Champions League

27. November 2019 20:13; Akt: 28.11.2019 07:02 Print

Barça löst Achtelfinal-Ticket gegen BVB

Dortmund geht in Barcelona 1:3 unter und muss um den Platz im Achtelfinal bangen. Für Lucien Favre spitzt sich die Lage weiter zu.

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Der Arbeitsplatz von Trainer Lucien Favre bei Borussia Dortmund ist nach einer Gala von Lionel Messi immer stärker in Gefahr. Der kriselnde Bundesligist verlor am Mittwoch gegen Barcelona 1:3 und droht damit den Achtelfinal in der Champions League zu verpassen. Für Favre wird es damit immer enger, nachdem die Kritik in den letzten Wochen schon stark zugenommen hatte. Während Barça beim 700. Pflichtspiel von Messi das Weiterkommen perfekt machte, fällt für den BVB die Entscheidung erst im letzten Spiel am 10. Dezember gegen Slavia Prag und ist dabei auf Schützenhilfe von Barcelona im Spiel bei Inter Mailand angewiesen.

In Barcelona besiegelten Luis Suárez (29.), Messi (33.) und Antoine Griezmann (67.) vor 90 071 Zuschauern die verdiente BVB-Niederlage. Der Dortmunder Treffer von Jadon Sancho (77.) war zu wenig. Für den Unterschied sorgte mal wieder Messi, der bei seinem Jubiläum an nahezu allen Aktionen beteiligt war. Die Tore von Suárez und Griezmann legte der Argentinier mustergültig auf, den zweiten Treffer erzielte der Superstar nach Zuspiel seines kongenialen Partners aus Uruguay selbst. Es war bereits Messis 609. Treffer im Trikot der Blaugrana.

Messi schiesst das 2:0 für Barcelona. (Video: SRF)

«Wir haben kein schlechtes Spiel hingelegt, aber auch kein gutes. Barça war immer gefährlich mit Messi. Nach dem 0:1 hatten wir eine schlechte Phase, gekrönt von meinem Fehlpass. Das darf nicht passieren. Dann verliert man zurecht. Das wurmt mich», sagte Hummels und fügte hinzu: «In Topform ist Messi der beste Fussballer, den ich je gesehen habe. Sehr schwierig zu verteidigen, eine grosse Herausforderung, die wir nicht gemeistert haben. Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das ist schade.»

Sanchos Einzelleistung zum 1:3. (Video: SRF)

Für die Dortmunder Hintermannschaft blieb gegen Messi allzu oft nur die Statistenrolle. Dabei begann es ganz vielversprechend. Nach einem Fehler von Ivan Rakitic marschierte Achraf Hakimi Richtung Barca-Tor und legte nach gut einer Minute für Nico Schulz auf. Dessen Schuss klärte aber Samuel Umtiti auf der Linie für den schon geschlagenen Marc-André ter Stegen. Hakimi war anstelle des formschwachen Sancho ins Team gerückt. «Wir haben die Entscheidung getroffen und fertig», sagte Favre zur Aufstellung.

Nach dem frühen BVB-Ausrufezeichen verlagerte sich das Geschehen dann schnell in die andere Hälfte. In der 22. Minute hatten die Westfalen noch Glück, dass Suárez bei seinem Tor im Abseits stand. Den Pass hatte natürlich Messi gespielt. Sieben Minuten später half aber auch der Video-Schiedsrichter nicht mehr.

Barcelona geht durch Luis Suárez mit 1:0 in Führung. (Video: SRF)

Und der BVB? Die Dortmunder gaben sich nicht geschlagen und hatten durch Julian Brandt sogar eine Grosschance, als ter Stegen stark parierte (61.). Doch schon kurz darauf war das Spiel entschieden. Messi, der sogar Kopfball-Duelle im gegnerischen Strafraum gewann, legte für Griezmann den Ball bestens auf.

