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Lieber Phil Geld

28. Juli 2014 10:50; Akt: 28.07.2014 10:50 Print

Muss ich bis zum Ablauf des Vertrags bleiben?

Daniel (32) hat einen befristeten Arbeitsvertrag. Nun hat er einen neuen Job und könnte sofort mit der Arbeit beginnen. Muss er ausharren, bis der befristete Vertrag ausläuft?

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Wer früher gehen will, muss das Einverständnis des Chefs haben. Dieser darf auf die Einhaltung des Vertrags pochen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld
Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag für sechs Monate. Er läuft per Ende September aus. Nun habe ich bereits einen neuen Job und könnte dort sofort beginnen. Mein bisheriger Chef lässt mich aber nicht früher gehen. Muss ich nun wirklich abwarten, bis der Vertrag ausläuft und den nächsten Job eventuell sausen lassen?

Lieber Daniel

Ein befristeter Vertrag endet ohne Kündigung zum vorgesehenen Zeitpunkt (Art. 334 OR). Das kann ein Datum sein (zum Beispiel 30. September) oder ein von beiden Parteien vorhersehbares Ereignis (beispielsweise die Schneeschmelze oder das Ende eines Projekts).

Im befristeten Arbeitsvertrag besteht keine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit. Der Vertrag muss also von beiden Parteien bis zum Beendigungstermin erfüllt werden. Wer vor dem vereinbarten Ablauf aus einem solchen Vertrag aussteigen will, dem bleibt nichts anderes übrig, als über die Beendigung des Vertrags in gegenseitigem Einvernehmen zu verhandeln.

Es gibt auch Verträge mit Maximaldauer, bei denen ausdrücklich eine Kündigungsfrist vereinbart ist. Der vorgesehene Beendigungstermin gilt dann nur, wenn der Vertrag nicht früher aufgelöst wurde. Da du aber einen befristeten Vertrag hast, ist die Kündigung deines Chefs auf den vorgesehenen Ablauf des Vertrages unnötig und wahrscheinlich als Erinnerung zu verstehen, dass das Ende des Arbeitsverhältnisses naht.

In jedem Fall gilt aber: Wer früher gehen will, muss das Einverständnis des Chefs haben. Dein Chef darf auf die Einhaltung der Vereinbarung pochen. Verlässt du die Arbeitsstelle ohne Bewilligung des Chefs, kann er Schadenersatz verlangen. Dieser beläuft sich pro Monat auf ein Viertel deines Monatslohnes, ohne dass dein Chef den Nachweis eines Schadens erbringen muss ( Art. 337d OR). Bei einem Nachweis hat der Arbeitgeber Anspruch auf weiteren Ersatz.

Da dein bisheriger Chef dich nicht früher aus dem Vertrag entlässt, bleibt dir nichts anderes übrig, als bis zum Vertragsende an der alten Arbeitsstelle zu bleiben. Damit du trotzdem übergangslos den Job wechseln kannst, könntest du mit dem Chef des neuen Jobs verhandeln, ob es möglich wäre, die Stelle erst später anzutreten.

Freundlich grüsst

Phil Geld

E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kopfschüttel am 28.07.2014 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ist wohl klar

    Ist wohl klar, dass sich nicht nur der Chef an den Vertrag halten muss

  • Dingo am 04.08.2014 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Möglichkeit

    Der neue Chef könnte auch dem alten Arbeitgeber bitten ihn früher gehen zu lassen und sogar Ersatzleistungen bezahlen. Zumindest ist in meinem Bekanntenkreis sowas schon vorgekommen.

  • t.s. am 28.07.2014 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lustig

    Unglaublich, hatte gerade 1:1 das selbe Problem. per 1.9 den Job und sollte bis 30.9 bleiben. Mach deinem jetzigen Chef klar wieso du die Stelle annehmen willst und wieso du genau darum bittest. Ein Geschäft sollte in der Lage sein jetzt in einem Monat jemanden zu finden. An meinen Vorrscheiber "Kopfschütteln?!" besser sucht er sich für die Zeit nach dem befristeten Vertrag was, als arbeitslos zu sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dingo am 04.08.2014 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Möglichkeit

    Der neue Chef könnte auch dem alten Arbeitgeber bitten ihn früher gehen zu lassen und sogar Ersatzleistungen bezahlen. Zumindest ist in meinem Bekanntenkreis sowas schon vorgekommen.

  • A.Rö am 28.07.2014 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt ja noch den gelben Zettel

    Wenn der Chef auf stur stellt, dann gibt es nur eine Alternative. Nämlich so lange ein ärztliches Attest vorlegen, bis er die Schnauze voll hat. Irgendwann muss er reagieren!

    • MK1525 am 29.07.2014 19:56 Report Diesen Beitrag melden

      Überlegen?

      Ja dann kann er aber auch nicht am neuen Ort arbeiten... Er hat den Vertrag ja freiwillig unterschrieben, da kann er diesen auch einhalten!

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  • t.s. am 28.07.2014 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lustig

    Unglaublich, hatte gerade 1:1 das selbe Problem. per 1.9 den Job und sollte bis 30.9 bleiben. Mach deinem jetzigen Chef klar wieso du die Stelle annehmen willst und wieso du genau darum bittest. Ein Geschäft sollte in der Lage sein jetzt in einem Monat jemanden zu finden. An meinen Vorrscheiber "Kopfschütteln?!" besser sucht er sich für die Zeit nach dem befristeten Vertrag was, als arbeitslos zu sein.

    • Tell am 10.11.2015 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @t.s.

      Wieso meinen alle Arbeitnehmer, das Sie sich an einen Vertrag nicht halten müssen?

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  • Kopfschüttel am 28.07.2014 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Ist wohl klar

    Ist wohl klar, dass sich nicht nur der Chef an den Vertrag halten muss

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