Nach CL-Aus

14. August 2019 09:36; Akt: 14.08.2019 12:21 Print

Mit Ajeti hat der FCB seine Effizienz verloren

von Tilman Pauls, Linz - Chancen gab es im Rückspiel gegen Linz genug – allerdings trafen die Basler ohne ihre erfahrenen Stürmer das gegnerische Tor einfach nicht.

Effizient ist anders: Kemal Ademi, später immerhin noch Torschütze, köpfelt den Ball via Boden an die Latte. (Video: Teleclub)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Natürlich gab es gute Gründe für die Spieler und den Trainer des FC Basel, nach dem 1:3 gegen Linz nochmal über die 39. Minute zu sprechen. Die Szene, als Valentin Stocker im Strafraum eine Flanke von Noah Okafor verpasste, von Goalie Alexander Schlager von den Beinen geholt wurde und anschliessend wie ein Fisch im Tornetz lag. «Da hätten wir einen Penalty bekommen müssen», sagte Marcel Koller nach dem Spiel trocken.

Aber ob das etwas an der Niederlage des FC Basel geändert hätte?

Denn eigentlich hatte das Team ja genug Chancen, um sich auch ohne einen Elfmeter für die Playoffs zur Champions League zu qualifizieren: 10 FCB-Abschlüsse verzeichneten die Statistiker am Dienstagabend, fünf Mal schossen die Basler direkt auf das LASK-Tor. Beides sind Höchstwerte in den vier bisherigen europäischen Auftritten dieser Saison.

Das Problem in Linz war nur: Die Basler trafen das Tor einfach nicht. Vor der Halbzeit scheiterte Kemal Ademi an der Latte. Dann verpasste der Stürmer mit einem Kopfball aus bester Position die Führung, auch Stocker liess eine gute Chance ungenutzt. Nur 20 Prozent der Abschlüsse fanden am Ende des Abends den Weg ins gegnerische Tor, im Hinspiel waren die Basler mit einer Quote von 25 Prozent nur unwesentlich besser.

Und genau in dieser Kategorie liegt der entscheidende Unterschied zu den beiden Partien gegen den PSV Eindhoven, den besten Auftritten des FCB in dieser Saison. Dort nutzte das Team 66 Prozent seiner Chancen und war damit schon fast gespenstisch effizient. In diesen beiden Spielen konnten die Basler allerdings auch noch auf die Dienste von Albian Ajeti und Ricky van Wolfswinkel zählen, die beiden erfahrenen Stürmer, die je einen Treffer gegen die Holländer erzielten. Gegen den LASK fehlten nun beide: Ajeti ist zu West Ham United gewechselt, Van Wolfswinkel fällt mit einer Hirnerschütterung aus.

Natürlich ist nicht gesagt, dass die Basler in Linz mit einem der beiden Stürmer gewonnen hätten. Aber ihre Chancen wären vermutlich grösser gewesen. Oder ist es Zufall, dass der FCB in den drei Spielen mit Ajeti die mit Abstand beste Quote erreichte? Und nachdem Sportchef Ruedi Zbinden bestätigt hat, dass die Basler vorerst nicht auf den Abgang von Ajeti reagieren, könnte der Club diesen Plan angesichts der Ausbeute aus den Spielen gegen den LASK ja vielleicht nochmal überdenken.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anderweitig am 14.08.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Investieren

    Mit Ajeti hat der FCB nicht nur seine Effizienz verloren, sondern seine Idee, WIRKLICH was reissen zu wollen und nicht nur dem Geld nachzurennen. Damit hat sich wieder mal bestätigt, was wirklich läuft beim FCB. Jeder Präsi mit ein wenig Enthusiasmus hätte ihn entweder behalten oder im Voraus einen Knaller (wo bleibt die super Einkaufspolitik von früher??) aus Südamerika oder so geholt. Burgener sollte sich zum Wohle des Schweizer Fussballs einen Käufer suchen, dem wirklich was am Sport liegt.

  • Gregor Primus am 14.08.2019 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Beobachter

    Statt etwas mehr Geld ausgeben um Spieler wie Ajeti halten zu können. Auch nur für ein weiteres Jahr wenn möglich, wählt man den ineffizientesten Weg. Kassiert ein Butterbrot und muss wieder die Wasserträger Arbeit leisten um bestenfalls einen valablen Ersatz finden zu können. Was im Endeffekt wahrscheinlich teurer sein dürfte. Wenn ich so wirtschaften würde, müsste ich wohl sehr bald den Konkurs anmelden.

  • Ephraim Sarasin am 14.08.2019 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, ...

    ...man hat die Effizienz nicht verloren, man hat sie verkauft!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Begovic am 10.09.2019 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    RS Belgrad

    Und mein Roter Stern spielt in der Champions League !!

  • Swissman73 am 21.08.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    1. April heute ? Irgendwie nicht oder..?

    Haben die Basler einen neuen Heilsbringer verloren oder was? Bei Augsburg kläglich gescheitert und nun in der PL noch keine Minute gespielt. West Ham ist halt nicht Basel, da etwas mehr Konkurrenz. Obwohl die Konkurrenz genausowenig Weltklasse hat, wird er nur sporadisch spielen, wenn überhaupt. Er ist sicher bald wieder da... Oder günstig zu haben.

  • Fredy Krass am 16.08.2019 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Tauchstation

    Der Burgerking muss jetzt sein Portemonnaie zücken oder er treibt den FCB in die Challenge League!

  • Fredy Krass am 16.08.2019 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die fremden Fans freuen sich

    Jetzt ist auch noch van Wolfswinkel ausser Gefecht gesetzt. Der FCB kann jetzt nur noch retten was möglich ist. YB reibt sich das Händchen und der Rest hier blüht in Shitstorm auf.

  • Marco am 15.08.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist doch

    offensichtlich bis jetzt kein Pflichtspiel ohne Gegentore. Aber eben da meint man(n) dass man die beiden routinierten Innenverteidiger Zambrano und Suchy ziehen lassen kann, nur weil Sie die Lohnkosten angeblich zu stark strapazieren und Sie mit zwei Jungen ersetzen. Das gleiche gilt für den Sturm kein adäquater Ersatz für Albjan Ajeti Nein so holt man keine Titel.