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Lieber Phil Geld

18. Mai 2014 17:26; Akt: 18.05.2014 17:27 Print

Wie wird ein Entgelt für Restferientage berechnet?

Sandros (22) befristeter Arbeitsvertrag wurde mit einer Lohnerhöhung verlängert. Wie wird die Entschädigung der Ferientage berechnet?

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Grundsätzlich verbietet das Gesetz aber die Auszahlung von Ferientagen während eines Arbeitsverhältnisses. Damit will der Gesetzgeber den Erholungszweck der Ferien sichergestellen. (Bild: Colourbox)

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Lieber Phil Geld,
Ich bin in einer glücklichen Lage: Mein befristeter Arbeitsvertrag wurde verlängert, und ich habe eine Gehaltserhöhung erhalten. Nun habe ich aber noch viele Ferientage übrig, die mir mit dem Ablauf des alten, befristeten Vertrages ausbezahlt werden. Wie wird die Auszahlung der Ferien berechnet und welcher Lohn wird dazu herangezogen?

Lieber Sandro

Weil die Kalendermonate eine unterschiedliche Anzahl Werk- und Kalendertage aufweisen, behilft man sich zur Berechnung für die Entschädigung für nicht bezogene Ferientage mit einer Vereinfachung: Fünf Arbeitstage mal 52 Wochen ergeben 260 Arbeitstage pro Jahr. Ein Jahr zählt zwar einen Tag mehr als 52 Wochen mit sieben Kalendertagen (364 Tage). Dieser Tag wird in den Berechnungen häufig vernachlässigt.

Die Rechnungsformel für die Abgeltung nicht bezogener Ferientage sieht so aus: Anzahl geschuldeter Ferientage geteilt durch (Anzahl durchschnittlicher Arbeitstage pro Jahr minus Anzahl geschuldeter Ferientage) = Ferienlohn in Prozent des Jahreslohnes. Bei vier Ferienwochen würde der Ferienlohn demnach 8,33 Prozent des Jahreslohnes betragen [20 Ferientage geteilt durch (260 Arbeitstage pro Jahr minus 20 Ferientage]).

Grundsätzlich verbietet das Gesetz aber die Auszahlung von Ferientagen (OR 329d Abs. 2) während eines Arbeitsverhältnisses. Damit will der Gesetzgeber den Erholungszweck der Ferien sicherstellen. Ausnahmen gelten nur, wenn der Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt und die Ferien aus betrieblichen Gründen nicht mehr bezogen werden können. Da du im Unternehmen bleibst – wenn auch mit einem neuen Vertrag – und die Ferien auch zu einem späteren Zeitpunkt beziehen kannst, ist die Auszahlung der Ferien mit dem Ablauf des befristeten Vertrages rechtlich unzulässig.

Die Lohnzahlung während der Ferienzeit muss den Arbeitnehmer gleich stellen, wie wenn er gearbeitet hätte (BGE 129 III 493 E.3.1). Daraus wird in der juristischen Literatur geschlossen, dass sich der Ferienlohn nach dem zur Bezugszeit aktuellen Lohnniveau bemisst und nicht nach dem zumeist tieferen Lohn in der Entstehungszeit der Ferienguthaben. Konkret heisst das für dich, dass dein Ferienguthaben erst dann ausbezahlt werden darf, wenn du das Unternehmen verlässt. Die Höhe der Entschädigung berechnet sich dann nach dem zuletzt bezogenen Lohn.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kritiker am 18.05.2014 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie sind die Verjährungsregeln?

    Die Verjährung von Ferien ist 5 Jahre. "Es wird angenommen dass immer die ältesten Ferien zuerst bezogen werden". Mein Chef hat mir mit Vorsatz weder eine Ferienberechnung gemacht noch diese gewährt. Nun bin ich der Meinung dass ich 2009 im Extremfall Ferien von 2004 bezogen habe. Wer sagt mir FUNDIERT (mit Referenzurteilen) wie hier genau gerechnet wird?