Griezmann markiert das 3:0 für Barcelona. (Video: SRF)

Video-Wirrwarr bei Slavia gegen Inter

Die Geschichte des VAR ist um ein Kuriosum reicher: Bei Slavia Prag gegen Inter jubelten die Italiener in der 35. Minute über das vermeintliche 2:0. Dann jedoch nahm Schiedsrichter Szymon Marciniak den Treffer nach Videobeweis zurück - und entschied stattdessen auf Penalty für Prag. Stefan de Vrij hatte zuvor Prags Olayinka im Strafraum am Fuss getroffen. Slavia-Captain Tomas Soucek verwandelte den Elfmeter - und voilà, stand es plötzlich nicht 0:2 sondern 1:1. Am Ende gewann Inter dennoch, mit 3:1.

Liverpool mit Unentschieden gegen Neapel

Titelverteidiger FC Liverpool muss bis zum letzten Spieltag der Champions League-Gruppenphase um den Einzug ins Achtelfinale kämpfen. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp kam an der heimischen Anfield Road gegen den SSC Neapel und dessen Coach Carlo Ancelotti nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Am letzten Spieltag kann Liverpool in Gruppe E nun noch hinter Neapel und Salzburg zurückfallen. Ein Unentschieden im letzten Gruppenspiel gegen die Österreicher würde Liverpool zum Weiterkommen reichen.

Neapel war nach 21 Minuten durch Dries Mertens in Führung gegangen, Dejan Lovren glich per Kopfball nach einer Ecke in der 65. Minute aus.


Die Highlights des 1:1 von Liverpool gegen Neapel. (Video: Teleclub)

Im Parallelspiel der Gruppe E liess Salzburg KRC Genk keine Chance. Beim Champions League-Debüt von Trainer Hannes Wolf setzten sich die Österreicher in Belgien mit 4:1 (2:0) durch, Genk steht damit als Gruppenvierter fest.

Spektakuläres Remis für Leipzig mit Mvogo

RB Leipzig hat durch zwei Tore von Emil Forsberg erstmals den Sprung in die K.-o.-Phase geschafft. Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann spielte gegen Benfica Lissabon 2:2. Die Portugiesen gingen durch Pizzi (20.) in Führung, Vinicius (59.) erhöhte nach einem Fehler von Lukas Klostermann auf 2:0. Goalie Peter Gulacsi verletzte sich beim Rettungsversuch und musste gegen den Schweizer Yvon Mvogo ausgewechselt werden. Den Anschluss stellte Forsberg (90.) mit einem Foulpenalty her, der 5 Minuten später auch zum 2:2-Endresultat traf. Haris Seferovic fehlte im Aufgebot der Portugiesen verletzungsbedingt.

Barcelona - Borussia Dortmund 3:1 (2:0)

SR: Turpin (FRA).

Tore: 29. Suarez 1:0. 33. Messi 2:0. 67. Griezmann 3:0. 77. Sancho 3:1.

Barcelona: ter Stegen; Sergi Roberto, Umtiti, Lenglet, Junior Firpo; Rakitic (78. Vidal), Busquets, De Jong; Messi, Suarez (91. Wague), Dembélé (26. Griezmann).

Dortmund: Bürki; Piszczek (76. Zagadou), Akanji, Hummels, Schulz (46. Sancho); Weigl (85. Götze), Witsel; Hakimi, Brandt, Guerreiro; Reus.

Bemerkungen: Barcelona ohne Piqué (gesperrt), Alba und Semedo (verletzt). Dortmund ohne Hitz (Ersatz), Delaney und Bruun Larsen (verletzt), Alcacer (krank). 88. ter Stegen lenkt Schuss von Sancho an die Latte.

Slavia Prag - Inter Mailand 1:3 (1:1)

SR: Marciniak (POL)

Tore: 19. Martinez 0:1. 37. Soucek (Foulpenalty) 1:1. 81. Lukaku 1:2. 88. Martinez 1:3.

Inter: Handanovic; Godin, De Vrij, Skriniar; Candreva, Vecino (80. Esposito), Brozovic, Valero (77. Gagliardini), Biraghi (76. Lazaro); Lukaku, Martinez.

