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Lieber Phil Geld

10. September 2013 09:27; Akt: 10.09.2013 10:13 Print

Fremdes Auto auf meinem Parkplatz – was tun?

Johannes ist Mitbesitzer einer Wohnliegenschaft mit Parkplätzen, die für Fremde gut zugänglich sind. Wie können sich die Eigentümer gegen unbefugte Parker wehren?

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Es ist frustrierend, wenn Falschparker einem den eigenen, rechtmässigen Parkplatz wegschnappen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Zu unserer Liegenschaft gehören zwölf klar gekennzeichnete Parkplätze auf privatem Boden. Darauf wird aber von Fremden wild geparkt. Die Polizei sagt, dass sie nur bei «amtlich bewilligtem Parkplatzverbot» eingreifen könne. Wie können wir uns wehren?

Lieber Johannes

Parkplatzbesitzer haben relativ kurze Spiesse. Die rechtlichen Möglichkeiten, sich gegen Parksünder auf privatem Grund zu wehren, sind unbefriedigend und können sogar ins Geld gehen. Die einfachste, günstigste und wirkungsvollste Selbsthilfe ist die Absperrung der Parkplätze mit einer Kette, einem Seil oder einem Pfosten.

Grundsätzlich ist es zulässig, das falsch geparkte Auto abschleppen zu lassen – allerdings erst nach einer Verwarnung. Rechtlich handelt es sich um eine erlaubte Selbsthilfe gemäss Art. 52 des Obligationenrechts (OR). Allerdings musst du dem Abschleppdienst die Kosten vorschiessen und darfst dann darauf hoffen, dass der Falschparker die Auslagen freiwillig erstattet. Tut er es nicht, bleibt dir der Gerichtsweg oder die Betreibung. Die Anweisung an den Abschleppdienst, das Fahrzeug nur gegen Bezahlung der Abschleppkosten wieder herauszugeben, wäre unzulässig.

Eine weitere Möglichkeit, sich gegen das unerlaubte Abstellen von Fahrzeugen zu wehren, ist die Beantragung eines amtlichen beziehungsweise richterlichen Parkverbots. Ein solches Verfahren sowie das Beschaffen und Aufstellen der erforderlichen Verbotstafeln mit der Bussandrohung kostet laut Schätzung des Zürcher Hauseigentümerverbands 1000 bis 3000 Franken. Immerhin haben die Besitzer oder Mieter dann das Recht, Falschparker anzuzeigen.

Für die Bestrafung einer Person, welche gegen das Verbot verstossen hat, muss der Eigentümer oder Mieter bei der Polizei einen schriftlichen Strafantrag stellen, der auch noch fotografisch zu dokumentieren ist. Derjenige, der die Anzeige erstattet, kann keine Entschädigung für seinen Aufwand geltend machen. Das Bussgeld und die Verfahrenskosten fallen an den Staat. Das richterliche Verbot ist also eine teure und aufwändige Massnahme. Definitiv abzuraten ist von der Blockierung des fremden Fahrzeugs in allen Formen. Selbst wer einfach mit dem eigenen Auto jenes des Falschparkers zuparkt, riskiert eine Strafanzeige wegen Nötigung. Einschliesslich der Gerichts- und Anwaltskosten kann eine Blockieraktion schnell mehrere tausend Franken kosten.

Die Polizei wegen Falschparkern auf dem privaten Grundstück aufzubieten, bringt übrigens auch nichts. Sie darf selbst dann keine Busse verteilen oder das Abschleppen veranlassen, wenn der Parkplatz durch ein richterliches Verbot geschützt ist.

Freundlich grüsst

Phil Geld

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chris S. am 10.09.2013 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kleine lustige Geschichte!

    Als kürzlich auf meinem Parkplatz ein fremdes Auto stand, kam der grosse Sturm. Dieser Sturm entwurzelte den, neben dem Parkplatz stehenden Baum. Der Baum flog genau auf das falsch parkierte Auto! Ich bin dem Falschparker noch heute dankbar, dass er dort parkiert hat und ich einen anderen, geschützten Parkplatz suchen durfte! Die Freude ist riiiieeesen gross.

