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Lieber Phil Geld

25. Februar 2017 10:10; Akt: 25.02.2017 10:10 Print

Extremsport – bin ich im Schadenfall versichert?

Stephan (26) liebt risikoreiche Sportarten. Was muss er dabei beachten?

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Extremsportler sollten sich bei ihrer Versicherung über die Deckung im Schadenfall erkundigen. (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld
Ich lebe nach dem Motto «no risk no fun», weshalb ich bei meinen sportlichen Aktivitäten immer aufs Ganze gehe. Ich möchte nun mit Motocross-Rennen anfangen. Wie sieht es aus, wenn ich einen Unfall baue? Zahlt dann meine Unfallversicherung? Was muss ich beachten, wenn ich Extremsport betreibe?

Umfrage
Sollte die Unfallversicherung Ihrer Meinung nach für Extremsportunfälle zahlen?
23 %
30 %
47 %
Insgesamt 958 Teilnehmer

Lieber Stephan

Risiko- und Extremsportarten liegen zwar im Trend, können aber ganz schön ins Geld gehen. Sportlerinnen und Sportler sollten sich daher bewusst sein, ob und inwieweit sie im Schadensfall versichert sind. Denn wer zu viel riskiert, muss mit Leistungskürzungen seitens der Versicherung rechnen.

Gemäss Art. 36 UVG und Art. 50 UVV sind Versicherer bei Nichtberufsunfällen, die auf ein Wagnis zurückzuführen sind, berechtigt, die Geldleistungen um die Hälfte zu kürzen oder in besonders schweren Fällen gar gänzlich zu verweigern.

Unter Wagnissen sind Aktivitäten zu verstehen, mit denen sich der Versicherte einer besonders grossen Gefahr aussetzt, ohne die Vorkehrungen zu treffen oder treffen zu können, die das Risiko auf ein vernünftiges Mass beschränken (Art. 50 Abs. 2 UVV).

Dabei wird zwischen relativen und absoluten Wagnissen unterschieden. Letzteres liegt vor, wenn eine Handlung mit Gefahren verbunden ist, die unabhängig von den konkreten Verhältnissen nicht auf ein vernünftiges Mass herabgesetzt werden können. Das gleiche gilt, wenn es am schützenswerten Charakter einer mit besonders grossen Gefahren verbundenen Handlung mangelt, beziehungsweise eine entsprechende Handlung unsinnig oder verwerflich erscheint. Motorcross-Rennen, sowie beispielsweise Base-Jumping oder Tauchen in einer Tiefe von mehr als 40 Metern, fallen in diese Kategorie.

Ein relatives Wagnis liegt vor, wenn eine Handlung an sich schützenswert ist und die Gefahren durch die handelnde Person auf ein vernünftiges Mass reduziert werden können.

Ob es im Schadensfall tatsächlich zu einer Reduktion der Versicherungsleistung kommt, hängt grundsätzlich vom konkreten Einzelfall sowie den jeweiligen Umständen ab. Risiko- beziehungsweise Extremsportlern ist zu raten, vorgängig bei ihrer Versicherung abzuklären, ob die ins Auge gefasste Risikosportart in der bereits bestehenden Unfallversicherung mitversichert ist oder nicht. Gelegentlich kann der Schutz gegen eine höhere Prämie erweitert werden. Der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung ist bei Ausübung von Risikosport jedenfalls anzuraten.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Wasmer am 25.02.2017 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht fair

    Downhill ist auch so eine sportart. Macht extrem spass ind das risiko ist kalkulierbar. Bei den lieben rennvelofahrer die mit 80 km/h die Pässe runterdüsen sagt niemand etwas. Ein grossteil der "randsport" arten wurden von der suva als riskant eigestuft. Darum bin ich der meinung, wecke nicht schlafende hunde. In meinem fall würde das heissen ich hatte halt einen "normalen" velounfall und schon zahlt die versicherung

    einklappen einklappen
  • Loreno Membrino am 25.02.2017 11:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MX

    hallo stephan da ich selber Motocross fahre, habe ich eine risikosportversicherung, ich kann sie dir nur empfehlen aber man muss sie nicht haben.

  • Realist ZG am 25.02.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Versicherungsschutz

    Ich habe früher lizenzierten Motorsport betrieben. Das heisst, es brauch dazu eine Rennlizenz, wie auch zum Motocross. Die Unfallversicherung läuft dabei über die Lizenz. Die SUV lehnt sämtliche Leistungen betreffend Motorsport ab. Zum Teil schon das Training in einer Kiesgrube oder dem Feld.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Diegito am 26.02.2017 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsicht

    Heute ist im Dorf jemand angefahren und getötet worden. Passt auf euch auf, auch im normalen Verkehr. Bitte.

  • Bettina am 26.02.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Differenzdeckung schützt

    Differenzdeckung schafft Abhilfe! Kostet nicht alle Welr und die Versicherung bezahlt auch bei Grobfahrlässigkeit und Wagnissen. Informiert euch beim Unfallversicherer eures Arbeitgebers.

  • dave s am 26.02.2017 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SUVA ist nichts

    Die SUVA taugt nichts, da ist alles gleich ein Wagniss. Ueberzeuge deine Arbeitgeber zu einer Richtigen Privatversicherung zu wechseln oder zumindest einen Zusatz der Wagnisse einschliesst zu machen.

  • TommyM am 26.02.2017 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisch...

    Lustig. Wer sich freiwillig in der Natur bewegt setrt sich offenbar ziemlich schnell einem Risiko aus was für die NBU ein Problem zu sein scheint. Die KK zahlen lieber Fittnesabbos wo die Leute wie Psychopaten auf irgendwelchen Foltermaschinen rumzappeln anstat nach draussen zu gehen und sich in der Natur zu bewegen...

    • Werner Wenger am 26.02.2017 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @TommyM

      Diese Frage hat mit KK gar nichts zu tun. Es geht um Nichtbetriebsunfall. Da fragt man im Personalbüro des Arbeitgebers und erhält die Kontaktdaten der Versichrung oder eine konkrete Antwort.

    • TommyM am 26.02.2017 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner Wenger

      Ist mir schon klar dass die Suva nicht die KK ist. Ich wollte nur sagen, die einen "verbieten" was die anderen kompensieren müssen...

    einklappen einklappen
  • dh am 26.02.2017 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zusatz

    hatte auch einen DH Unfall - suva war aber kein Problem. Achtung - soweit ich informiert bin ist es ein erheblicher Unterschied ob du eine Sportart betreibst, oder ob du Rennen fährst. Bei Rennen ist das mit der Versicherung etwas komplizierter resp. eine entsprechende Zusatzversicherung notwendig

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