Liverpool - Napoli 1:1 (0:1)

SR del Cerro (ESP).–Tore: 21. Mertens 0:1. 65. Lovren 1:1.

Liverpool: Alisson; Gomez (57. Oxlade-Chamberlain), Lovren, Van Dijk, Robertson; Henderson, Fabinho (19. Wijnaldum), Milner (78. Alexander-Arnold); Salah, Firmino, Mané.

Napoli: Meret; Maksimovic, Manolas, Koulibaly, Rui; Di Lorenzo, Allan, Zielinski (85. Younes), Ruiz; Mertens (81. Elmas), Lozano (72. Llorente).
Bemerkungen: Liverpool ohne Shaqiri (Ersatz), Matip und Clyne (verletzt). Napoli ohne Insigne, Milik und Malcuit (alle verletzt).


Genk - Salzburg 1:4 (0:2).


SR Gestranius (FIN).–Tore: 43. Daka 0:1. 45. Minamino 0:2. 69. Hwang 0:3. 85. Samata 1:3. 87. Haaland 1:4.

Leipzig - Benfica Lissabon 2:2 (0:1)

SR Manzano (ESP).–Tore: 20. Pizzi 0:1. 59. Vinicius 0:2. 89. Forsberg (Foulpenalty) 1:2. 96. Forsberg 2:2.–Bemerkungen: Leipzig mit Mvogo (ab 64.). Benfica Lissabon ohne Seferovic (verletzt).

(dpa)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • posti am 27.11.2019 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    Peinliches Dortmund

    Schade. Favre schafft es immer wieder innert kürzester Zeit nach Amtsantritt seine Mannschaften nach oben zu führen. Warum nur gelingt es ihm nicht, dann auch da oben zu bleiben. Überall dasselbe Muster: Hertha, Mönchengladbach, Nizza und jetzt Dortmund. Woran liegt das nur? Dabei würde ich es ihm wirklich gönnen!

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  • Visca el Barca am 27.11.2019 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Messi

    Messi einfach der beste Spieler, der je einen Fusballplatz betreten hat. Punkt.

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  • ZICO am 27.11.2019 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts als Flaschen

    Eine Ansammlung von gelben Flaschen! Hummels, Schulz und Brandt, wer die verpflichtet hat sollte in Dortmund Stadionverbot bekommen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Arievilo am 28.11.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • EX Knacki Uli am 28.11.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach zu erklären!

    Der gute Lucien bleibt halt doch nur ein guter 1 Jahres Trainer, nach einem Jahr kommt nichts mehr, ausser Unruhen und Angsthasen Fussball und richtig erklären kann LF das auch nicht! Das hat sich nun wieder bestätigt, so kann der BVB nur hoffen, dass Lucien wie schon so oft, freiwillig die Koffer packt!

  • Ruhrer am 28.11.2019 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlescht

    Nach dem 1:0 ist der BVB zerfallen. Hummels mit dem dümmsten Fehlpass seit Jahren. Verteidigung desorganisiert, irgendwie auch seit Hummels wieder beim BVB ist. Und der arme Akanji.

  • Simon am 28.11.2019 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Falschaussagen

    Hier behaupten gleich mehrere Leute, dass Favre seine Mannschaft jeweils nur zu Beginn nach oben führt und danach nichts mehr kommt. Das ist falsch: Beim FCZ wurde er 2003 zum Trainer, Meister wurde er aber erst 2006 und 2007. Bei Gladbach erreichte er in seiner ersten (vollständigen) Saison den 4. Platz. In der zweiten Saison dann den 8. Platz, in der dritten den 6. Platz und in der vierten dann mit Platz 3 das beste Ergebnis.

    • Heugümper am 28.11.2019 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simon

      Man kann es auf den Punkt bringen: Absolut NICHTS erreicht!

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  • Drazen am 28.11.2019 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Spieler nicht spielen

    Da nützt der beste Trainer nix wenn die Spieler keine Lust am Spiel mehr haben.