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  • Leonard am 11.09.2013 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubliche Frechheit

    Es ist eine unglaubliche Frechheit und Überheblichkeit unserer Beamten, dass wir für den Schutz unseres Eigentumes und dafür, dass sie gefälligst ihre Arbeit - für die wir sie bereits via Steuern bezahlen - machen nochmals Sonderkosten auf uns nehmen müssen, um UNSER Eigentum nützen zu können. Seit Jahrzehnten sind diese Mikadospieler nicht in der Lage, endlich mal ein einfaches Gesetz zu erlassen. Dafür kennt die Kreativität im Abzocken bei "zu schnell"-Fahren keine Grenzen. Wir haben uns eine Sperrvorrichtung für das Rad gekauft und hinterlassen jeweils eine Nachricht. Seither Ruhe!

  • Graf Roland am 11.09.2013 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kettensperre

    Ich hatte dieses Problem jahrelang. Die Nachbarn auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse weigerten sich, ihrem Besucherverkehr angemessen Parkplätze zur Verfügung zu stellen - dafür sei ihnen ihr Garten zu schade. Als Folge davon parkierten deren Besucher auf meinem Garagenvorplatz oder benutzten diesen als Wendeplatz. Seit bald 2 Jahren habe ich einen automatische Kettensperre (Kosten gut 3000 Franken) und jetzt ist Ruhe. Dass dadurch der Kontakt zu den Nachbarn abgebrochen ist, ist mir egal.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Graf Roland am 11.09.2013 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kettensperre

    Ich hatte dieses Problem jahrelang. Die Nachbarn auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse weigerten sich, ihrem Besucherverkehr angemessen Parkplätze zur Verfügung zu stellen - dafür sei ihnen ihr Garten zu schade. Als Folge davon parkierten deren Besucher auf meinem Garagenvorplatz oder benutzten diesen als Wendeplatz. Seit bald 2 Jahren habe ich einen automatische Kettensperre (Kosten gut 3000 Franken) und jetzt ist Ruhe. Dass dadurch der Kontakt zu den Nachbarn abgebrochen ist, ist mir egal.

  • Claudia am 11.09.2013 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Verbot zu parkieren

    Bei uns im Wohnquartier gibt es keine Besucherparkplätze und wenn ein Fremder auf meinem gekennzeichneten PP parkiert, parkiere ich hinter ihm. Lege ihm ein Schreiben hinter die Windschutzscheibe, wo er läuten kann, damit ich kurz wegfahren kann. Ich parkiere sicher nicht ihm Dorf 10 Min. zu laufen, wenn ich jeden Monat mein privat PP bezahle.

  • Leonard am 11.09.2013 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubliche Frechheit

    Es ist eine unglaubliche Frechheit und Überheblichkeit unserer Beamten, dass wir für den Schutz unseres Eigentumes und dafür, dass sie gefälligst ihre Arbeit - für die wir sie bereits via Steuern bezahlen - machen nochmals Sonderkosten auf uns nehmen müssen, um UNSER Eigentum nützen zu können. Seit Jahrzehnten sind diese Mikadospieler nicht in der Lage, endlich mal ein einfaches Gesetz zu erlassen. Dafür kennt die Kreativität im Abzocken bei "zu schnell"-Fahren keine Grenzen. Wir haben uns eine Sperrvorrichtung für das Rad gekauft und hinterlassen jeweils eine Nachricht. Seither Ruhe!

  • Daniel am 11.09.2013 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kein rechtefreier Raum

    Ich weiss nicht was ihr für Probleme habt. Wenn jemand auf dem Parkplatz steht, Beweisfotos oder Filmchen machen, Abschleppdienst rufen, Fahrzeug kostenpflichtig entfernen lassen. Wie schon erwähnt gibt es Abschleppdienste die das Geld unter eigener Regie zurückholen. Bezahlen muss der Falschparker, zwar nicht beim abholen des Fahrzeuges, aber spätestens bei der Betreibung. Und bei jemandem mit Auto ist auch Geld zu holen. Rechtlich wäre evtl. etwas mit Erschleichung von Leistungen zu machen.

