Dortmunds Talfahrt

14. Februar 2019 10:56; Akt: 14.02.2019 11:18 Print

Bürki kritisiert nach Pleite seine Vorderleute

von Tim Zimmermann - Nach dem 0:3 gegen Tottenham bemängelt der Goalie Einstellung und Kampfgeist seiner Mannschaftskameraden. Die Probleme sind schon länger ersichtlich.

Nach der Niederlage gegen Tottenham spricht BVB-Keeper Roman Bürki Klartext. (Video: Teleclub)
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Der Februar ist bisher nicht der Monat der Borussia aus Dortmund. Die Formkurve der Dortmunder zeigt steil nach unten. Vier Spiele ohne Sieg, jeweils drei Gegentore in den letzten drei Partien und zwei Niederlagen innerhalb einer Woche – gleich viele wie in der gesamten Hinrunde – sprechen eine deutliche Sprache.

Nach der 0:3-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Tottenham Hotspur könnte sich das Team von Lucien Favre – nach dem Aus im DFB-Pokal vor einer Woche – auch bald von der europäischen Bühne verabschieden. Bei den schwarz-gelben Überfliegern der Hinrunde macht sich Angst breit. Angst, eine bis Ende Januar hervorragende Saison innerhalb weniger Wochen zu ruinieren, falls man nicht schnell wieder in die Spur findet.

Gut, man kann sagen, das Team hat Verletzte zu beklagen. Am Mittwoch waren dies Reus, Weigl, Alcácer, Piszczek und der rekonvaleszente Manuel Akanji. Doch das lässt (zumindest) Keeper Roman Bürki nicht als Ausrede gelten. Nach der Hinspiel-Niederlage nimmt der Torhüter, der bei den Gegentreffern machtlos war, kein Blatt vor den Mund: «Wir hatten kaum Chancen. Immer wenn es gegen robuste Mannschaften geht, haben wir unsere Probleme, weil wir nicht dagegenhalten können.» Das Problem fängt für Bürki in der Offensive an: «Wir haben vorne keinen robusten Spieler, der die Bälle halten kann.»

Götze unterlegen, die Flügel lahmten

In der Spitze spielte Mario Götze. Nach den Ausfällen von Marco Reus und Edeljoker Paco Alcácer hatte Trainer Favre auch keine grosse Auswahl im Sturmzentrum. Den Ersatzleuten Jacob Bruun Larsen und Maximilian Philipp fehlt schlicht die Spielpraxis – und ein Champions-League-Achtelfinal ist nicht die Partie, um die beiden diese sammeln zu lassen. So war Götze gesetzt.

Der Techniker hat nicht die Statur eines klassischen Mittelstürmers, ist nicht der Stürmer, der den Ball am Strafraum mit dem Rücken zum Tor festmacht. Götze hatte gegen die gross gewachsenen Tottenham-Verteidiger Verthongen, Alderweireld und Sanchez meistens das Nachsehen. Und von den Aussenpositionen erhielt er auch kaum Unterstützung. Christian Pulisic auf links machte eine äusserst schwache Partie. Am rechten Flügel vermochte Youngster Jaden Sancho zumindest in der ersten Halbzeit für etwas Wirbel zu sorgen, ehe er in der zweiten komplett untertauchte.

«Wir setzen uns einfach nicht durch»

Auch in der Defensive sprach Bürki Fehler deutlich an: «Es kann nicht sein, dass wir in den vergangenen Wochen so viele Gegentore nach Standardsituationen kriegen.» Das sei nicht gut verteidigt. «Wir setzen uns einfach nicht durch. Wir müssen da rigoros verteidigen.» Er meint unter anderem den dritten Gegentreffer: Nach einem Corner von Eriksen köpfte der eingewechselte Llorente im Fünfmeterraum ziemlich ungehindert zum 3:0 ein. Drei Minuten zuvor hatte Verthongen für die Londoner erhöht.

Der Doppelschlag in der Schlussphase macht das Weiterkommen für die Borussen nun zu einer Herkulesaufgabe. Am Montag ist Nürnberg, 17. der Bundesliga, nächster Gegner. Ein Sieg ist Pflicht im Meisterschaftsrennen – fünf Punkte Vorsprung haben die Borussen derzeit auf die Bayern. Danach warten das wiedererstarkte Leverkusen und der FC Augsburg. Alles Gegner, an denen sich der BVB aufbauen könnte. Und was das Rückspiel gegen Tottenham angeht – da dürften alle Borussen froh sein, dass es erst am 5. März über die Bühne geht. Spätestens dann ist zumindest die Februar-Talfahrt überstanden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minnie Mouse am 14.02.2019 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwaches Spiel vom BVB

    Das war ja eine total verpennte zweite Halbzeit von Dortmund! Und so eine Mannschaft will Erste der Bundesliga sein? Kann den Frust von Bürki nachvollziehen!

