BLOG
Phil GeldPhil Geld

Immer knapp bei Kasse? Finanzexperte Phil Geld weiss, wie Sie Ende Monat mehr auf der hohen Kante haben. Der Geldratgeber von 20 Minuten Online gibt Spartipps, entlarvt Abzockerangebote und weiss Rat in Versicherungsfragen.

Zurück zur Blog Übersicht

Lieber Phil Geld

21. Juni 2014 20:31; Akt: 21.06.2014 20:31 Print

Gekündigt – was passiert mit dem 13. Monatslohn?

Thomas (22) wurde innerhalb eines Jahres gekündigt. Nun erhält er keinen 13. Monatslohn. Darf der Chef diese Einschränkung machen?

storybild

In einer vertraglichen Vereinbarung kann der Arbeitgeber die Auszahlung des 13. Monatslohns bei einer Kündigung im ersten Arbeitsjahr ausschliessen. (Bild: Colourbox)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Lieber Phil Geld
Mein Arbeitgeber hat mir nach elf Monaten gekündigt. Bis zum Ende der Kündigungsfrist werde ich mehr als ein Jahr in der Firma gearbeitet haben. Im Arbeitsvertrag steht, dass ich einen 13. Monatslohn nur dann erhalte, wenn mir nicht innerhalb des ersten Jahres gekündigt wird. Ist das vom Gesetz her zulässig?

Lieber Thomas

Der 13. Monatslohn ist im Gesetz nicht erwähnt. Bei Streitigkeiten greifen die Gerichte deshalb meist auf die Regelung der Sondervergütungen im OR zurück (Art. 322d OR).
Für den Fall einer Kündigung ist dort festgehalten: «Endigt das Arbeitsverhältnis, bevor der Anlass zur Ausrichtung der Sondervergütung eingetreten ist, so hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf einen verhältnismässigen Teil davon, wenn es verabredet ist.» Grundsätzlich besteht also nur ein Anspruch auf eine Sondervergütung, oder einen Anteil davon, wenn eine entsprechende vertragliche Vereinbarung getroffen wurde. Von Gesetzes wegen gibt es keinen Anspruch.

Allerdings nimmt der 13. Monatslohn eine Sonderstellung ein: Weil seine Höhe aufgrund des Lohnes von vornherein bekannt ist, wird er als fester Lohnbestandteil betrachtet, der auch ohne entsprechende Vereinbarung fällig wird. Bei Ein- oder Austritt während des Kalenderjahres wird er im Rahmen eines pro-rata-Anteils ausgezahlt.

In deinem Fall existiert aber eine vertragliche Vereinbarung, wenn auch nicht zu deinen Gunsten. Dein Anspruch auf den 13. Monatslohn ist im Arbeitsvertrag ausdrücklich ausgeschlossen, wenn die Kündigung – wie in deinem Fall – innerhalb des ersten Anstellungsjahres ausgesprochen wird.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arbeitnehmer am 21.06.2014 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geiziger Arbeitgeber

    So spart der Arbeitgeber jedes Jahr Geld, er kündigt dem Arbeitnehmer einfach vor Ablauf des ersten Jahres. Einen solchen Vertrag hätte ich nicht unterschrieben!

    einklappen einklappen
  • Abdul Klappstuhl am 22.06.2014 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    12 Monatslöhne sind internationaler Stan

    Ich vereinbare nur Jahreslohn, wenn dieser auf 13 Monate aufgeteilt wird ist das schon ein Entgegenkommen von mir. Bei Kündigungen wird mir der 13. Monatslohn anteilig gezahlt.

    einklappen einklappen
  • dani am 22.06.2014 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld

    man könnte ja vorher überlegen, bevor man den vertrag unterschreibt...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Moni am 15.12.2016 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht!!

    Die Antwort ist falsch!!!Auch wenn im Arbeitsvertrag dies so vermerkt ist, hat er trotzdem Anspruch auf den Anteil vom 13. Monatslohn. Warum? Weil es ein fester Lohnbestandteil ist. Anders verhält es sich wenn von Gratifikation im Arbeitsvertrag die Regel ist.

    • Monika Peter am 22.03.2018 12:30 Report Diesen Beitrag melden

      Vertrag lesen

      Tut mir leid- bitte jeweils Vertrag lesen.

    einklappen einklappen
  • P. Müller am 23.06.2014 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    Allenfalls missbräuchliche Kündigung

    Ohne den genauen Wortlaut des Arbeitsvertrages - und zwar in dessen Gesamtheit - zu kennen, lässt sich die gestellte Frage, ob es tatsächlich k/einen pro rata Anspruch auf den 13. Monatslohn gibt, wohl kaum verbindlich beantworten. Sollte hingegen die Annahme zutreffen, dass eine Kündigung kurz vor der Auszahlung des 13ten eine solche ausschliesst, drängt sich m.E. die Frage auf, ob die Kündigung nicht genau deswegen ausgesprochen wurde und daher missbräuchlich sein könnte (vgl. Art. 336 Abs. 1 lit. c OR), was eine entsprechende Entschädigungspflicht des Arbeitsgebers begründen würde.