  • Mäxu v. A. am 11.09.2013 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Lachhaft

    Wenn ich all diese Kommentare lese kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Da kann man wirklich denken, das Glück dieser Erde hängt von diesem dummen stück Parkplatz ab. Ich parke regelmässig auf privaten PPen wenn ich in der Stadt bin, was solls? Soll ich etwa diese Abzocker Parkgebühren zahlen? Nein! Ausserdem , ganz ehrlich, ist es euch doch egal wenn mal für ein paar Minuten einer auf eurem PP steht. Und dank solcher Artikel wie diesem, weiss ich nun auch dass ich mich erfolgreich wehren kann, sollte mir tatsächlich mal einer die Luft rauslassen oder Salatöl auf die Scheibe schmieren. Danke!

    • Chris am 11.09.2013 12:11 Report Diesen Beitrag melden

      Egoist

      Solange ich nicht auf MEINEN selbst bezahlten Parkplatz muss/will, kannst du solange drauf stehen wie du willst. Der Rest ist einfach nur total egoistisch von dir. Wieso sollte ich diese Parkgebühren zahlen? Schliesslich zahle ich schon für meinen privaten Parkplatz. Dann kommt so ein Heini wie du, der zu geizig ist fürs Parkshaus. Komm nur einmal auf meinen Parkplatz Mäxu ;-) Du weisst zwar, dass du dich gegen Salatöl etc. wehren kannst, aber du musst es dann auch beweisen können ;-)

    • Hans-Ruedi Müller am 11.09.2013 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      Lachhaft?

      Natürlich sind es immer "nur ein Paar Minuten"... wer's glaubt. Sorry, das geht einfach nicht! Jemand anders bezahlt dafür und Sie sind dann der Nutzniesser? Wäre das nicht Erschleichung einer Leistung? Was natürlich auch nicht geht ist das mit dem Salatöl und/oder Luft rauslassen, damit wir uns verstehen. Was die Abzockergebühren angeht, da kann doch die Person nichts dafür die für den PP bezahlt, oder? Suchen Sie sich lieber nicht markierte Bereiche wo Ihr Fahrzeug niemanden stört oder wenn es eh nur für ein Paar Minuten ist, können Sie auch in einer blauen Zone parken.

    • Köbi Kuhn am 11.09.2013 13:34 Report Diesen Beitrag melden

      wehren?

      Nur wird sich derjenige, der das Salatöl auf die Scheibe geschmiert hat kaum bei dir melden. Und Einfach den Berechtigten am Parkplatz zu beschuldigen wird nicht reichen... Beweisen dass er es war kannst du nämlich niemals...

    • Marien am 11.09.2013 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Gibts ja nicht

      Egoistischer gehts wohl kaum? Ein Privatparkplatz muss schliesslich auch bezahlt werden. Wenn der Eigentümer nicht auf seinen Parkplatz kann, muss er dann ins Parkhaus nur weil du es zu teuer findest? An Dreistigkeit nicht zu überbieten. Rücksichtnahme fehl am Platz. So funktioniert die Welt heute. Bravo! Deine Eltern können stolz auf dich sein. Sehr gut erzogen haben sie dich!

    • Robin Z. am 11.09.2013 13:49 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Mäxu v. A: Bin absolut gleicher Meinung wie du. Schön, bin ich nicht alleine und sage ehrlich, was ich von dieser Sache halte. Mal ehrlich, es geht hier lediglich um Parkplätze und nicht um etwas worüber man sich streiten könnte... Schon ziemlich bünzlihaft, wie sich gewisse User über eine Lappalie aufregen.

    • Rolf am 11.09.2013 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Mäxu

      Du bist wohl nichts anderes als ein kleiner Schmarotzer. So nennt man Menschen, die das machen. Zudem einer von sich selbst komplett überzogener Egoist, der nur für sich schaut und dem egal ist, wenn er Dienstleistungen oder Anderes beansprucht, für das andere Menschen bezahlt haben. Hoffentlich begegne ich dir nie in meinem Leben. Auf Bekanntschaften solcher Menschen kann ich verzichten.

    • Judith am 11.09.2013 14:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Mäxu

      Ich glaubes ja kaum. Es gibt sie doch. Total Egoistische Menschen, die von sich selber komplett überzogen sind und auf Kosten der Anderen profitieren. Eigentlich sind diese Worte viel zu milde für dich, aber wenn ich die passenden Worte zu dir als Menschen hier schreiben würde, wäre mein Kommentar wohl nicht veröffentlicht worden. Geniesse dein Leben, versuche aber nicht, mir über den Weg zu laufen.

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