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  • Lehrling am 18.05.2014 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrling danach festanstellung

    Befinde mich auch in so einer Denk phase...bin lehrling und habe no ca 10-15 Ferientage zu gute und dazu noch ein paar Überstunden. Gehe aber Bald in die RS und darf weiterhin im Geschäft bleiben nur dann habe ich keinen Lehrlingsvertrag sondern einen normalen Arbeitsvertrag. Wie wird das dann gehand habt mit den Ferien und überstunden (wegen dem Lehrlingslohn und danach ausgelernter Lohn)???

  • Lehrling am 18.05.2014 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrling danach festanstellung

    Befinde mich auch in so einer Denk phase...bin lehrling und habe no ca 10-15 Ferientage zu gute und dazu noch ein paar Überstunden. Gehe aber Bald in die RS und darf weiterhin im Geschäft bleiben nur dann habe ich keinen Lehrlingsvertrag sondern einen normalen Arbeitsvertrag. Wie wird das dann gehand habt mit den Ferien und überstunden (wegen dem Lehrlingslohn und danach ausgelernter Lohn)???

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lehrling am 18.05.2014 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrling danach festanstellung

    Befinde mich auch in so einer Denk phase...bin lehrling und habe no ca 10-15 Ferientage zu gute und dazu noch ein paar Überstunden. Gehe aber Bald in die RS und darf weiterhin im Geschäft bleiben nur dann habe ich keinen Lehrlingsvertrag sondern einen normalen Arbeitsvertrag. Wie wird das dann gehand habt mit den Ferien und überstunden (wegen dem Lehrlingslohn und danach ausgelernter Lohn)???

  • Lehrling am 18.05.2014 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrling danach festanstellung

    Befinde mich auch in so einer Denk phase...bin lehrling und habe no ca 10-15 Ferientage zu gute und dazu noch ein paar Überstunden. Gehe aber Bald in die RS und darf weiterhin im Geschäft bleiben nur dann habe ich keinen Lehrlingsvertrag sondern einen normalen Arbeitsvertrag. Wie wird das dann gehand habt mit den Ferien und überstunden (wegen dem Lehrlingslohn und danach ausgelernter Lohn)???

  • Kritiker am 18.05.2014 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Und wie sind die Verjährungsregeln?

    Die Verjährung von Ferien ist 5 Jahre. "Es wird angenommen dass immer die ältesten Ferien zuerst bezogen werden". Mein Chef hat mir mit Vorsatz weder eine Ferienberechnung gemacht noch diese gewährt. Nun bin ich der Meinung dass ich 2009 im Extremfall Ferien von 2004 bezogen habe. Wer sagt mir FUNDIERT (mit Referenzurteilen) wie hier genau gerechnet wird?

    • Michel Contreau am 18.05.2014 18:49 Report Diesen Beitrag melden

      Ball flachhalten

      Kritiker, ich würde als erstes den Arbeitgeber um eine Aufstellung bitten. Und ich würde es vermeiden, als Laie in einem solchen Sachverhalt mit strafrechtlichen Begriffen ("mit Vorsatz") um mich zu werfen. Wer solche Vokabeln verwendet, braucht sich nicht wundern, wenn genauso zurückgeschossen wird.

    • Dingo am 19.05.2014 07:08 Report Diesen Beitrag melden

      Nach 5 Jahren?

      Also wenn man davon ausgeht, dass Ferien nach 5 Jahren verfallen, aber die ältesten Ferien immer zuerst aufgebraucht werden, resultiert daraus, dass dein Chef glaub du hättest in 5 Jahren weniger als 20 Tage Urlaub genommen? Damit würde er sich doch selbst ins Knie schiessen, oder habe ich da was missverstanden? Meiner Meinung nach sollte jeder schon selbst schauen, dass er genug Ferien bekommt, aber 5 Jahre mit weniger als 20 Tagen Urlaub, daran geht jeder irgendwann kapputt, das sollte auch ein Chef einsehen und erkennen.

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