Astrologin erzählt

04. Februar 2020 17:05; Akt: 06.02.2020 17:35 Print

«Früher galt ich als crazy»

In der Welt der Sterne ist sie zu Hause: Alexandra Kruse (41) über die Sehnsucht nach Orientierung und ihre Arbeit als kosmische Botschafterin.

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Wann hast du entdeckt, dass du eine Affinität zu den Sternen hast?
Vermutlich haben die Sterne eher eine Affinität zu mir. Ich bin jedenfalls nicht morgens aufgewacht und konnte Horoskope schreiben. Es ist ein langer, persönlicher Prozess, man lernt mit jedem Neu- und Vollmond dazu. Ich gebe das Wissen der Sterne in einfacher und lustiger Form weiter – sozusagen als kosmische Botschafterin. Viele Jahre war ich die Irre, die vom Mond redet – heute bin ich chic.

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Glaubst du an Horoskope?

Du schreibst Horoskope. Braucht es eine besondere Gabe, um diese erstellen zu können?
Mut und Nerven. Den Vorwurf, ich sei eine Trivialastrologin, kenne ich nur allzu gut – allerdings entstehen typische Zeitschriftenhoroskope eben anhand der Sonnenzeichen und sie sortieren die Menschheit somit in nur zwölf Teile. Ein individuelles Horoskop hingegen berücksichtigt den Stand aller Planeten zum Zeitpunkt der Geburt – eine wahre Wissenschaft.

Früher wurden Hexen verbrannt, heute sind das Lesen von Tarotkarten und das Studium von Horoskopen salonfähig geworden. Wie erklärst du dir das?
Astrologie ist eine der ältesten Methoden der Menschheit, Ordnung ins Chaos zu bringen – nichts anderes. Die Welt ist offensichtlich aus den Fugen geraten, daher suchen wir alle Orientierung. Dass Sonne und Mond morgen wieder zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgehen, ist berechenbar und gibt somit Sicherheit. Wenn man dann noch weiss, in welchem Zeichen, kann man seine Handlungen entsprechend anpassen.

Ist es nicht gefährlich, sich bei Entscheidungen auf Horoskope und Tarot zu verlassen?
Ich persönlich lasse wichtige Zeitpunkte selbstverständlich von Astrologen anschauen und schwimme lieber mit der Welle als dagegen. Oft hat man ja schon ein Bauchgefühl, das durch die Astrologie bestätigt wird.

Macht das nicht abhängig?
Die Gefahr, abhängig von Wahrsager-Hotlines und Wunderheilern zu werden, besteht nur, wenn man Verantwortung abgibt, sich zum Opfer macht, nicht konstant dazulernt und nicht auf sein Bauchgefühl vertraut. So sehe ich auch meine Arbeit, Menschen auf ihrem Weg zu bestärken. Am liebsten mit guter Laune.

Welches magische Ritual können wir alle in den Alltag integrieren?
Das darf jeder für sich selber herausfinden – solange es positiv bleibt und niemandem wehtut, ist alles okay. Grundsätzlich gilt: Bei Neumond sollte man Neues einladen, bei Vollmond Altes gehen lassen.

Du bist sehr aktiv auf Instagram. Wie passen Social Media und Spiritualität zusammen
?
Sehr gut! Das Recht auf freie Meinungsäusserung und die Idee der Vernetzung funktionieren ganz grossartig. Ausserdem macht es Freude, zu teilen. Die Feedbacks auf meine Storys sind jedenfalls gewaltig – weil sie eben den Zeitgeist treffen.

(gss)