Trump gegen Clinton

01. November 2016 09:59; Akt: 01.11.2016 10:13 Print

Endspurt im erbitterten Rennen ums Weisse Haus

Die fieberhafte Endphase des unendlich scheinenden Kampfs um die US-Präsidentschaft hat begonnen. Auf diese sechs Punkte kommt es jetzt an.

Donald Trump und Hillary Clinton bemühen sich intensiv um den grossen Swing State Ohio. In Umfragen liegt Trump in Führung. (Video: AFP)
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Wann endlich ist das Theater vorbei? Solche Stossseufzer sind eine Woche vor dem Wahltag vom 8. November überall in den USA zu hören. Die erbittert und auf tiefem Niveau geführte Schlacht um die US-Präsidentschaft hat die Nerven vieler Bürgerinnen und Bürger strapaziert. Sie können es nicht erwarten, am 8. November eine Entscheidung im Wahlkampf zu erleben.

Um abzuschätzen, wer als Nächste(r) ins Weisse Haus einzieht, beobachten Fachleute diese Ereignisse:

1. Die nationalen Umfragewerte

Nach den neusten Durchschnittszahlen von Real Clear Politics hält Hillary Clinton immer noch einen substanziellen Vorsprung von 3,2 Prozentpunkten auf Donald Trump. Doch seit etwas mehr als einer Woche holt der Republikaner auf und kommt der Demokratin gefährlich nahe.

2. Die Umfragen in den Schlüsselstaaten

Für die Wahl braucht es insgesamt 270 Elektorenstimmen. Auf diese Zahl kommt nur, wer ausreichend viele der sogenannten Wackelstaaten für sich entscheidet, die manchmal demokratische, manchmal republikanische Mehrheiten aufweisen. Die wichtigen Gliedstaaten sind Florida, Pennsylvania, Ohio, North Carolina, Nevada, Colorado, Iowa, New Hampshire, Wisconsin. Die dortigen Umfragen hinken den nationalen ein wenig hinterher.

3. Die Reisepläne der Kandidaten

Die zwei Kontrahenten lassen keine Gelegenheit aus, in den wichtigen Wackelstaaten aufzutreten und die Wählerschaft zur Stimmabgabe zu drängen. In der Regel sprechen sie an zwei bis drei Anlässen täglich. Trumps Reiseprogramm sieht am Dienstag Auftritte in Pennsylvania und Wisconsin vor, am Mittwoch in Florida und am Donnerstag in North-Carolina. Clinton spricht in Ohio (Dienstag), Arizona (Mittwoch) und North Carolina (Donnerstag). Clinton kann neben ihrem Vize-Kandidaten auf die Ersatzleute Bill und Chelsea Clinton, Barack Obama und Bernie Sanders zurückgreifen.

Letzte Woche vor dem Wahltag

4. Die Trends der Brief- und Frühwahlen

In einer Mehrzahl der Gliedstaaten dürfen Wählerinnen und Wähler schon vor dem Wahltag ihre Stimme abgeben. Bis gestern sind in Wahllokalen und brieflich bereits 22 Millionen Stimmen abgegeben worden. Es wird erwartet, dass insgesamt 40 Prozent aller Stimmen vor dem 8. November eingelegt werden. Einzelne Gliedstaaten liefern erste Zwischenbilanzen. Danach gehen eingeschriebene Republikaner im Vergleich zu 2012 in leicht höheren Zahlen wählen, Demokraten in leicht niedrigeren Zahlen. Drastisch höher als vor vier Jahren ist jedoch die Zahl der als Unabhängigen eingeschriebenen Wähler. Was die Stärken der Parteien in den Wackelstaaten angeht, gibt es kaum harte Zahlen. Viele Meldungen verfolgen vor allem das Ziel, das eigene Lager zur Stimmabgabe zu ermuntern. Sie verdienen Skepsis.

5. Weitere Oktober-Überraschungen

Der Wahlkampf wurde am Freitag erschüttert von der Nachricht, dass die Bundespolizei FBI neu aufgefundene E-Mails von Hillary Clinton auf dem Laptop des Sexting-Politikers Anthony Weiner durchsucht, der mit Clintons engster Mitarbeiterin Huma Abedin verheiratet ist. Jeden Tag bringt zudem Wikileaks E-Mails aus Clintons Wahlkampfteam an die Öffentlichkeit. Es ist möglich, dass demnächst zum Ausgleich Negativ-Nachrichten gegen Trump verbreitet werden.

6. Die Siegesfeiern

Hillary Clinton wird nächsten Dienstag ihren – noch immer wahrscheinlichen – Sieg unter dem gläsernen Dach des Jacob-Javits-Kongresszentrums in New York City feiern. Wo das Trump-Lager zusammenkommt, ist noch nicht bekannt.

