Kurt Mosetter

27. Mai 2019 21:56; Akt: 27.05.2019 21:56 Print

«Auch die Darmbakterien lieben Sport»

von Sulamith Ehrensperger - Über diesen Körperteil sprechen wir ungern. Doch der Darm ist die Schaltzentrale für die Gesundheit. Warum Darmbakterien Sport mögen, verrät Kurt Mosetter.

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Wer sich bewegt, macht auch die Darmflora flexibler und fitter. Dank Bewegung produziert der Darm mehr gute Bakterien. Ob die Darmflora ausgeglichen ist oder nicht, hängt mit dem Risiko für verschiedenste Beschwerden und Erkrankungen zusammen. Ein gesunder Darm nimmt nicht nur Nährstoffe auf, sondern produziert selber lebensnotwendige Vitamine sowie die Gesundheitsfaktoren schlechthin: die kurzkettigen Fettsäuren. Kurzkettige Fettsäuren sind der Schlüssel zu Darmgesundheit, Immunsystem und Stoffwechsel. «Eine Art Supertreibstoff, der im Körper antientzündlich, reparativ und schmerzhemmend wirkt», erklärt Sportarzt und Heilpraktiker Kurt Mosetter, «der Darm ist sozusagen die Fernsteuerung für die Gesundheit.» Der grösste Feind des Darms sind laut Mosetter die hochgezüchteten Getreidesorten, vor allem Weizen: «Weissmehl ist oft mit vielen Zusatzstoffen versetzt, was der Darmflora schadet. Auch verarbeitetes Fleisch, zu viele Früchte, Süssgetränke oder künstlicher Zucker schädigen die Darmzotten.» Das Geheimnis liegt laut Mosetter in der Kombination: Einmal am Tag Getreide, guter Fisch oder Fleisch kombiniert mit Gemüse, dem Superfood schlechthin für den Darm. Zucker, Pizza, Nudeln, Brot, Süssgetränke und Früchte mit einem zu hohen Glucoseanteil sollten laut dem Glycoplan von Kurt Mosetter reduziert werden – vor allem ab 18 Uhr. Grünes Licht gibt Mosetters Glycoplan für wertvolle Fette, gesunden Zucker, langkettige Kohlenhydrate, proteinreiche Nahrung und «gesunde» Früchte. Grün sind auch Kräuter, Gemüse, Beeren, Granatapfel, Avocado und Nüsse wie auch die Urgetreide Amaranth und Buchweizen. Die gute Nachricht: Der entgleiste Stoffwechsel kann wieder gesunden. Mit dem Lebensstil, insbesondere der Ernährung, geht es mit Siebenmeilenstiefeln voran. Und wer regelmässig Sport macht, trainiert eben auch die Darmbakterien.

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Herr Mosetter, auch ich dachte lange, der Darm sei dazu da, die Nahrung zu verdauen. Warum ist dieses stiefmütterlich behandelte Organ nun derart im Fokus?
Der Darm muss alles verstoffwechseln, was wir essen. Ist er gesund, nimmt er nicht nur Nährstoffe auf, sondern er produziert sogar selber lebensnotwendige Vitamine sowie die Gesundheitsfaktoren schlechthin: die kurzkettigen Fettsäuren. Sie sind der Schlüssel für Darmgesundheit, Immunsystem und Stoffwechsel. Eine Art Supertreibstoff, der im ganzen Körper antientzündlich, schmerzhemmend und reparativ wirkt. Der Darm ist sozusagen die Fernsteuerung für die Gesundheit.

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Es sind also ausgerechnet Bakterien, die für unsere Gesundheit sorgen.
Der Darm ist ein ganz eigenes Ökosystem. Da wohnen zehnmal mehr Bakterien in einer wunderbaren Symbiose zusammen, als der ganze menschliche Körper Zellen hat. Die Darmbakterien sind wie fleissige Männchen: Sie produzieren Vitamine sowie kurzkettige Fettsäuren und geben so dem Organismus den Grundrhythmus vor. Gerät dieser aus dem Lot, gehen die Nährstoffsignale verloren und der Körper kann nicht mehr wie ein gut synchronisiertes Orchester aufspielen. Das kann passieren, wenn man am Abend übermässig isst, vor allem Süsses, und Stress hat. Dann leidet der Schlaf, der Darm und das Gehirn können nicht auf Regeneration schalten.

Welches sind die grössten Feinde des Darms?
Es sind vor allem die hochgezüchteten Getreidesorten, vor allem Weizen. Weissmehl ist oft mit vielen Zusatzstoffen versetzt, was der Darmflora schadet. Auch verarbeitetes Fleisch, zu viele Früchte, Süssgetränke oder künstlicher Zucker schädigen die Darmzotten. Das Geheimnis liegt in der Kombination: Einmal am Tag Getreide, guter Fisch oder Fleisch kombiniert mit Gemüse, dem Superfood für den Darm.