    • Sabrina am 15.12.2016 21:37 Report Diesen Beitrag melden

      13. ist auszuzahlen

      Doch kann man verbindlich beantworten. Ganz klarer Lohnbestandteil und ist vom Arbeitgeber geschuldet. Es werden monatlich jeweils auch 1/12 zurückgestellt. Nur ausbezahlt wird es später. Ich hatte den Fall auch schon und ich habe ganz klar Recht bekommen. der 13. ist ein Lohnbestandteil und darf nicht gestrichen werden bei unterjhriger Kündigung

    einklappen einklappen
  • Abdul Klappstuhl am 22.06.2014 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    12 Monatslöhne sind internationaler Stan

    Ich vereinbare nur Jahreslohn, wenn dieser auf 13 Monate aufgeteilt wird ist das schon ein Entgegenkommen von mir. Bei Kündigungen wird mir der 13. Monatslohn anteilig gezahlt.

    • Dingo am 23.06.2014 06:27 Report Diesen Beitrag melden

      Jahreslohn

      Bei uns ist der 13. Lohn einfach vom Jahreslohn abgezogen. Also bekomme ich einfach12 Monate ein bischen weniger, und dafür 1 Monatsgehalt mehr. Am Ende kommts aber eh aufs gleiche raus.

    • Berner Bär am 24.06.2014 08:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Dingo

      Sie erhalten monatlich 1/13 Ihres Jahreslohnes ausbezahlt. Im November erhalten sie dann 12/13 des 13. Monatslohnes dazu, im Dezember folgt der noch fehlende 1/13 des Monatslohnes. (Beispiel: Monatslohn Januar bis Oktober: Fr. 5'000.00, im November : Fr. 9'615.40, im Dezember: Fr. 5'384,60. Ergibt die Jahreslohnsumme von Fr. 65'000.00) Es steht dem AG jedoch frei, die Jahreslohnsumme durch zwölf zu teilen und somit monatlich 1/12 des 13. Monatslohn auszuzahlen.

    • Max Mustermann am 01.07.2014 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Entgegenkommen?

      Inwiefern ist es ein Entgegenkommen des Arbeitnehmers, wenn der 13. fehlt? Der Arbeitgeber profitiert doch davon, wenn Anfangs Januar kein Loch in der Kasse klafft.

    einklappen einklappen
  • Dollar-Maus am 22.06.2014 17:43 Report Diesen Beitrag melden

    Vertraglich klar formuliert!

    Wenn er bis ende Jahr in der Firma tätig ist, hat er Anspruch auf den 13ten!

    • Dingo am 23.06.2014 06:28 Report Diesen Beitrag melden

      Formulierung

      Die Formulierung besagt, wenn ihm gekündigt würde, bevor er 12 Monate dort war, gibt es den Lohn nicht. Es geht dabei nicht um die Dauer der Tätigkeit, sondern den Zeitpunkt der Kündigung.

    einklappen einklappen
  • kurt am 22.06.2014 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    13er abschaffen

    diese 13 verwirren viele. mal solltees abschaffen und mit jahres gehalt areiten. bei lohnvrhandlungen ist nur dss jahrestotal wichtig

    • Roko am 22.06.2014 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Alles Neider

      Mein Gott was sind Sie für einer wen verwirrt der 13-te Monatslohn??? Ich habe 14 Monatslöhne und verwirrt mich sicher nicht. Es sind nur die Neider verwirrt!

    • Mike am 23.06.2014 10:46 Report Diesen Beitrag melden

      Monatslöhne

      Bei mir sind es sogar 16 Monatslöhne! Nutz mich als Schweizer Angestellten zwar nichts, bei unseren Österreichischen Mitarbeitern wird der 14., 15. und 16. aber steuerlich begünstigt. Ende Jahr habe ich genau gleichviel ob mit 13 oder 12 Monatslöhnen, berechnet wird es anhand des Jahreslohns.

    • Chris am 23.06.2014 10:57 Report Diesen Beitrag melden

      Einer geht noch rein

      Ich würde sogar einen 15. widerspruchslos akzeptieren :-)

    • Paul Meister am 23.06.2014 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Roko

      weshalb sollte ich neidisch sein, dass Sie sich ihr Jahresgehalt in 14 statt 12 Raten auszahlen lassen und somit dem Arbeitgeber ein zinsfreises Darlehen geben? Ich finde es aber schon gut, dass man den Lohn in 13 Tranchen zahlt weil beim heutigen Umgang mit Geld würden noch mehr Leute die Steuern nicht zahlen können wenn sie das Geld in 12 Raten bekämen

    • Beobachter am 26.06.2014 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      eher nicht

      Ich erhalte sozusagen auch 14 Monatslöhne, naja okay, 13 + Bonus. Doch hat mich das wirklich noch nie irritiert ... :)

    • Max Mustermann am 01.07.2014 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      den 13. gesetzlich festlegen

      Wenn Jahreslöhne ausbezahlt würden, wären spätestens im März alle bereits Pleite. Super Idee ^^ Der 13. eignet sich hervorragend zur Deckung Steuern, GA und alles, was bloss jährlich anfällt. So kommt niemand in des Teufels Küche, weil er sich übers Jahr verplant hat.

    einklappen einklappen
Ihre Frage an Phil Geld
Blog Archiv

Durchsuchen Sie das Monatsarchiv von Phil Geld.

Monat
Anzeigen
Blog Suche

Nach einer Phil-Geld-Story suchen.

Volltextsuche
Suchen