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  • Dk10 am 14.02.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bvb

    Also ich höre eigentlich nur das er seine hinterleute zurecht kritisiert und nicht die vorderleute. Seit vielen jahren hat dortmund dieses problem mit der abwehr und dem offensiven spiel. Resultate wie 4:4, 3:3 oder ähnliches gehören leider nicht zu einem topklub der konstante leistungen zeigt

  • Sumawuki am 14.02.2019 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sieht das Favre nicht

    Das Interview von Bürki nach dem Spiel hat den Nagel auf den Kopf getroffen. So sagte er deutlich, die Probleme zeigen sich schon täglich im Training. So wird das nichts mit Deutscher Meister.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ace Vegas am 14.02.2019 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Bürki, immer die anderen

    Bürki ist selber ein Teil des Problems

  • Joe frangelico am 14.02.2019 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Götze ist eine Fehlbesetzung im Sturm

    • KvB am 14.02.2019 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joe frangelico

      Götze ist wieder in top Form. Mit leichten Spielern funktioniert das System einwandfrei, wenn mindestens. 2 vom Standardkader auch dabei sind. Dann kann man auch Tottenham leerlaufen lassen. Bei der gestrigen Aufstellung ohne die Verletzten, wäre ein Brecher wie Lewandowski, Gomez von Vorteil gewesen. Zwar war Müller selig und andere auch klein. Sogar unser Shaq ist klein. Aber das sind kräftige Typen. Messi ist allein ohne seine Mitspieler auch nicht immer top. Aber das weiss Lucien Favre alles auch und muss die Besserwisser bei 20. Min. nicht fragen.

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  • Sumawuki am 14.02.2019 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sieht das Favre nicht

    Das Interview von Bürki nach dem Spiel hat den Nagel auf den Kopf getroffen. So sagte er deutlich, die Probleme zeigen sich schon täglich im Training. So wird das nichts mit Deutscher Meister.

    • KvB am 14.02.2019 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sumawuki

      FC Bayern haben in Sachen Spielermaterial die letzten 2 Jahre Riesenfehler gemacht. Das sind keine Anfänger. Ein Boateng oder Hummels mögen noch so kräftig sein, die werden auch von kleinen flinken Stürmern locker umlaufen. Das Stellungsspiel der BVB Verteidigung war katastrophal. Juniorenlässig. Hier fehlt es ganz klar an der Spielintelligenz und dem Lesen des Spiels.

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  • Dortmunder am 14.02.2019 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Typisch Schweizer ... wenn's nicht läuft, sind immer die anderen schuld. Bürki ist Teil eines Teams, das zusammen gewinnt und zusammen verliert. Sein Angriff auf seine Mitspieler disqualifiziert ihn einmal mehr als schlechten Verlierer.

    • Der Typische am 14.02.2019 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dortmunder

      Er sollte das lassen. Punkt. Das mit dem "typischen Schweizer" kannst du ruhig weglassen.

    • Balmer am 14.02.2019 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dortmunder

      Ir könnt ja froh sein das Ihr den bürki habt sonst würde es noch dunkler aussehen. Auch bürki ist nicht schuldlos am 0:3 5meterraum ist hoheitgebiet des torhüters.

    • Dondo am 14.02.2019 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dortmunder

      Sorry, aber mit dem was er gesagt hat, hat er völlig recht. Anhand der letzten Spiele doch deutlich zu erkennen, das die Abwehr zu wenig macht. Mich stört viel mehr ihre Aussage. Warum typisch Schweizer? Würde er kein Kommentar geben, hiesse es arroganter Schweizer? Würde er die Schuld auf sich nehmen hiesse es Heulsuse? Er legt den Finger in die Wunde! Weshalb dann eine Nation verurteilen? Ich glaube die Mannschaft kommt mit dieser Kritik klar. Vielmehr haben sie ein Problem damit. Soll ich jetzt sagen, typisch Dortmund Fan? Es scheint nicht immer die Sonne im Leben. Mach das beste draus...

    • KvB am 14.02.2019 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dortmunder

      Er ist der beste BL- Hüter und kann das Spiel sehr gut lesen. Seine Aussagen haben immer Hand und Fuss. Hat doch nichts mit Schweizer zu tun. An welcher Kurve stehen Sie, oder sind Sie am Bierstand?7

    • Andy am 19.02.2019 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      Denken und dann reden

      Auch hier, vielleicht etwas fachmännischer denken und nicht prolomässig argumentieren. Hilft Dortmund mehr. Und vielleicht mal mehr zusammenstehen. Selbstzerfleischung bringt gar nichts. Doch, den Bayern, die freuen sich.....

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  • premierleague am 14.02.2019 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    go spurs

    Mein Gott was für einen Titel wieder von euch!! Wo kritisiert er seine Leute? Wen du in drei Spielen hintereinander 3 Tore kassierst ist der Fall klar woran es liegt.. Und bürki sollte sowieso ruhig sein mit seinen Flops die er shon oftmals hatte. So wirds def. nix mit dem meistertitel

    • Fussballfan am 14.02.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @premierleague

      Ich muss nur den halben Text lesen und merke schon, dass sie entweder absolut keinen Plan von Fussball haben oder die Spiele nicht geschaut haben. Bürki hatte selten irgendeine Chance bei den Gegentoren, weil seine Vorderleute gepennt haben. Durch ihn haben sie oft nicht noch mehr Gegentore erhalten

    • Analyst am 14.02.2019 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Achtung mit Kritik

      Vor nicht langer Zeit,war Bürki der Flop-König der Buli.Da sind seine Mitspieler hinter ihm Gestanden.Das dürfte einigen nicht Gefallen.

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