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Lieber Phil Geld

12. Dezember 2017 11:12; Akt: 12.12.2017 11:12 Print

Arztwechsel – wie kriege ich meine Akten?

Nina (30) möchte ihren Arzt wechseln und verlangt deshalb die Herausgabe ihrer Patientenakten. Der Arzt weigert sich. Was kann sie tun?

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Die Schweigepflicht ist nicht die einzige Regel für Ärzte. (Bild: Szene aus «Scrubs» / Doozer)

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Lieber Phil Geld
Ich möchte meinen Arzt wechseln, da die Qualität der Leistung für mich nicht mehr stimmt. Deshalb habe ich ihn um die Herausgabe meiner Krankengeschichte gebeten, damit ich diese meinem neuen Arzt zukommen lassen kann. Mein Arzt weigert sich allerdings. Der Aufwand dazu sei ihm zu gross. Kann er die Herausgabe tatsächlich verweigern?

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Liebe Nina

Nein. Gemäss Datenschutzgesetz (DSG) haben Patientinnen und Patienten das Recht, jederzeit Auskunft über ihre Krankengeschichte zu verlangen. Dazu muss ein schriftliches Gesuch gestellt werden. Das Auskunftsgesuch kann unbegründet eingereicht werden, jedoch muss die Kopie eines amtlichen Ausweises beigelegt werden. Der Arzt ist dann verpflichtet, die gesamte Krankengeschichte oder die verlangten Teile zuzustellen.

Zur Krankengeschichte gehören grundsätzlich sämtliche Aufzeichnungen wie Berichte, Korrespondenzen, Röntgenbilder etc., die im Zusammenhang mit der Behandlung stehen. Auch Notizen des Arztes mit für die Behandlung notwendigen Angaben gehören zur Krankengeschichte und damit zum Auskunftsrecht. Nicht unter das Auskunftsrecht fallen persönliche Notizen des Arztes. Gemeint sind dabei Notizen, die der Arzt ausschliesslich für den Eigengebrauch verfasst hat. Sie dienen nicht der eigentlichen Behandlung, sondern zum Beispiel lediglich der Gedächtnisstütze. Umstritten ist, ob ein Anspruch auf die Herausgabe der Krankengeschichte im Original besteht. Aus dem DSG lässt sich kein solcher ableiten.

Grundsätzlich hat die Auskunft kostenlos zu erfolgen. Nur in Ausnahmefällen, wenn dem Arzt dadurch ein besonders grosser Aufwand entsteht, dürfen dem Patienten anfallende Kosten verrechnet werden – in jedem Fall aber nicht mehr als 300 Franken. Wird eine Kostenbeteiligung vom Arzt geltend gemacht, muss diese begründet beziehungsweise belegt werden. Auch muss der Arzt den Patienten vor der Auskunftserteilung auf die anfallenden Kosten hinweisen, damit dieser sein Auskunftsgesuch zurückziehen oder abändern kann.

Weigert sich ein Arzt, die Krankengeschichte herauszugeben, liebe Nina, kann das Auskunftsrecht notfalls gerichtlich durchgesetzt werden.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul am 12.12.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    mal eine klare Antwort im Gegensatz zu den sonst hier üblichen und nichtssagenden blumigen Artikelchen. Echt erfrischend! :-)

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  • Mina am 12.12.2017 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    kein Problem

    Ganz einfach, den Arzt anrufen, er soll die Krankenakten an die neue Praxis schicken. Hat bei mir auf Anhieb geklappt und ich habe sogar noch OP-Berichte nach Hause geschickt bekommen.

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  • Spaniel am 12.12.2017 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach ....

