Eat better

26. Oktober 2019 14:42; Akt: 26.10.2019 14:42 Print

Vor dem Training nichts zu essen lohnt sich

Banane, Brötchen und Energydrinks: Tankst du vor deinem Workout auch gerne noch Energie? Das ist gar nicht immer unbedingt nötig.

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Oft werde ich gefragt: «Was soll ich vor dem Training essen?» Meine erste Reaktion auf diese häufig gestellte Frage ist meistens eine Gegenfrage: «Wieso musst du vor dem Training essen?» Ob Fitnessgänger, Amateursportler oder Profi-Athlet, ein weit verbreitetes Denken ist, dass wir zwingend energiereiche Nahrung zu uns nehmen müssen, bevor jegliche Form von sportlicher Betätigung infrage kommt. Werbung von Sportgetränkeherstellern haben uns gelehrt, dass wir mit viel Zucker während des Sports erfolgreicher sind.

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An Wettkämpfen wie beispielsweise Marathons können wir beobachten, wie die Läufer regelmässig nach ihren Energie-Gels greifen. Auch Profisportler Jan van Berkel kennt das: «Ich ass achtmal am Tag, um sicherzustellen, genug Kohlenhydrate zu bekommen. Spaghetti und Energie-Gels waren an der Tagesordnung.» Doch bald bemerkte der Ironman-Athlet, dass etwas nicht stimmen konnte: «Ich hatte stets starke Leistungseinbussen gegen Ende des Rennens. Deswegen machte ich mich auf die Suche nach Optimierungsmöglichkeiten.» Diese fand er in einem neuen Coach, der ihm zeigte, dass es auch ohne all den Zucker geht. Durch die Umstellung seiner Ernährung auf weniger Kohlenhydrate und dafür mehr Fett verbesserte Jan van Berkel seine Marathonzeit um ganze zehn Minuten. Dies war möglich, weil er seinem Körper die sogenannte metabolische Flexibilität beibrachte.

Essenspausen einlegen lohnt sich

Dieser Begriff bezeichnet die Fähigkeit, sowohl Kohlenhydrate als auch Fett als Energielieferanten zu nutzen. Dadurch, dass wir heutzutage immer Zugang zu Nahrung haben und unserem Körper regelmässig Energie zuführen, obwohl alle Speicher schon längstens voll sind, hat unser Körper nicht die Möglichkeit, die bereits vorhandene Energie zu nutzen. Indem wir zwischendurch längere Essenspausen einlegen oder mehr Fett und Proteine zu uns nehmen, können wir problemlos ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme sehr hohe körperliche Leistung erbringen.

Indem er seinem Stoffwechsel beibrachte, flexibler zu sein, gewann Jan van Berkel gleich zweimal hintereinander den Ironman in Zürich und stellte einen neuen Schweizer Rekord auf Ironman-Distanz auf. Zu seiner täglichen Nahrung zählen viele fettreiche Lebensmittel wie Eier, Käse, Nüsse, Öle oder Butter. Auf weniger gute Fettquellen wie Margarine verzichtet er. Kohlenhydratreiche Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Beeren oder Bohnen isst er nach wie vor noch, jedoch viel weniger. Maximal 120 Gramm Kohlenhydrate nimmt er am Tag zu sich. «Kohlenhydrate sind ein Super-Benzin für den menschlichen Körper, die ich auch während der Wettkämpfe zu mir nehme.» Für ihn ist es jedoch nicht mehr vorstellbar, andauernd Kohlenhydrate und zuckerreiche Getränke zu konsumieren, wie er es früher tat. Heute kann er auch morgens mit nüchternem Magen Spitzenleistungen erbringen, was für ihn früher nicht vorstellbar war. «Und wahrscheinlich hat mich die Ernährungsumstellung auch vor Typ-2 Diabetes bewahrt», ergänzt Jan.

