 Report Diesen Beitrag melden

      Und sons?

      @Echte Was heisst denn hier "das Volk"?Auch Menschen, die studiert haben, die gebildet sind, gehören zum Volk!

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  • kjdsfh am 10.11.2016 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    was sagt uns das

    über die Fähigkeiten der Weltpresse eine Situation einzuschätzen?

  • M.G. am 09.11.2016 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht von sich auf andere schliessen

    Man kann das urbane Westeuropa nicht auf die USA übertragen. Denn New York oder San Francisco repräsentieren nicht die ganzen USA, weder wirtschaftlich und schon gar nicht kulturell. Eine laissez-faire-Gesellschaft wie in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland oder in Skandinavien wäre in den USA unvorstellbar. Dazu sind die Verhaltensnormen der Durchschnittsamerikaner viel strenger und moralischer definiert als in den genannten europäischen Regionen.

    • ohje am 10.11.2016 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Witz?

      @M.G. "Die Verhaltensnormen der Durchschnittsamerikaner sind viel strenger und moralischer definiert als in den genannten europäischen Regionen". Dass ich nicht lache! Wenn es so wäre, dann hätten die Amis keinen frauenfeindlichen Mann, der sich nicht anständig gegenüber Frauen verhält, gewählt.

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  • Analyst am 09.11.2016 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Re-Aktion

    Wenn ungebildete Leute, Globalisierungsverlierer, "Abgehängte" usw. die Wahl entschieden haben, dann muss ihre Zahl schon sehr gross sein. Da haben die Vorgänger von Trump also ziemlich versagt und über Jahre eine mehrheitsfähige Verlierergeneration herangezüchtet...

  • lolo am 09.11.2016 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist wahr?

    ich werde momentan alles noch mehr hinterfragt,was die presse und sogenannten experten von sich geben.