Freeskier (30)

16. März 2020 22:01; Akt: 16.03.2020 22:05 Print

«Die Gefahr fährt immer mit»

Jérémie Heitz ist professioneller Freeskier. In rund einer Minute vernichtet er an die tausend Höhenmeter. Er ist oft mehr als 110 km/h schnell.

«La Liste: Everything or Nothing» zeigt, wie Jérémie Heitz die imposantesten Sechstausender der Welt befährt. (Sherpa Films).

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Schnelle Lines sind dein Markenzeichen, du wurdest Zweiter der Freeride World Tour (FWT) 2015. Wie wurdest du so gut auf den Ski?
Ich bin in Les Marécottes (Wallis) zur Welt gekommen und begann schon als Dreiähriger Ski zu fahren. Ich wollte Skirennfahrer werden und trainierte in meiner Jugend im Regionalkader. Mein älterer Bruder ist ein ehemaliger Snowboardprofi, mein Vater ein Tourenguide. Meine Familie ist ständig im Schnee unterwegs, ich glaube, ich habe es in den Genen (lacht).

«Wenn wir die Ski oben bereit machen, legt sich die Nervosität.»

Deine Abfahrten von Sechstausendern erfordern aber auch hohe alpinistische Fähigkeiten. Wie hast du dir diese angeeignet?
Als ich die Region in meinem Dorf entdeckte und dann in- und auswendig kannte, begann ich die ganze alpine Schweiz und danach Europa auf den Ski zu erkundigen. Mein Stiefvater ist Bergführer, er brachte mir viel bei. Mit 19 machte ich bei der World Tour mit und durfte in den USA, Alaska und Japan Ski fahren. Samuel Anthamatten, mit dem ich meist unterwegs bin, ist ebenfalls Bergführer. All diese Begegnungen und Erfahrungen habe ich heute im Rucksack, ich lerne ständig dazu.

Bist du vor deinen Speedruns nervös?
Wir planen alles minutiös: Schneebedingungen, Wetter, die Beschaffenheit des Eises, vor einer Abfahrt muss alles perfekt stimmen. Wenn wir die Ski oben bereitmachen, legt sich die Nervosität. Wenn das Gefühl nicht gut ist oder die Lage nicht perfekt, lassen wir es sein. In anderen Ländern gibt es keine Rettungscrew, keine Helikopter, da kann jede Fehlentscheidung tödlich sein.

«Manchmal kann ich einfach geniessen»

Was war die gefährlichste Situation am Berg bis jetzt?
Berge sind voller Überraschungen. Egal, wie lange man plant, egal, wie genau man vorausschaut: Die Natur ist unberechenbar. Das wurde uns schon zum Verhängnis. Einmal verlor ich einen Ski während der Abfahrt am Grand Combin de Valsorey. Es ging zum Glück alles gut.

Wie nimmst du diese Abfahrten selbst wahr?
Je anspruchsvoller der Berg ist, desto fokussierter muss ich sein, was sehr anstrengend ist. Manchmal kann ich aber einfach geniessen und loslassen und den Ride geniessen. Das ist das schönste Gefühl.

Welche war deine spektakulärste Abfahrt?
Der Or de Gabelon war einmalig, ich erinnere mich noch so gut, dieser Berg wurde nur ein paarmal auf Ski befahren bis jetzt. Wir erwischten den Berg in perfektem Zustand, an diesem Tag stimmte einfach alles, und am Ende des Runs war ich überglücklich.

«Verbier ist mein Lieblingsgebiet»

Trifft man dich auch mal gemütlich auf der Piste?
Klar, ich liebe es, mit meiner Freundin in meinem Heimatgebiet Les Marécottes oder in Verbier gemütlich Ski fahren zu gehen. Dieses Gebiet ist übrigens auch zum Freeskien nach wie vor mein Lieblingsterrain.

Unbefahrene Hänge sind verlockend. Was rätst du Hobby-Freeskiern?
Ich weiss, wie süchtig Abenteuer im Schnee machen können. Wer schnell Ski oder Snowboard fährt und denkt, mit einer neuen Ausrüstung und Airbag-Rucksäcken Lawinen entkommen zu können, täuscht sich. Die Gefahr fährt immer mit. Nimm einen Bergführer mit und besuche Kurse, das hilft dir mehr als jedes Equipment.


(gss)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pat am 16.03.2020 22:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wunderbar

    wunderbar!! aber eben mit Bergführer!

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  • A.D. am 17.03.2020 02:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ENDLI MAL NÖD CORONA

    Egal was in dem artikel steht.. CORONA wird NICHT erwähnt! Welch eine Abwechslung!!!

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  • Wer Sich In Gefahr Begibt am 17.03.2020 00:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Gefahr

    Die fährt nicht mit, die ist schon da...immer...überall.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sicherheitsberater am 20.03.2020 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich

    Scheint nicht der Hellste zu sein, der Typ... Und egoistisch dazu....

  • Soans Eich am 17.03.2020 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ja klar 110 km/h im Durchschnitt, das möchte ich sehen.

    • Armada am 25.03.2020 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Durchschnitt

      Wer spricht von durchschnitt?? Meine schnellste gemessene Geschwindigkeit war 137.8 km/h. Als guter Fahrer ist man schnell mal über 100 km/h, aber das heisst nicht man fährt durchschnittlich über 100. PS: Leider ist die Saison frühzeitig vorbei, obwohl jetzt die schönste Zeit gekommen wäre um Ski zu fahren. Naja, dafür umso eher das Wakeboard aus dem Keller holen.

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  • Es sind Profis, gesponsert am 17.03.2020 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Eben nicht spontan und mal schauen

    topp fit und topp vorbereitet mit dem wohl weltbestem Team unterwegs. Bestes Equipment, etc. etc. sonst überlebt man solche Sachen nicht.

  • A.D. am 17.03.2020 02:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ENDLI MAL NÖD CORONA

    Egal was in dem artikel steht.. CORONA wird NICHT erwähnt! Welch eine Abwechslung!!!

    • Spieglein am 17.03.2020 04:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A.D.

      Und dann kamst du ..

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  • Horber Sepp am 17.03.2020 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn er zuvor acht

    Bier drinnen hatte, ist ihm Respekt zu zollen. Sonst ist das nur Mogeliwerbig