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Lieber Phil Geld

28. Dezember 2015 16:56; Akt: 28.12.2015 16:56 Print

Muss ich nicht verlangte Arbeiten bezahlen?

Lena (33) brachte ihr Auto für einen Batteriewechsel in die Garage. Der Garagist verrechnete ihr dabei noch zusätzliche Leistungen. Muss sie die nun bezahlen?

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Reparaturen für die Betriebssicherheit des Autos muss der Kunde bezahlen. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Da mein Auto nicht mehr das jüngste ist, musste die Batterie gewechselt werden. Als ich die Rechnung des Garagisten genauer studierte, weil diese mir extrem hoch erschien, stellte ich fest, dass einige von mir nicht in Auftrag gegebene Arbeiten vorgenommen wurden. So etwa wurde mir das Auffüllen des Scheibenwischerwassers sowie Reinigungsarbeiten im Innern des Autos in Rechnung gestellt, obwohl ich nicht danach verlangt hatte. Muss ich diese Kosten nun wirklich tragen?

Liebe Lena

Grundsätzlich müssen Konsumentinnen und Konsumenten nur für diejenigen Leistungen zahlen, die sie effektiv auch in Auftrag gegeben haben. Führt – wie hier im vorliegenden Fall – ein Garagist Arbeiten ohne Auftrag aus, so kann der Kunde die Bezahlung verweigern. Der Garagist kann nur dann auf einer Bezahlung beharren, wenn er beweisen kann, dass der Kunde die von ihm vorgenommenen Arbeiten tatsächlich auch gewünscht hat.

Anders sieht es allerdings aus, wenn der Garagist während des Services bzw. der Reparaturarbeiten Mängel oder Schäden festgestellt hat, die für die Betriebssicherheit notwendig sind, wie zum Beispiel ein defekter Ölfilter. Liegt eine solche Arbeit im Interesse des Kunden – was bei der Betriebssicherheit eines Autos überwiegend der Fall sein wird – so muss der Kunde auch dafür bezahlen. Der Garagist muss jedoch auch hier wiederum beweisen, dass die Reparatur oder der Austausch der Sache tatsächlich notwendig war.

Das Auffüllen des Scheibenwischerwassers sowie das Reinigen des Innenraums eines Fahrzeugs mögen zwar ein guter Service sein, sind jedoch nicht betriebsnotwendige Arbeiten. Da aber der Behälter des Scheibenwassers wieder voll ist, kann der Garagist darauf bestehen, dass das aufgefüllte Scheibenwasser bezahlt wird. Nicht verlangen kann er allerdings ein Entgelt für die Arbeit des Auffüllens an sich sowie für die Reinigungsarbeiten im Inneren des Autos.

Bei sogenannten Auftragsüberschreitungen durch den Beauftragten muss der Auftraggeber höchstens für die Materialkosten, nicht aber für den Arbeitsaufwand aufkommen. Wurde eine Arbeit ausgeführt, die überhaupt keinen Sinn ergibt (sogenannte überflüssige Arbeiten), so schuldet der Kunde sogar nur einen reduzierten Materialwert. Der Kunde kann auch verlangen, dass sinnlos vorgenommene Arbeiten rückgängig gemacht werden. Das geht allerdings nur, wenn das noch möglich ist.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ardi am 28.12.2015 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abzockerei

    Nur eine Abzockerei, hatte auch das Problem aber ich war klüger als die Garage , ich habe 1 Tag vorher alle Flüssigkeiten Kontrolliert und Nachgefüllt, bei der Rechnung waren alle Flüssigkeiten aufgelisstet obwohl nichts gemacht wurde, die Antwort der Garage war sehr einfach: die Flüssigkeiten sind automtisch im System hinterlegt und somit kommt das Automatisch auf der Rechnung. Das ist nur eine Frechheit.

  • Simon am 28.12.2015 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser verrechnet

    Ich hatte am abend vor dem Service EXTRA scheibenwischwasser bis zum maximum nachgefüllt. Trotzdem hat mir die Garage 20 sfr dafür verrechnet. Meiner meinung nach ist das ein Armutszeugniss für einen Betrieb.

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  • ExMech am 28.12.2015 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst bei "nötigen" Arbeiten fragen !

    Ich werwarte dass mich mein Mech auf jeden Fall vorher informiert, bevor er irgendwetwas macht was nicht abgsprochen war, und sei es noch so für die Betriebssicherheit notwendig . Ein Anruf genügt ! Es gibtnämlich durchaus Sachen die ich selber erledigen kann/will oder ich die Ersatzteile dafür weitaus günstiger kriege. Und der Ölfilter war jetzt ein sehr schlechtes Beispiel. Dem sieht man nämlich nicht an ob der jetzt gleich unbedingt gewechselt werden muss oder ober noch ne Weile tut. Und Ölfilterwechsel ohne Ölwechsel ist eh wie frische Unterhosen anziehen ohne sich den Hintern zu putzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Asp am 09.01.2016 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seriöse Garagen

    Mein Garagist reinigt das Auto gratis. Das ist Service! Wenn er was zusätzliches sieht, ruft er zuerst an und fragt, ob er dies erledigen soll. Das ist eine seriöse Garage!

  • Rolf am 31.12.2015 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen

    Sucht eine serioese Garage der ihr vertruen koennt. Ich vetraue meiner Garage.

  • ex Automech am 30.12.2015 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    TCS: Test Club der Schweiz)

    Es sollte eine (staatliche) Organisation gegründet werden, die sporadisch ihre eigenen Autos und/oder die Autos von Mitgliedern benutzen, um die Werkstätten zu testen. Anders ist solchen Betrieben nicht bei zu kommen. Der einzelne Automobilist ist nämlich denen hilflos ausgeliefert.

  • Must! am 30.12.2015 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen ist ein muss!

    Ganz klar. Sagt der/die Auftraggeber/in man solle ein Service am Auto durchführen und nichts zusätzliches antworten, so darf der Garagist auch alle für ihn notwendingen Teile ersetzen. Insofern deutlich gesagt wird, dass die Batterie gewechselt werden soll. So darf der Garagist nichts anderes am Fahrzeug machen!!!!! Der Kunde könnte ja einen anderen Garagisten kennen, dem er gerne die Arbeit geben möchte, sein Fahrzeug auf den "neusten" Stand zu bringen. Davon sollte jeder Garagist ausgehen.

  • Privater am 30.12.2015 12:35 Report Diesen Beitrag melden

    So nicht!!

    "Da aber der Behälter des Scheibenwassers wieder voll ist, kann der Garagist darauf bestehen, dass das aufgefüllte Scheibenwasser bezahlt wird." Bin ich überhaupt nicht einverstanden, Herr "Phil Geld". Es wurde nicht darum gebeten, dass es aufgefüllt wird, oder habe ich mich verlesen? UND "wahrscheinlich" verlangt der Garagist 3-4 Franken pro Liter Waschwasser, welches ich im Geschäft für weniger bekomme. Also zwingt er sein Waschwasser dem Kunden auf. Es gibt 2 varienaten. Ich würde eine neutrale Einzahlunggschein nehmen und nur die Batterie bezahlen. Das ist eben die Schweiz heute...

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