Eat better

15. Dezember 2019 16:04; Akt: 15.12.2019 16:04 Print

Ist eine pflanzliche Ernährungsweise besser?

Nie wurde mehr über Ernährungsweisen diskutiert als heute: Aber wie findest du heraus, welche am besten zu dir passt? Tommy Chang weiss Rat.

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Mitte der 1960er-Jahre gab es einen alarmierenden Anstieg an Herzattacken, was in den darauf folgenden Jahren zu einer der grössten Debatten in der Geschichte der Ernährungswissenschaften führte. Über die Ursachen stritten sich hauptsächlich zwei Parteien: die Wissenschaftler Ancel Keys und John Yudkin. Der Amerikaner Ancel Keys stützte sich auf seine «Sieben-Länder-Studie», in der er zum Schluss kam, dass Fett die Ursache für überhöhtes Cholesterin und somit für Herzkrankheiten sei. Der Brite John Yudkin hingegen versuchte mit seinem 1972 erschienenen Buch «Pur, weiss und tödlich» zu zeigen, dass Zucker, nicht Fett, reduziert werden müsse, um Krankheiten vorzubeugen. Was dann folgte, ist eines der grössten Irrtümer in der Geschichte der Menschheit: Die Befürworter der «Fett ist schlecht»-Theorie, hauptsächlich US-Wissenschaftler der weltweiten Ernährungselite, konnten sich durchsetzen. Daraufhin riefen die amerikanischen und europäischen Regierungen auf, fett- und cholesterinhaltige Nahrungsmittel zu vermeiden. John Yudkins Forschung wurde als Lüge abgestempelt und geriet in Vergessenheit.

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Margarine anstatt Butter?

Wer alt genug ist, weiss, wie diese Empfehlung sich damals auf unseren Alltag auswirkte: Plötzlich fand man im Supermarkt fettreduzierte Lebensmittel: Margarine anstelle von Butter, und statt Eier gab es zuckerreiche Müesli zum Frühstück. Doch anstatt gesünder zu werden, wurde die westliche Bevölkerung dicker. In den darauf folgenden Jahren stieg die Zahl von Fettleibigen vor allem in Amerika und Grossbritannien, aber auch in anderen Ländern dramatisch. Erstmals gab es auf der Welt mehr Über- als Untergewichtige («Lancet»: NCD Risk Factor Collaboration, 2016), und die mit Übergewicht zusammenhängenden Erkrankungen nahmen ebenfalls rasant zu. Heute, im Zeitalter von Social Media, ist es viel einfacher, sich über Alternativtheorien zu informieren, bevor man einer Empfehlung oder Theorie glaubt. Die totale Vernetzung erlaubt uns die Zugänglichkeit zu mehr Wissen aus allen Ecken der Welt. Jedoch stehen wir vor dem Problem der Informationsüberflutung: Wir hören und lesen von mehr Theorien und Erfahrungen denn jemals zuvor. Wie wissen wir, wem wir Glauben schenken sollen?

Verbesserung der Cholesterinwerte

Im Film «The Game Changers» wird unter anderem an amerikanischen Feuerwehrleuten gezeigt, wie eine rein pflanzliche Ernährung deren erhöhtes Cholesterin signifikant reduziert, und das innerhalb nur einer Woche. Was jedoch nicht gezeigt wird, ist, wie sich die Feuerwehrleute vorher ernährt haben. Bestand ihre Ernährung hauptsächlich aus Donuts, Pizza und Cola? Wir wissen es nicht. Doch wenn dem so war, so darf man davon ausgehen, dass auch eine andere strikte Diät, mit oder ohne Fleisch, hauptsächlich ausgewogener und natürlicher als vorher, zu einer signifikanten Verbesserung der Cholesterinwerte geführt hätte. Welche Vorteile kann eine pflanzlich orientierte Ernährung mit sich bringen? Der Konsum von zu viel säurebildenden Lebensmitteln wie Fleisch, Milch, Zucker oder Alkohol kann gemäss Experten zu einem Ungleichgewicht in unserem Säure-Basen-Haushalt führen. Die Folgen sind beispielsweise Müdigkeit, schwere Muskeln, Magen-Darm-Beschwerden oder ein geschwächtes Immunsystem. Obst und Gemüse, aber auch Kartoffeln oder Mandeln sind hingegen basisch. Eine rein pflanzliche Ernährungsweise könnte also dazu führen, dass wir leistungsfähiger werden, weil wir unter anderem viel mehr basenbildende Lebensmittel zu uns nehmen. Viele Ernährungswissenschaftler sagen hingegen, dass der Körper imstande ist, den Säure-Basen-Haushalt zu regulieren, sodass
wir nicht übersäuern. Schlussendlich kommt es immer noch auf die individuelle Situation drauf an, denn es wäre falsch, davon auszugehen, dass jeder Körper die gleiche Ausgangssituation hat.