Fazit: Solange wir nicht wirklich hungrig sind, müssen wir wohl keine Angst vor zu wenig Energie während des Trainings haben. Stattdessen essen wir mal lieber nichts vor dem Training, um unsere bestehenden Energiespeicher richtig zu leeren, um dadurch noch leistungsfähiger zu werden. Und falls du doch eine kleine Stärkung vor dem Training brauchst, so probiere es mal mit einem halben Apfel und etwas Erdnussbutter.

(gss)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Olivia am 26.10.2019 15:10 Report Diesen Beitrag melden

    Es sind zwei paar Schuhe...

    ... ob man ein Training oder einen Wettkampf absolviert und es ist noch etwas ganz anderes, was man dazwischen für einen Ernährungsplan hat. Soviel dazu... dieser Artikel ist unpräzise !

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  • Wurst am 26.10.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hans

    Da wird einfach wieder mal etwas unfundiertes verzapft!

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  • Maria am 26.10.2019 15:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .... kein Quatsch ... ;-)

    Jan Van Berkel ist ein Profitriathlet und KEiN "Ottonormalo/Durchschnitt".... je erfahrener ein Atleth ist& auch wirklich auf seinen Körper "hören/verstehen/gutes Gspüri" hat, desto eher kann man so etwas machen/ ausprobieren..... Einfach JEDEM empfehlen er soll den Zucker beim Training weglassen.... kann mit der Zeit& Pensum mehr Schaden als Nutzen verursachen.... Sorry aber das geht NiCHT bei jedem.... je nach dem wieviel sich diese Person sonst noch im Alltag verausgabt, trainiert und arbeite (physisch sowie psychisch).... Man kann nicht alle in den selben Topf werfen ... +/- chli Individualität ist angesagt ;-)....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rexiie am 02.11.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Faszinierend. Aber nicht ausnahmslose Eignung!

    Da gebe ich dem Autor Recht. Es ist faszinierend, wie adaptationsfähig der Stoffwechsel ist. Allerdings kann es aus mentaler Sicht Sinn machen, routinemässig einen Pre-Workout-Snack zu essen, um sich zu "boosten". Zudem gibt es Leute mit mangelhafter Hungerwahrnehmung, so z.B. bei Essstörungen - solche Personen riskieren zu wenig zu essen und äusserst gefährliche Situationen (Bewusstlosigkeit, Zusammenbrechen, akute Elektrolytstörungen). Extreme gehen in alle Richtungen.

  • Ketarier am 01.11.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Energiekrise ohne Snacks = Alarmzeichen

    Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man ohne Snacks in eine Energiekrise reinrutscht, denn eigentlich sollte es für den Körper kein Problem sein, ohne Zwischenmahlzeiten auszukommen. Falls es damit Probleme gibt, ist man wahrscheinlich auf dem Weg zum metabolischen Syndrom! Da hilft am ehesten, den Kohlenhydratanteil zu senken und den Fettanteil zu erhöhen, denn die Ursache der Energiekrisenanfälligkeit ist ein Achterbahn fahrender Blutzucker, der aus einer Überreaktion der Insulnproduktion auf Kohlenhydratzufuhr resultiert.

  • Fachfrau am 30.10.2019 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein!

    Ein Hobbysportler mit einem Spitzenportler zu vergleichen macht keinen Sinn! Spitzensportler haben spezifische Ernährungspläne und arbeiten sich Schritt für Schritt daran hin, bis so etwas klappen kann. Für ein normalen Hobbysportler ist davon definitiv abzuraten!!!

  • Domi am 30.10.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fitness

    Das löst bei mir extreme Heisshungeranfälle aus! Ein Proteinshake vor dem Training verhindert das!

  • James am 29.10.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn!

    Apfel vor dem Training... GANZ SICHER! Die Säure ist ein No-Go!

    • Ellie am 30.10.2019 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @James

      Der Apfel verwandelt sich in Base beim Verdauen. Gewusst?

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