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Lieber Phil Geld

09. Oktober 2018 09:27; Akt: 09.10.2018 09:27 Print

Ist Online-Surfen während der Arbeitszeit erlaubt?

Nicola (24) und seine Arbeitskollegen fragen sich, ob die private Internetnutzung während der Arbeitszeit erlaubt ist oder ein Kündigungsgrund sein kann.

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Private Internetnutzung kann heikel sein, Überwachung durch den Arbeitgeber aber auch (Bild: Skyfall / MGM/Columbia)

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Lieber Phil Geld
In der letzten Kaffeepause im Büro haben wir uns gefragt, ob das Surfen im Internet während der Arbeit erlaubt ist oder ob man damit die Kündigung riskiert. Dürfen wir uns im Büro auf Facebook und ähnlichen Seiten herumtreiben und private Mails versenden?

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Surfst du während der Arbeitszeit im Internet?

Lieber Nicola

Grundsätzlich bestimmt der Arbeitgeber gestützt auf sein Weisungsrecht gemäss Art. 321d OR, wie das Internet am Arbeitsplatz genutzt werden darf. Eine gesetzliche Bestimmung dazu gibt es nicht.

In der Regel erlaubt der Arbeitgeber die Nutzung des Internets für private Zwecke in einem gewissen Mass, meistens solange es die arbeitsvertraglichen Verpflichtungen nicht einschränkt. Das private Surfen und Versenden von E-Mails kann je nach Arbeitsbereich aber auch gänzlich untersagt werden. Viele Arbeitgeber regeln die (private) Nutzung des Internets schriftlich in einem Reglement, um klare Verhältnisse zu schaffen.

Die Regelung der (privaten) Nutzung des Internets wirft grundsätzlich kaum rechtliche Fragen auf. Deren Überwachung aber umso mehr. Denn gemäss Art. 26 ArGV3 ist das Einsetzen von Überwachungs- und Kontrollsystemen, die das Verhalten der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz überwachen sollen, nicht erlaubt. Weiter darf der Arbeitgeber gemäss Art. 328b OR Daten über den Arbeitnehmer nur bearbeiten, soweit sie dessen Eignung für das Arbeitsverhältnis betreffen oder zur Durchführung des Arbeitsvertrags erforderlich sind. Daraus folgt, dass eine ständige und systematische personenbezogene Überwachung nicht zulässig ist. Der Arbeitgeber darf aber eine anonyme Überwachung einsetzen, um zu prüfen, ob sich seine Angestellten an das Nutzungsreglement halten. Liegt ein Missbrauchsverdacht vor, darf eine personenbezogene Kontrolle durchgeführt werden.

Mit welchen rechtlichen Konsequenzen ein Arbeitnehmer bei einem Missbrauch rechnen muss, hängt von den konkreten Umständen ab. In der Schweiz gibt es bislang zum Thema private Internetnutzung am Arbeitsplatz nur wenige Gerichtsentscheide. In einem Urteil aus dem Jahr 2003 hielt das Bundesgericht fest, dass eine private Internetnutzung während der Arbeitszeit eine fristlose Entlassung ohne vorgängige Verwarnung nicht rechtfertigt, insbesondere dann nicht, wenn sich die private Internetnutzung auf wenige Male beschränkt (Urteil vom 25. Juni 2003, 4C.349/2002). Trotzdem rate ich dir, dich mit deinem Arbeitgeber abzusprechen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SGer am 09.10.2018 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitest du gerade auch?

    Thumbs up, wenn du diesen Bericht jetzt gerade während der Arbeit gelesen hast :)

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  • Patricia am 09.10.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Ich surfe für Geld"

    Online im Internet stöbern wärend der Arbeitszeit? Mit ein wenig Hirn erledigt sich diese Frage von selber!

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  • Italoipo am 09.10.2018 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Was ust das jetzt für eine Dumme Frage? Also wenn sich einer meiner Angestellten immer privat am Surfen ist während der Arbeitszeit, wird diesem definitiv gekündigt. Wäre ja noch schöner Leute zu bezahlen um Freizeit zu betreiben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dude am 10.10.2018 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privat surfen auf eigenem Gerät

    Dafür nutze ich mein Smartphone, so kann mir nichts nachgewiesen werden ;)

  • Tina am 10.10.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    ja sicher surfe ich privat im Netz

    Meine Arbeitstage sind oft 10-12h lang. Nicht unbedingt, weil ich zuviel zu tun habe, sondern weil ich in der Kommunikationsabteilung am Anfang und Ende des Prozesses stehe. Wenn eine Mitteilung/Kampagne etc. zum Zeitpunkt x rausmuss, dann muss ich die halt auch mal um 21h verschicken, wenn der Verwaltungsrat/GL erst dann die Freigabe erteilt. Aus Sicherheitsgründen kann man das auch nicht im Homeoffice verschicken....die Wartezeit ist bei mir dann Arbeitszeit, dann surfe ich aber auch privat im Netz. Kompensieren kann ich ja eh nicht.

  • HRmensch am 09.10.2018 23:56 Report Diesen Beitrag melden

    die Menge macht das Gift

    Internetnutzung ist nicht anders zu bewerten als Smalltalk auf dem Gang, Rauchpausen etc. Überschreitet das Nichtarbeiten (egal auch welchem Grund) eine gewisse Dauer, müsste dies in der Freizeit erfolgen (aus- und wieder einstempeln). Bei der Internetnutzung kommt dann noch dazu, dass man Betriebsmittel des Arbeitgebers benutzt und ihn allenfalls in Verruf bringt - wenn man z.B. allzu Privates mit Geschäftsabsender handhabt.

    • BioNuss am 10.10.2018 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      Wer von Gift spricht...

      Früher waren Menschen im HR noch Menschen und setzten sich ein für Menschen. Heute beschützen sie das System und sind die Mutation HRmensch. Ohne Ahnung, dass kleine Pausen beflügelnd wirken auf die Bewältigung der Arbeit. Nur Menschen können menschliches Klima schaffen. Wenn sie denn wollen.

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  • Ismir Egal am 09.10.2018 22:41 Report Diesen Beitrag melden

    Mobiltelefone

    Mobiltelefone schränken die Arbeitsleistung noch stärker ein ... "jeder" ist süchtig nach sofortiger Erreichbarkeit und lässt sich per WhatsApp, Twitter, ... sofort ablenken, bzw. unterbricht deswegen den Arbeitsfluss sehr häufig

  • Daniele am 09.10.2018 19:16 Report Diesen Beitrag melden

    Mhmm

    Also als wir im Betrieb zu wenig Arbeit hatten, habe ich die grösste Zeit damit verbracht im Internet zu surfen. Kaffee trinken ist nicht mein Ding.

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