Endometriose

06. Dezember 2019 14:42; Akt: 06.12.2019 18:34 Print

Thessy (29) hat ein kleines Wunder erlebt

Eine schwere Erkrankung zwang sie zu mehreren Operationen und der Entfernung ihrer Eileiter. Auf Instagram teilt Thessy ihre Geschichte.

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Thessy Kouzoukas (28) aus Brisbane ist eine erfolgreiche Fashiondesignerin und Mitinhaberin des Brands Saboskirt, dessen Kreationen Kendall Jenner und Bella Hadid gern tragen. Die Australierin hatte die letzten Jahre aber trotz ihres Erfolgs viele Sorgen. Sie leidet an Endometriose, einer Krankheit, bei der sich Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter ansiedelt und dort zu schmerzhaften Verwachsungen führt. Die Krankheit kann die Ursache für sehr starke Schmerzen während der Menstruation sein und auch zu Zysten führen, die jederzeit platzen können. Auf diesem Bild zeigt Thessy eine solche Zyste (oben). Auch dieses Bild postete Thessy vor zwei Jahren: «Links ist mein Bauch drei Wochen nach der geplatzten Zyste. Rechts bin ich jetzt, ich nehme ein Medikament, das meine Hormonproduktion gestoppt hat und mich im Alter von 27 in die Menopause versetzt hat.» Dieses Medikament führt dazu, dass ihr Körper zwar derjenige einer 27-jährigen Frau ist, ihr Hormonhaushalt aber künstlich so gesteuert wird, dass keine Östrogenproduktion mehr stattfindet. Damit sollen sich die Endometrioseherde zurückbilden und die Beschwerden verringern. Auch eine schwere Operation nahm Thessy zur Schmerzlinderung in Kauf. Ihr wurden beide Eileiter sowie der linke Eierstock entfernt. Diese Ausgangslage machte ihr eine zukünftige Schwangerschaft auf natürlichem Wege unmöglich. Aber sie und ihr Freund gaben die Hoffnung nicht auf. Dank künstlicher Befruchtung (auch hier schätzten die Ärzte die Chancen eher gering ein), passierte es. Thessy wurde schwanger. «Diese Schwangerschaft ist ein Geschenk, ich hätte niemals damit gerechnet, dass es klappen könnte. Eine künstliche Befruchtung ist hart, mir war schlecht, ich hatte depressive Phasen und war sehr schwach.» Aber die Strapazen haben sich gelohnt: Heute ist Thessy (29) Mutter einer süssen Tochter. «Ich bin unglaublich privilegiert, dass ich eine künstliche Befruchtung machen konnte. Die Strapazen haben sich gelohnt», sagt sie. Dieses Jahr hat Thessy ihren langjährigen Freund und Vater ihrer Tochter geheiratet. Sie hat heute weniger Beschwerden, ganz heilen kann man Endometriose aber nicht. Ihre Stütze in all der Zeit war ihr Mann: «Er hat mir durch alle Endo-Krämpfe die Hand gehalten, mich gestreichelt, wenn ich weinte, und ist auch bei mir geblieben, als ich ihn im Frust wegschicken wollte. Er hat gesagt, dass ich die Schönste sei, auch wenn mein Gesicht wegen der Hormone voller Akne war oder mein Bauch gebläht war. Er war und ist mein Anker.» Thessy möchte ihre Geschichte teilen, um anderen Frauen in der gleichen Situation Mut zu machen. «Bitte gebt nicht auf, ihr seid nicht allein», sagt sie. Danke, liebe Thessy, für deine Geschichte!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eine Frau am 06.12.2019 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endometriose ist schlimm

    So viele Frauen haben es und machen aus ihrem Leiden keine Instagram-Geschichte. Man muss nicht alles an die grosse Glocke hängen...Aber es ist überall so heutzutage..

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  • Norbert am 06.12.2019 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Habe Morbus Crohn

    Soll ich davon auch eine "cremige" Instagram-Story machen?

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  • Stürmische Daniela am 06.12.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Schön wenn's klappt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Silver Back am 15.12.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So what?

    Alle tragen wir unsere persönlichen Bündelis und das kümmert kaum Jemanden und das an die große Glocke hängen zu müssen kommt nur einer unwichtig kleinen Gemeinschaft in den Sinn.

  • Me am 11.12.2019 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschätzt

    Bei mir hat's fast 5 Jahre gedauert bis ich die Diagnose Endometriose bekam. Leider immer noch eine viel zu unterschätzte Krankheit. Mit 30 hatte ich meine erste OP mit 34 war's dann so schlimm, dass mir GM, Eierstöcke und Eileiter entfernt wurden. Leider konnten wir uns unseren Kinderwunsch nicht erfüllen. Find es toll wenn darüber gesprochen, geschrieben und diskutiert wird.

  • Sandra am 11.12.2019 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sensibilisierung

    Leider ist es in unserer Gesellschaft noch immer untypisch über Krankheiten zu sprechen. Seitdem ich diese Krankheit habe, Medikamente nehmen muss und operiert wurde, spreche ich sehr offen darüber, einfach um zu sensibilisieren. Ständig wird einem als Frau gesagt, dass man die Schmerzen aushalten muss, aber das stimmt nicht, denn nicht jede Person hat dasselbe Schmerzempfinden. Ich wurde immer wieder ohnmächtig vor Schmerzen und das ist nicht normal! Zwei meiner engen Freundinnen haben darauf dieselbe Diagnose, wie ich erhalten und konnten Schlimmeres verhindern.

  • Sany am 11.12.2019 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Ich fühle mit Ihrr und jeder Frau die das erleben muss. Musste selbst einen Eierstock entfernen lassen aufgrund einer Krebszelle und habe selbst noch keine Kinder und einen grossen Kinderwunsch. Solche Geschichten geben einem dann aber doch wieder Hoffnung. :)

  • A. P. am 07.12.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so...

    In der Schweiz dauert es durchschnittlich 7 Jahre, bis eine Endometriose festgestellt wird! Bei mir brauchte es 6 lange Jahre! Das ist eine Schande, und genau deshalb ist es wichtig, dass darüber berichtet und gesprochen wird!