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Lieber Phil Geld

21. Juli 2018 10:21; Akt: 21.07.2018 10:21 Print

Muss ich dem Vermieter meine Religion mitteilen?

Flora (28) hat sich um eine Wohnung beworben. Auf dem Bewerbungsformular sollte sie angeben, welcher Konfession sie angehört. Muss sie das?

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Sheldon macht aus seinem Atheismus kein Geheimnis (Bild: «The Big Bang Theory»)

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Lieber Phil Geld
Ich habe mich kürzlich um eine Wohnung beworben. Auf dem Bewerbungsformular hatte es eine Spalte, in der ich meine Konfession angeben sollte. Das hat mich irritiert. Muss ich das wirklich?

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Findest du die Frage nach der Religion generell zulässig?

Liebe Flora

Wer sich um eine Wohnung bewirbt, muss in der Regel ein Anmeldeformular zuhanden des Vermieters oder der Liegenschaftsverwaltung ausfüllen. Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte (Edöb) hat Richtlinien darüber erlassen, welche Fragen auf solchen Anmeldeformularen erlaubt sind und welche nicht.

Ob eine Frage erlaubt ist oder nicht, hängt von den konkreten Umständen des Einzelfalls ab. Die Fragen müssen grundsätzlich aber dazu geeignet sein, aus den interessierten Personen die passende Mieterin oder den passenden Mieter auszuwählen. Unverhältnismässige oder unzweckmässige Fragen können unter Umständen die Privatsphäre der Betroffenen verletzen.

Zulässig sind Fragen nach der Identität sämtlicher Personen (Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer), die den Mietvertrag unterzeichnen. Fragen zu Zivilstand, Bürgerort, Nationalität oder Konfession sind grundsätzlich nicht oder nur unter bestimmten Umständen (so zum Beispiel bei Bestehen einer gesetzlichen Verpflichtung) zulässig, da diese Informationen für die Auswahl eines passenden Mieters regelmässig nicht relevant sind.

Die Frage zur Konfession kann unter Umständen jedoch gerechtfertigt sein, so zum Beispiel wenn die statutarischen Zielsetzungen einer Liegenschaftsverwaltung vorsehen, dass ihre Mietobjekte bevorzugt an Personen einer bestimmten Glaubensrichtung vermietet werden sollen. Eine solche Zielsetzung ist grundsätzlich zulässig.

Die Frage nach der ausländischen Staatsangehörigkeit, verbunden mit der Frage nach der Art der Aufenthaltsbewilligung und deren Ablaufdatum, ist ebenfalls zulässig, denn die Dauer einer Aufenthaltsbewilligung kann sich auf die Dauer eines Mietverhältnisses auswirken.

Ausweise wie ID, Aufenthaltsbewilligungen etc. dürfen grundsätzlich erst dann vom Vermieter beziehungsweise der Liegenschaftsverwaltung angefordert werden, wenn die künftige Mieterin oder der künftige Mieter bestimmt ist und die Dokumente erforderlich sind, um die auf dem Anmeldeformular angegebenen Daten zu überprüfen.

Darum gilt: Wenn die Verwaltung keine solche statutarische Zielsetzung hat, ist die Frage nach der Konfession unzulässig. Gemäss dem Mieterinnen- und Mieterverband besteht bei unzulässigen Fragen ein Recht auf Notlüge. Sie dürfen offen gelassen oder falsch beantwortet werden, ohne dass deswegen rechtliche Nachteile befürchtet werden müssen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fragebogen am 21.07.2018 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    my 2 cents

    na ja, sagen wirs mal so ob erlaubt oder nicht ist egal. wenn du eine wohnung haben willst, musst du alles beantworten. ist ja nicht so, dass man auf wohnungssuche unter 1000 freien wohnungen auswählen kann und wenn man einen fragebogen nur halbgar ausfüllt, landet er halt gleich im altpapier...

    einklappen einklappen
  • luca am 21.07.2018 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    phil geld...

    ...wäre sehr schnell arbeitslos wenn die menschen kurz bei der gegenseite nachfragen würden. ich finds immer wieder amüsant welche umwege manche leute gehen

  • vermieter am 21.07.2018 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja

    du musst die zeile nicht ausfüllen und ich muss dir keine wohnung vermieten.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Henggi am 22.07.2018 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee vom Vermieter

    Wir hatten mal so nette Leute die Wochenlang am Abend Ramadan gefeiert haben. War gar nicht schön wenn man früh aus den Federn muss. Sie haben absolut keine Rücksicht auf andere Mitbewohner genommen und haben sich ausgeführt wie.... Ich verstehe die Vermierter voll und ganz. Zum Glück sind wir sie los das war ein Resenlärm die ganze Nacht.

  • Privater Immobesitzer am 22.07.2018 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Als Vermieter schaue ich, dass

    die Mieter(voraussichtlich) zueinander passen. Das kann von Haus zu Haus unterschiedlich sein. Es ist aber wichtiger als viele glauben. Konflikte kann es durch Religion oder Ethnien geben und was damit zusammenhängt. Wichtig ist auch der Integrationsgrad und die Kommunikationsfähigkeit der Mieter. Das ist eine grosse Herausforderung aber auch eine Bereicherung. Ich will jedes mal die ganze Familie kennen lernen; verlange eine Betreibungsauskunft und die Daten des letzten Vermieters für Rückfragen. Daher habe ich kaum Probleme mit und unter dem Mietern und ebenfalls sehr geringe Fluktuationen.

  • Daniele C am 22.07.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht will...

    ...der Vermieter ab und zu beten mit dem Mieter? Also am Besten die Religion angeben die der Vermieter hat.

  • Eazy E am 21.07.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chills

    Gott existiert nicht, weiss doch inzwischen jeder! Gott ist bloss eine erfundene Person wie der Osterhase oder Optimus Prime.

    • Nath am 22.07.2018 09:27 Report Diesen Beitrag melden

      Tja

      Die einen wollens einfach nicht wahrhaben und werden es wohl auch nie.

    • Frtz am 22.07.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Aber...

      ... das Fliegende Spaghettimonster gibt es!

    • Fritz am 22.07.2018 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frtz

      Ja, das fliegende Spaghettimonster kennt jeder: Neymar jr.

    einklappen einklappen
  • Marco am 21.07.2018 20:58 Report Diesen Beitrag melden

    Warum denn nicht?

    Füllt es doch einfach aus. Das Steueramt weiss es ja auch! Dann tut es ja nicht mehr so weh. Wenn man da ein Geheimnis draus machen muss, dann wird sich auch der Vermieter seinen Teil denken. Verrückte Leute gibt's...

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