Probieren geht über studieren

Anstatt sich zu streiten, welche Theorie stimmt und welche nicht, gibt es nur eines, das uns wirklich weiterbringt, nämlich auszuprobieren. Was wir von der Geschichte mit Ancel Keys und
John Yudkin lernen können, ist, dass wir unser Leben selbst in die Hand nehmen können, indem wir lernen, auf unseren Körper zu hören. Dabei muss man sich als Fleischesser nicht
unbedingt dafür entscheiden, vollkommen auf Fleisch zu verzichten. Es reichen am Anfang auch nur ein, zwei fleischlose Tage pro Woche, um zu beobachten, ob man eine positive
Veränderung spürt, anstatt sich für einen «Ganz oder gar nicht»-Ansatz entscheiden zu müssen. Und wenn man positive Veränderungen spürt, ist man dann meist offener, noch mehr auszuprobieren und zu entdecken, was einem besser tut.

Wie ernährst du dich? Erzähl es uns im Kommentarfeld.

(gss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phil am 15.12.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Quark....

    Der Zuckerkonsum bringt die Menschen um und nicht der Verzehr von Fleisch. Seit 10'000 Jahren betreibt die menschliche Spezies Ackerbau, vorher waren sie Jäger und Sammler. Gemüse wie wir es kennen gab vor 10'000 Jahren nicht. Ohne Fleisch hätten die Menschen niemals die Eiszeit überlebt.

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  • Daisydream am 15.12.2019 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf ein Neues

    Hab mich schon gefragt, wann denn endlich wieder so ein Bericht erscheint. Da können sich Fleischesser und Vegetarier/Veganer an die Kehle gehen und sich schön primitiv austauschen. Bringen tuts zwar nichts, aber man konnte sich wieder mal über die Gegenpartei empören.

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  • Bertb am 15.12.2019 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nein das ist nicht besser!

    da der mensch kein veganes wesen ist! nicht mal der fruchtbare boden ist vegan, ergo keine nahrung ist vegan!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • marko 34 am 05.01.2020 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Endlich

  • Geniesser am 26.12.2019 23:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach bitte! Immer noch??

    Ich verrate euch jetzt das Geheimnis der Geheimnisse punkto Ernährung: Vielseitig, abwechslungsreich und Frischprodukte ist bei weitem am gesundesten!!

  • Realist am 26.12.2019 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht!

    Wenn Cholesterin als Risikofaktor genetisch bedingt ist, dann kann man essen was man will, es wird nicht funktionieren! Das nur als kleine Warnung, falls man wirklich in dieser Situation ist und falls man es wirklich ernst nehmen will!!

  • Roger am 23.12.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeglichen und vernünftig essen!

    Es ist wie bei allem, die Menge macht das Gift. Esst alles, aber im Masse und nicht in Massen. Esst Saisonal und kauft nicht Erdbeeren im Winter oder Avocados als gäbe es kein Morgen. Auch Fleisch aus dem Ausland ist unsinnig! Esst normal und mit Köpfchen, dann geht es allen besser!

  • Vielseitiger, abwechslungsreicher Esser am 23.12.2019 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Esst was ihr wollt! Missioniert einfach nur nicht!

    Mich graust, wenn ich die veganen Würste, Schnitzel und anderes sehe. Hoch industriell unter Zuhilfenahme von Hilfsstoffen, Emulgatoren und anderem in Fabriken hergestellt! Kaum was natürliches mehr dabei. Und dann noch selber Chemie schlucken um Mangelernährung zu vermeiden. Und regelmässig Blut abzapfen für die Überwachung der Blutwerte. Schönes Geniesserleben! Und wieso braucht es Würste für Veganer? Nennt sie doch einfach synthetische Lebensmittelschläuche. Eine Wurst besteht aus FLEISCH..

    • jony10 am 27.12.2019 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vielseitiger, abwechslungsreicher Esser

      missionierst grad

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