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Lieber Phil Geld

07. Mai 2012 08:10; Akt: 23.06.2012 13:17 Print

Kapital auszahlen statt Rente beziehen

Die Diskussionen um tiefere Umwandlungssätze verunsichern. Ist es vorteilhaft, sich sein Vorsorgekapital bei der Pensionierung auszahlen zu lassen?

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Die tiefen Zinsen der Pensionskassen sind vielen ein Dorn im Auge. (Bild: Keystone/Alessandro Della Valle)

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Lieber Phil Geld,
Ich spiele mit dem Gedanken, das angesparte Vorsorgegeld der 2. Säule bei meiner Pensionierung zu beziehen und selber zu verwalten. Ist das eine gute Idee? Mich verunsichern die Diskussionen um drohende Rentenkürzungen, falls meine Pensionskasse zu einem Sanierungsfall werden sollte.

Lieber Peter
Fälle, in denen Rentner mithelfen müssen, die Pensionskasse zu sanieren, sind zum Glück (noch) extrem selten. Möglicherweise spekulierst du aber darauf, mit dem Kapital als Vermögensanlage eine bessere Rendite zu erzielen als dies mit dem Rentenbezug möglich wäre.

Solide Kenntnisse in Finanzangelegenheiten und langjährige Erfahrungen sind dafür Voraussetzung. Gerade das Aktien-Portfolio kann zeitweise stark schwanken. Man darf hier nicht die Nerven verlieren und zu hohe Risiken eingehen. Du musst dir immer vor Augen halten: Hohe Renditen gehen leider oft auch mit hohen Risiken von Verlusten einher.

Für den Kapitalbezug des Altersguthabens sprechen die finanzielle Flexibilität und die Möglichkeit der vollen Begünstigung des Partners oder der Nachkommen im Rahmen des Erbrechts. Pensionskassen zahlen nämlich nur etwa zwei Drittel der Altersrente des verstorbenen Ehepartners als Witwen- oder Witwer-Rente aus.

Für die lebenslange Rente spricht die Sicherheit. Wer in guter Gesundheit ist und noch lange von der Rente leben darf, der profitiert von diesem Vorsorgesystem.

Für den Kapitalbezug kommen auch eher Personen in Frage, die ein überdurchschnittlich hohes Altersguthaben besitzen. Sie können höhere Risiken eingehen. Für diese Gruppe schlage ich den Königsweg vor: Die Hälfte des Guthabens als Kapital beziehen. Doch aufgepasst: Nicht bei allen Pensionskassen ist ein Kapitalbezug von 50 Prozent oder sogar 100 Prozent möglich. Das Gesetz schreibt nur vor, dass die Kassen mindestens 25 Prozent auszahlen müssen.

Informiere dich frühzeitig bei deinem Arbeitgeber. Zudem ist eine Voranmeldung für den Bezug erforderlich - bei einigen Kassen von bis zu drei Jahren. Beachte auch, dass bei der Auszahlung eine Steuer fällig wird, die je nach Kanton unterschiedlich hoch ausfällt.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pragmatiker am 07.05.2012 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Teuerung nicht vergessen!

    Weil wir im Moment sehr tiefes Zinnsniveau haben, wird die zukünftige Teuerung oft vergessen! Die wird nämlich von den PK's NICHT ausgerichtet. So hat man heute z.B. 1'000 SFR Rente und bei einer Teuerung von durschnittlich 3% hat man in 20 Jahren nominal immer noch 1'000 SFR ist aber nur noch 560 SFR Wert. Einfach mal Excel nehmen und durchrechnen...

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  • Marco am 07.05.2012 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Immobilie

    Kauf dir ein fein Häuschen oder ne schöne Wohnung und bezahle sie ab. Wenn du im Alter für wenige 100 Franken Unterhalt pro Monat wohnen kannst, bleibt dir von deinem Einkommen, egal wie hoch es ist, grundsätzlich mehr für das restliche Notwendige. Leute, die lieber der Bank mehr Zinsen bezahlen, damit sie ein wenig steuern sparen können, betrügen sich selbst. Einerseits sparen sie oft weniger Steuern als sie mehr Zinsen bezahlen und andererseits sind sie Teil des Staates... nicht aber der Bank.

