Emotionen erkennen

09. November 2019 14:58; Akt: 10.11.2019 15:51 Print

So kontrollierst du deine Lust auf Süsses

Nach einem langen Tag kommst du nach Hause, isst drei Teller Spaghetti und danach einen Kübel Glace, obwohl du das gar nicht willst. Woran liegt das?

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Um es schon mal vorwegzunehmen: Ich bin ein grosser Dessert-Fan. Von Vermicelles bis hin zu Glace, es hat bei mir immer Platz für Dessert im Bauch, auch wenn ich schon lange satt bin. Zum Glück ist es nicht jeden Tag so. Doch es gab mal eine Zeit, in der ich manchmal abends erschöpft nach Hause kam, zu später Stunde mir noch eine Mahlzeit zubereitete und danach fast einen ganzen Kübel meiner Lieblingsglace verschlang. Dieses Szenario wiederholte sich fast ein Jahr lang, bis ich einen Weg aus meinem Teufelskreis fand.

«Wir essen, um uns zu trösten»

Heutzutage schwimmen wir in einem Überangebot an Essen. Während wir Menschen früher noch assen, um nicht zu verhungern oder uns für einen längeren Fussmarsch vorbereiteten, wird unser Essensverhalten von zwei Dingen gesteuert: Uhrzeit und Emotionen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, und wenn die Uhr 12 schlägt, gehen wir automatisch essen, obwohl wir nicht immer Hunger haben. Doch mit anderen Menschen gemeinsam zu essen, hat auch seine Vorteile.

Was aber, wenn unser Hirn weiss, dass wir satt sind, und wir unkontrolliert Schoggi, Glace oder Chips in uns hineinstopfen, nur um uns danach noch schlechter zu fühlen? Dann sind sehr wahrscheinlich unsere Emotionen im Spiel. Nicht selten kommt es vor, dass wir nicht wegen echtem Hunger essen, sondern um gewisse Emotionen zu kompensieren. Und leider ist es so, dass gerade sehr süsse, salzige oder frittierte Lebensmittel uns am besten befriedigen, und zwar wenn wir gestresst, gelangweilt, traurig oder einsam sind oder zu wenig geschlafen haben. Meistens sind solche Phasen sehr lang andauernd, bis wir einen Weg finden, unser Verhaltensmuster zu brechen. Doch wie gelingt das?


«Durchbrich deine Muster»

Der erste Schritt ist, zu realisieren, dass wir in einem Teufelskreis stecken und aus diesem herausbrechen wollen, um uns endlich wieder wohlzufühlen in unserem Körper. Danach müssen wir uns zuerst einmal darüber bewusst werden, was unsere ungewollten Verhaltensmuster auslöst, sei es Einsamkeit, mangelnde Wertschätzung, Liebe, Stress oder zu wenig Schlaf. Dieser zweite Schritt kann sehr schwierig sein, denn es ist nicht immer einfach, wenn wir uns Gefühle, die wir nicht wollen oder für die wir uns schämen, eingestehen müssen.

Als Nächstes muss dann eine Änderung stattfinden, so dass die Auslöser nicht mehr oder zumindest weniger auftreten. Und falls doch, wissen wir sie zu erkennen und suchen uns einfach Alternativen, die uns ablenken oder unsere Emotionen besänftigen, als zu Dessert und Chips zu greifen. Wenn wir oft gelangweilt sind, können wir uns beispielsweise ein Hobby zulegen. Wenn unsere Arbeit uns emotional zu sehr belastet, sprechen wir mit dem Vorgesetzten oder versuchen, eine Alternative zu finden. Wenn wir zu wenig Likes auf Instagram bekommen, löschen wir die App und fokussieren uns auf unsere echten Freundschaften. Wenn wir uns einsam fühlen und die grosse Liebe bisher ausgeblieben ist, dann hören wir auf zu suchen und fokussieren uns auf das, was uns sonst noch Freude bereitet. Oft kommt die lang ersehnte Liebe dann von alleine.

Und was ist, wenn wir trotzdem etwas zum Snacken wollen? Als salzige Option empfiehlt sich selbstgemachtes Popcorn, da es sehr leicht und sättigend ist. Und wenn du Lust auf Süsses hast, dann wähle kleine Packungen aus, so dass du deine Portionengrösse besser kontrollieren kannst.

(gss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Geht bei mir nur Radikal am 10.11.2019 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bei einem anderen Süchtigen

    Bei mir geht es am einfachsten wenn ich gar nichts süsses oder salziges esse. Denn ein Biss reicht aus um mich wieder hineinzufressen. Ich würde gerne nur ein Täfeli davon, ein Stückchen davon. Aber so funktioniert das bei mir nicht. Also heisst es bei mir totaler Verzicht. Und tappe ich doch wieder mal hinein, dann ist der Weg daraus immer wieder hart.

  • Petra am 10.11.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ist mir aufgefallen

    Wenn ich an Abend zu viel esse habe ich am Morgen Kohldampf. Esse ich wenig, habe ich am Morgen keinen Hunger. Am Abend esse ich nur zu viel wenn ich eingeladen bin oder ich auswärts essen gehe.

  • Stormstepper am 09.11.2019 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viel mehr als nur das

    Es geht hier um tiefe emotuonale Wandlung. Jedoch ist die auch mit Ängsten verbunden, sowie Veränderungen zu zulassen znd Gewohnheiten abzuschaffen. Viele stehen dann vor einem sogenannten Erwachen und einer Leere und viele können damit nucht umgehen oder zu schwach um selber zu bestreiten. Daher lassen sie diesen Weg wieder weg und machen so weiter wie bis anhin.

Die neusten Leser-Kommentare

  • zahnfee am 10.11.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zähne putzen

    Ich putze mir gleich nachdem abendessen die zähne. Dann komm ich nicht auf die Idee noch was süsses zu essen weil ich nicht nochmals zähne putzen will :))

  • Gina am 10.11.2019 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    ......

    ....nach einem langen Tag kommst du nach Hause und isst 3 Teller Spaghetti.... . Dem sage ich Unterzuckerung und dann gib ihm. Das hatte ich jeweils, wenn ich durchgehen 9 Stunden ohne Pause durchgearbeitet habe. Aber bei mir landete das Futter erst gar nicht im Teller. Süsses oder Brötchen wurden gleich während der Heimfahrt im Auto verdrückt. Heute mache ich das nicht mehr. Es ist wichtig, 2 - 3 gut sättigende Mahlezeiten zu essen die lange anhalten. Dann kommt man auch weniger in einen Zuckerrausch. Insulinausschüttung lässt grüssen.

  • Based am 10.11.2019 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur die Wille

    Es könnten auch Parasiten sein, die einem "manipulieren".

  • Die von Denner sind meine Lieblinge am 10.11.2019 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Basler Leckerli machen süchtig

    Wenn die Schmerzen mich plagen, bin ich ohne Appetit, ich muss schon lange nicht mehr unkontrolliert essen. Wenn es mir besser geht, nasche ich gerne Früchte, auch mal feine Früchtekuchen, oder Hutzelbrot. Immer selbst gebacken und mit 1/3 Zuckerreduktion. Einzig bei Basler Leckerli muss ich meine Hand verstecken.

  • Marc am 10.11.2019 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Foto...

    Ich esse meine Pizza auch immer in Unterwäsche auf dem Boden vor dem geöffneten Kühlschrank sitzend.