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(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Muto am 01.11.2016 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ist der Wähler so blöd

    wie ihn die Presse machen möchte? Nein. Wer ändert schon alle 2 Tage seine Meinung, bloss weil irgend ein neuer Artikel in Zeitung steht? Wer glaubt schon diesen Umfragewerten? Der ganze Politzirkus wird immer absurder. Zusammen mit den Medien hat sich da ein eigenes Universum gebildet. Die kämen auch ohne die Stimmbürger aus. Wenn die alle aussterbem würden, die Politiker und die Presse würde genau gleich weiter funktionieren, bis zum letzten Tag..

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  • nicht0815 am 01.11.2016 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ende in Sicht

    Endlich wird das "Theater" zu Ende gehen. Mag es schon gar nicht mehr hören, geschweige denn lesen.

  • Sandra Müller am 01.11.2016 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hollywood wird's bald verfilmen

    Die Wahlen 2016 haben auf jeden Fall bereits Geschichte geschrieben: Die beiden Topkandidaten in Steuerbetrug, Verrat und Sexskandale verwickelt. Dann noch 2 weitere Kandidaten, Johnson ist sympathisch, lebt aber irgendwie auf einem anderen Planeten. Und Stein hat noch nie ein VWL-Buch von innen gesehen. Die Fantastischen Vier!

Die neusten Leser-Kommentare

  • The show? am 03.11.2016 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wo liegt denn der Unterschied

    wenn Hillary Trump oder Donald Clinton gewinnt?

  • Und weg am 01.11.2016 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Was wenn beide nicht mehr da sind....

    Was würde geschehen, wenn beide (Clinton & Trump) auf einmal nicht mehr da wären?

  • Ben Meier am 01.11.2016 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Das Theater vor dem Theater...

    Super noch eine Woche dieses Theater und danach noch bis Weihnachten eine Vorschau auf die nächsten vier Jahre und ein ständiges "Was-wäre-wenn-der-andere-Kandidat"... Warum soll ich mich für den Präsidenten einer anderen Nation interessieren? Haben wir mit unseren sieben Kaspern nicht genug zu tun?

  • Sandra Müller am 01.11.2016 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hollywood wird's bald verfilmen

    Die Wahlen 2016 haben auf jeden Fall bereits Geschichte geschrieben: Die beiden Topkandidaten in Steuerbetrug, Verrat und Sexskandale verwickelt. Dann noch 2 weitere Kandidaten, Johnson ist sympathisch, lebt aber irgendwie auf einem anderen Planeten. Und Stein hat noch nie ein VWL-Buch von innen gesehen. Die Fantastischen Vier!

  • Muto am 01.11.2016 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ist der Wähler so blöd

    wie ihn die Presse machen möchte? Nein. Wer ändert schon alle 2 Tage seine Meinung, bloss weil irgend ein neuer Artikel in Zeitung steht? Wer glaubt schon diesen Umfragewerten? Der ganze Politzirkus wird immer absurder. Zusammen mit den Medien hat sich da ein eigenes Universum gebildet. Die kämen auch ohne die Stimmbürger aus. Wenn die alle aussterbem würden, die Politiker und die Presse würde genau gleich weiter funktionieren, bis zum letzten Tag..

    • Edi B. am 01.11.2016 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Frage

      ... genau das frage ich mich auch schon seit Beginn dieses Theaters... nach jeder Zeitungsmeldung über den einen Kandidaten scheinen die US Wähler wieder zum anderen 'überzulaufen' und dann wieder zurück etc. ... ich meine, sorry, entweder Trump oder Clinton, das ist wie Tag oder Nacht, da wird wohl ein neuer "Skandal" des 'eigenen' Kandiaten nicht maßgebend sein (?)

    • T. Berner am 01.11.2016 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht korrekt

      Nein, Herr Edi B. Clinton und Trump sind nicht wie Tag und Nacht. Es sind beide Nacht. Trump relativ unsympathisch und Clinton verlogen und kriminell.

    • Stefan am 01.11.2016 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      Wechselwähler / swing states entscheiden

      Bei über 80% der Wähler sind die Meinungen fix gemacht. aber beim Rest gibt es noch hin und her gerissene Wähler, welche durchaus durch den "richtigen" Skandal umgestimmt werden können. Und weil die beiden Parteien nahe genug beieinander liegen, könnte es auf diese Wechselwähler durchaus noch ankommen. Deshalb wird auch gezielt versucht, Skandale über die Gegenseite heraufzubeschwören. Speziell dieses Jahr ist, dass Russland mit seinen Hackern via Wikileaks als aussenstehende und ausländische Macht massiv zu diesem Mittel greift.

    • Bubu am 02.11.2016 11:57 Report Diesen Beitrag melden

      Unwahrhaftig!

      @Edi Richtig. Es sind beide wie Tag und Nacht! Aber trotzdem gleich. Einfach mit anderen Vorzeichen. Beide lieben die Nacht mehr als den Tag und beide sind nicht wahrhaftig und integer. Beide haben das Format für einen Präsidenten nicht. Und beide sonnen sich gerne und verstecken sich dabei im Schutze der Dunkelheit!

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