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  • Rodolfo Padella am 07.05.2012 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Rentenbezug ergibt höhere Steuern

    Viele angehende Rentner haben wenig Ahnung wie man bei cleverem und legalem Kapitalbezug Steuern sparen kann, verschweige noch von Anlagestrategien und Vermögensverzehr. Manche planen ihren 14 Tage Urlaub mit mehr Aufwand als die bevorstehende Pensionierung und das Erwachen kommt danach!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peschä am 07.05.2012 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Witwe(n/r)-Renten

    Witwe(n/r)-Renten sind sehr unfair gegenüber Alleinstehenden. Statistisch steigt die Rentenbezugsdauer drastisch an, wenn immer die längerlebende Person eines Paares weiterhin Geld aus der PK einer verstorbenen Person erhält.

  • Alexander der Grosse am 07.05.2012 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bericht des Bundesrates

    Kapitalbezuege: 2.4.3.2 Lösungsansatz C.1: Status quo fur Kapitalbezuge (inkl. WEF) : Keine Option 2.4.3.3 Lösungsansatz C.2: Kein Kapitalbezug (inkl. WEF) des obligatorischen Altersguthabens, aber Möglichkeit des vollständigen Kapitalbezugs des uberobligatorischen Altersguthabens: Eine Opttion........ Und so geht es weiter bis Ansatz C7. Kann jeder nachlesen unter : Bericht des Bundesrates zuhanden der Bundesversammlung uber die Zukunft der 2. Säule. bsv.admin.ch

  • Rodolfo Padella am 07.05.2012 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Rentenbezug ergibt höhere Steuern

    Viele angehende Rentner haben wenig Ahnung wie man bei cleverem und legalem Kapitalbezug Steuern sparen kann, verschweige noch von Anlagestrategien und Vermögensverzehr. Manche planen ihren 14 Tage Urlaub mit mehr Aufwand als die bevorstehende Pensionierung und das Erwachen kommt danach!

  • gugusli am 07.05.2012 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    Geld muss erwirtschaftet werden!

    Gerade den kleinen Leuten wird "von Links" immer wieder vorgegaukelt, die Pensionskassen würden unsere Renten "klauen"! - Dann versuchen diese Leute, ihr Kapital selbst zu verwalten... In der heutigen Zeit kein einfaches Unterfangen: das Geld fällt nicht vom Himmel! Aber das begreifen viele Sozis nicht!

  • Pragmatiker am 07.05.2012 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Teuerung nicht vergessen!

    Weil wir im Moment sehr tiefes Zinnsniveau haben, wird die zukünftige Teuerung oft vergessen! Die wird nämlich von den PK's NICHT ausgerichtet. So hat man heute z.B. 1'000 SFR Rente und bei einer Teuerung von durschnittlich 3% hat man in 20 Jahren nominal immer noch 1'000 SFR ist aber nur noch 560 SFR Wert. Einfach mal Excel nehmen und durchrechnen...

    • Jojo am 07.05.2012 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Excel

      Jeden Tag excel, damit mein Geld gut angelegt ist, das erspare ich mir und nimm die Rente.

    • Supermario am 07.05.2012 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Und der Inflationsausgleich im Lohn???

      Hast wohl vergessen, dass die 3% Inflation idR auch lohmässig ausgeglichen würden und damit auch pensionskassenmässig eingekauft würden! Damit stimmt die ganze Entwertungsgeschichte nicht mehr.

    • Pragmatiker am 07.05.2012 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Eben nicht...

      Excel ist nur für diejenigen, die meinen "Rente" sei etwas sicheres Solche "Jojos" bekommen halt Jahr für Jahr weniger.

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