Sportstars wie Christiano Ronaldo haben Zucker und Weizen schon lange von ihren Tellern verbannt. Sie haben den sogenannten Glycoplan entwickelt, der auf einen Blick zeigt, welches Essen guttut und welches nicht. Was hat es mit dem Plan auf sich?
Der Glycoplan beruht auf einer natürlichen Ernährung, so wie in den ursprünglichen Naturkulturen oder in den Dörfern der Hundertjährigen. Zucker, Pizza, Nudeln, Brot, Süssgetränke und Früchte mit einem zu hohen Glucoseanteil sollten stark reduziert werden – vor allem nach 18 Uhr. Die gute Nachricht: Der entgleiste Stoffwechsel kann wieder gesunden. Wertvolle Fette, gesunder Zucker, langkettige Kohlenhydrate, proteinreiche Nahrung und «gesunde» Früchte helfen. Grünes Licht also für Kräuter, Gemüse, Beeren, Granatapfel, Avocado und Nüsse, wie auch für die Urgetreide Amaranth und Buchweizen.
Wenn der eigene Gesundheitszustand sehr angeschlagen ist, können vor allem Akazienfasern, Glutamin und Galactose die Nahrung für zwei bis drei Monate ergänzen. Das sind drei Grundstoffe, die dem Darm wunderbar helfen können zu regenerieren.

Mit dem richtigen Lebensstil kann ich den Körper also wieder richtig takten.
Mit einem guten Lebensstil, insbesondere mit guter Ernährung, geht es mit Siebenmeilenstiefeln voran. Und wer regelmässig Sport macht, trainiert auch die Darmbakterien mit. Ob Yoga, Gewichte heben oder Laufen: Bewegung macht auch das Mikrobiom, das eigene Lebewesen im Darm, flexibler und fitter.

Kurt Mosetters Ernährungsplan gibt es kostenlos unter Glycoplan.de.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 28.05.2019 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darmsanierung

    Seit dem ich meine "Darmsanierung" angefangen habe, geht es mir viel besser. Dies nichg nur körperlich so dern auch psychisch/seelisch. Wer ein "gesundes Leben leben will, der sollte sich durchaus mit seinem Darm und deren Bakterien beschäftigen. Ich bin 23 Jahre alt (m) habe meine Darmflora in den letzten Jahren regelrecht zerstört. Der Hype um die Ernährung ist Quatsch. Einfach basisch und möglichst naturbezogen esse Sport treiben und genügend trinken. That's it.

  • Franz K. am 28.05.2019 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Industrienahrung

    Leicht gesagt jedoch schwer umzusetzen. Schlechter Billigzucker findet sich heutzutage praktisch in allen Lebensmitteln. Was früher als besonders gesund galt ist heute todbringend. Joghurt z.B. Mit fast 20g Zucker pro Becherchen. Selbst in Fleisch, Wurst und Käse wird zusätzlich Billigzucker eingespritzt, seitdem man weiss, dass Zucker ein Suchtverhalten auslöst.

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  • Darmine am 27.05.2019 22:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darm is life!

    Finde es immer interessant, wie sehr es die Leute anekelt, wenn ich vom Darm spreche. Nicht, dass ich im Übermass davon spreche... oder doch? Tja, ich empfinde halt einfach nichts Anderes als Faszination dafür. Darm is life!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Captain Hindsight am 09.06.2019 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesunden Zucker?

    Der Passus mit dem gesunden Zucker ist gut. Wie viele chemische Zusammensetzungen gibt es für Zucker?

  • Ayur Veda am 06.06.2019 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ernährung und Bewegung

    nicht nur wie's oben reingeht, ist wichtig, sondern auch wie's unten wieder rauskommt. Seit wir angefangen haben, uns zusätzlich zum Yoga und Fitnesstraining auch noch ayurvedisch zu ernähren, fühlen wir uns fitter, gesünder und ausgeglichener.

  • E. W. am 05.06.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Weg

    Früher hatte ich viele Probleme jetzt sind sie Gottseidank weg

  • Lisa M. am 05.06.2019 02:03 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger...

    ... Zucker und Weizen, damit ist schon sehr viel für seine Gesundheit getan. Vorallem die ersten zwei Wochen sind hart, der Körper verlangt nach dem Gewohnten. Danach jedoch fühlte ich mich viel vitaler. Sich das zu verbieten finde ich jedoch nicht optimal. Essen soll Spass machen - Gesundheit auch.

  • Andreas Widmer am 04.06.2019 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht jeder gleich

    Egal was man ist. Wichtig ist, immer in Bewegung bleiben und sich nicht aufregen und kein Stress. Ich bin jetzt 50ig Meine Mutter ist 76 Jahre alt. Wir rauchen, trinken alkohol und essen was uns spass macht. Wichtig ist die Bewegung und kein Stress und viel ausreichender erholsamer Schlaf. Zum Schluss. Gutes Blut und die Genen machen sehr viel aus, die leider nicht jeder hat.