    Allenfalls schriftlich dem Arzt mitteilen - kann dieser ja auch direkt dem neuen Hausarzt zustellen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Antioutili am 13.12.2017 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte um rücksicht

    Liebe Nina, leider hatte dein Arzt noch nicht die Eier, dir mitzuteilen, dass er deine Akten nicht mehr hat, weil er es versäumte mit der Digitalisierung mit zu halten. Somit werden teils digital und teils schriftlich abgelegte dokumente nicht mehr zusammen geführt werden können

    • Entpati am 13.12.2017 10:37 Report Diesen Beitrag melden

      meine Akte ging bei Ärztin verloren

      und ich habe sie nie bekommen! Der einzige Weg ist der Gerichtliche. Chancen sind aber zu gering und der Aufwand riesig. Also no worries für die ÄRZTE. Sie müssen keine Konsequenz fürchten. Unglaublich das sowas passieren kann und es keine Lösung, die nicht auf eigene Kosten/Aufwände geht, gibt! Man stellt sich vor...da ist nichts mehr und man müsse sich für alle Daten aus Vergangenheit selber kümmern!

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  • rene am 13.12.2017 04:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Arzt in Praxis

    Ich noch anfügen dass wenn infolge eines Arztwechsels wegen Tod oder Praxisverkauf der Patient immer zustimmen muss dass der neue Arzt die KG lesen und ggf. weiterführen darf.

  • P. Atient am 13.12.2017 03:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein eben NICHT, dass der alte Arzt

    dem neuen Arzt die Krankengeschichte zustellen soll! Heimatstutz nochmal! Man ist doch ein mündiger Mensch und hat Anrecht auf die persönliche Übergabe sämtlicher Unterlagen! Es betrifft ja mich PERSÖNLICH! Es ist auch gut, dass man weiss, WAS Signor "Dottore in bianco" so alles reinschreibt! Zudem ist es auch wichtig, dass, falls der Arzt aus Altersgründen die Praxis aufgibt - sämtliche Krankenakten (ungefragt und ohne Info an seine Patienten) in die Kehrichtverbrennung transportiert! Dies ist mir passiert und der Arzt hat mir das bereits vorfrankierte Couvert leer zurückgesandt, ohne Akten

  • Frau Meier am 12.12.2017 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arztwechsel

    Mein ehemaliger Arzt hat bei seiner Pensionierung meinem neuen Hausarzt die Unterlagen auf Anfrage hin direkt zugeschickt. War kein Problem und kostete mich nichts. Es geht ja je nach Krankengeschichte auch um wichtige Details, deshalb wäre es schon gut, hätte der neue Arzt das Dossier.

  • Incognito am 12.12.2017 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MPA

    Wieso wird eigentlich immer dem Arzt die Schuld gegeben? Der hat damit nichts zu tun. Das sind die MPA Püppchen die ständig die Akten verhühnern.

    • püppli am telefon am 12.12.2017 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Incognito

      genau! die werfen die akten aus dem fenster um zu verhindern dass ihnen (den püppchen) vor lauter nichts tun nicht langweilig wird... immer nur auf die assistentinen=mpas los welche viel mehr arbeit machen und dem arzt abnehmen als die patienten sehen

    • Incognito am 12.12.2017 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @püppli am telefon

      Ich rede aus Erfahrung, arbeite neben der Ausbildungsstätte für diesen Beruf. Tragen alle Pelz, ständig am schminken und unanständig wies nur geht. Nein Danke.

    • Incognito am 13.12.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @püppli am telefon

      Nur weil jetzt Sie mit ihrer MPA-Horde (die gibts heute auch wie Sand am Meer) alle disliken ändert das nichts an der Tatsache, dass der Arzt nicht einmal! Krankenakten versorgt oder rausholt. Ausserdem habe ich nie gesagt, dass sie nichts arbeiten, sondern dass sie die einzigen sind die mit der Organisation und Lagerung der Akten zu tun haben. Oder streiten Sie das ab? Das tut die MPA doch gern, sobald man mal Verantwortung übernehmen muss alles dem Arzt abschieben...

    • friEden am 13.12.2017 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Incognito

      nur zur information: dort wo es überhaupt noch papierakten gibt, (ist praktisch überall digital) hat der arzt meistens einen meter hohen berg an patientenakten auf seinem schreibtisch, zu hause oder sonst wo, die er diktieren, studieren, etc. muss. ich denke nicht dass eine mpa püppchen umsonst einen sekA abschluss haben sollte, sie ist die rechte hand und auge! von einem arzt

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