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Lieber Phil Geld

15. Juni 2014 13:11; Akt: 15.06.2014 14:39 Print

Darf ein Deutscher mir sein Auto leihen?

Urs (24) ist Schweizer. Nun kann er während seinen Ferien das Auto eines Freundes aus Süddeutschland gebrauchen. Ist das erlaubt?

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Das Gesetz erlaubt in der Schweiz wohnhaften Personen nicht, mit einem Fahrzeug, das im Ausland angemeldet ist, in der Schweiz zu fahren (Bild: Keystone)

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Lieber Phil Geld,
Ich bin Schweizer und lebe nahe der Grenze. Mein deutscher Freund Heiko, der in Süddeutschland lebt, leiht mir während seiner Ferienabwesenheit sein in der EU zugelassenes Auto. Darf ich das Auto über die Grenze nehmen und damit in der Schweiz herumfahren?

Lieber Urs

Das in Deutschland zugelassene Auto deines Freundes in der Schweiz zu benutzen, ist verboten. Das Gesetz erlaubt in der Schweiz wohnhaften Personen nicht, mit einem Fahrzeug, das im Ausland angemeldet ist, in der Schweiz zu fahren (Art. 115 VZV). Der Grund dafür ist einfach: Ohne diese Bestimmung könnte man das Fahrzeug in dem Land anmelden, wo Zulassung und Versicherung am günstigsten sind. So könnte man Steuern sowie Versicherungskosten sparen und allenfalls sogar die Strassensicherheit gefährden. Dasselbe gilt übrigens umgekehrt auch in den EU-Ländern: Wer in der EU wohnt, darf kein in der Schweiz zugelassenes Fahrzeug fahren.

Das Verbot gilt auch, wenn das Auto einem Verwandten gehört oder der Eigentümer des Autos eine schriftliche Einwilligung zur Benutzung des Autos abgegeben hat. Für die Behörden ist einzig der Wohnsitz der Person massgeblich, die das Auto fährt. Es sei denn, der Besitzer des Autos sitzt auch im Auto. Dein Freund Heiko müsste also immer mit dir mitfahren.

Wer sich länger in der Schweiz aufhält, weil er hier arbeitet oder studiert, darf mit einem im Ausland zugelassenen Auto in der Schweiz herumfahren, solange er seinen Wohnsitz im Ausland hat. Er braucht dazu aber eine Bewilligung. Diese muss er bei der ersten Einfuhr des Autos beantragen. Wer vom Ausland in die Schweiz zieht, muss sein Auto in die Schweiz importieren und verzollen (Art. 7 ZG). Fällig werden Zollabgaben, Automobilsteuern und die Mehrwertsteuer, was insgesamt mehr als zwölf Prozent des Autowertes beträgt. Diese Fahrzeuge dürfen noch während eines Jahres mit ausländischen Kontrollschildern verkehren.

Ausnahmen für die vorübergehende Verwendung von ausländischen Fahrzeugen gibt es auch für Personen mit Wohnsitz oder dauerhaftem Aufenthalt in der Schweiz. Die erste Regelung betrifft die Geschäftsautos: Stellt der Arbeitgeber im Ausland dem in der Schweiz lebenden Mitarbeiter ein Geschäftsauto zur Verfügung, darf dieser das Fahrzeug für den Arbeitsweg und für grenzüberschreitende Fahrten im dienstlichen Auftrag verwenden. Privatfahrten sind aber verboten.

Erlaubt ist es zweitens auch, mit einem Mietauto in die Schweiz zu fahren. Voraussetzung ist, dass es von einem Autovermieter im Ausland gemietet wurde. Innerhalb von acht Tagen muss dieses Auto aber wieder ausgeführt oder der entsprechenden Niederlassung in der Schweiz abgegeben werden.

Möglich ist es drittens, mit einer Bewilligung höchstens zwölf grenzüberschreitende Fahrten pro Jahr zu machen. Weitere Fahrten in der Schweiz sind aber nicht gestattet. Zudem ist eine Sicherheit in Form von Geld oder einer Bürgschaft zu leisten.
Da du für dich keine der Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen kannst, bleibt dir nichts anderes übrig, als auch während der Ferien deines Freundes auf ein Auto zu verzichten.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi am 15.06.2014 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine 12%

    Also ich bin vor 10 Jahren von Österreich in die Schweiz gezogen, hab mein Auto als Zügelgut angegeben und musste keine 12% des Autowertes zahlen, musste nur ein paar Papiere ausfüllen und musste fast nichts zahlen!

    einklappen einklappen
  • franz am 15.06.2014 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    nicht ganz richtig

    ohne wohnsitz in D, kann ich auch kein fahrzeug in D zulassen. somit ist die begründung, dass man ein auto dort zulassen könnte, wo es am billigsten ist, an den haaren herbeigezogen.

    einklappen einklappen
  • kavi am 16.06.2014 04:18 Report Diesen Beitrag melden

    rowdily lawgiving

    Mit Funk: Roaming! - Mit Fahrzeug: Roasting? Also hat man bloss Personenohnewagenfreizügigkeit? +!

Die neusten Leser-Kommentare

  • TILT am 16.06.2014 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    ...Wohnmobil Mieten....

    Wie sieht das aus, wenn ich in Deutschland ein Wohnmobil Miete und in der EU rumkurve ? Hat dann ja auch keine Schweizer Nummer dran....

  • vicni am 16.06.2014 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Gloabiliserung ???

    Das ist reine Geldmacherei, Gloabiliserung ???

  • rolf am 16.06.2014 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit oder Geld?

    Wenn ich als Schweizer also mit einem deutschen PW in die Schweiz fahre, muss ich dieses Einführen und Steuern bezahlen. Wenn ich dann aber das Fahrzeug wieder seinem Eigentümer nach Deutschland bringe - muss ich dann wieder Einfuhrzölle bezahlen? Oder kriege ich das zuvor einbezahlten Steuergelder wieder zurück? Und ist Deutschland (oder Frankreich, Österreich und Italien) eine Bananenrepublik, in der alles unbesehen auf die Strasse darf? Im Zeitalter der Anpassung wäre hier doch auch mal bedarf. Oder aber die Länder brauchen einfach ganz dringend Geld.

  • Ramon Paxus am 16.06.2014 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    So geht's

    Kurzer Vertrag aufsetzen. Inhalt: Du bist für die Dauer des Urlaubs als persönlicher Vertreter deines Freundes bei ihm angestellt. Das Auto ist dazu dein Dienstwagen, deine Pflichten als professioneller Vertreter beinhalten das Herumfahren in vergleichbarer Manier wie Du es in der Freizeit machen würdest.

  • Pinky am 16.06.2014 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Umzugsgut

    Lieber Phil Geld, Umzugsgut kann immer steuerfrei importiert werden, wenn man die Gegenstände davor länger als 6 Monate besitzt. Das gilt selbstverständlich auch für Fahrzeuge.

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