Schweiz

17. Juli 2019 14:43; Akt: 17.07.2019 17:23 Print

Über 80 Prozent des Bio-Gemüse steckt in Plastik

Der grösste Teil der Bio-Produkte sind in der Schweiz in Plastikfolien eingehüllt. Das ergab ein Test der Stiftung Konsumentenschutz.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Biologische Produkte gibt es in der Schweiz fast nur in einer Plastikverpackung zu kaufen. Ein Test der Stiftung Konsumentenschutz ergab, dass 83 Prozent der Bio-Gemüse in Plastikfolien eingehüllt sind. Besser sieht es ausgerechnet bei konventionellen Produkten aus.

Umfrage
Kaufen Sie Bio-Produkte?

Der Konsumentenschutz prüfte in zehn Läden in Basel und Bern die Verpackungen von insgesamt 221 Gurken, Tomaten, Karotten, Peperoni und Äpfeln, wie er am Mittwoch mitteilte. Dabei kam heraus, dass insgesamt 54 Prozent der angebotenen Produkte in Plastik eingehüllt waren.

Bio-Produkte in Plastik

Was für umweltbewusste Konsumentinnen und Konsumenten besonders ärgerlich ist: Bei konventionell angebautem Obst und Gemüse lag die Plastikquote gesamthaft bei 44 Prozent, bei den Bio-Produkten hingegen bei 84 Prozent. Migros, Lidl und Denner packten sogar alle der untersuchten Bio-Produkte in Plastik ein, bei Coop waren es 78 Prozent und bei Aldi 63 Prozent.

Bei den konventionellen Produkten hingegen lag die Quote für Plastikverpackungen lediglich bei 44 Prozent. Am wenigsten Plastik benutzte hier Coop mit 21 Prozent, gefolgt von Migros mit 47 Prozent, Lidl mit 50 Prozent und Aldi mit 60 Prozent.

Alternativen zu Plastik wie zum Beispiel Netze aus Zellulose oder Kartons aus Graspapier hätten sie nicht gefunden, teilte die Stiftung Konsumentenschutz mit. Auch Mehrwegsäckchen seien nur bei Coop und Migros angeboten worden. Doch auch diese brächten wenig, wenn das Gemüse und der Obst bereits in Plastik verpackt seien.

Detailhändler verteidigen sich

Migros teilte auf Anfrage mit, man habe sich zum Ziel gesetzt, den Offenverkauf von Bio-Früchten und -Gemüsen im laufenden Jahr zu verdoppeln. Bereits heute würden zahlreiche Bio-Produkte unverpackt angeboten, wie zum Beispiel Nektarinen, Avocados, Orangen oder Mangos.

Doch der Schutz der Produkte und damit die Vermeidung von Food Waste stehe im Vordergrund. Offene Produkte würden oft angefasst, geprüft und zurückgelegt. Deshalb sei die Migros gezwungen, gewisse Artikel abzupacken.

Ausserdem müsse für den Offenverkauf eine bestimmte Umsatzschwelle erreicht werden. Wenn ein Produkt zu lange im Regal liege, bestehe die Gefahr von Food Waste. Das Unternehmen prüfe daneben auch die Verwendung von Recycling-Material: So werde bei der Mehrheit der Schalen zum Schutz von Beeren bereits heute Recycling-Pet eingesetzt.

«Alternativen müssen Sinn machen»

Auch bei Coop heisst es auf Anfrage von 20 Minuten: «Coop hat vor über einem Jahr damit begonnen, jedes Bio-Gemüse und jede Bio-Frucht unter die Lupe zu nehmen und für jedes Produkt die ökologisch sinnvollste Variante zu finden.» Man wolle Bio-Früchte und -Gemüse künftig – wo immer möglich – unverpackt oder mit einer ökologischen Verpackung anbieten.

Zudem sei laut Coop Plastikreduktion ein Prozess, der nicht vom einen auf den anderen Tag umgesetzt werden könne, sofern man ihn professionell und nachhaltig angehe. «Coop geht diesen Weg konsequent und Schritt für Schritt. Wichtig ist dabei, dass die Alternativen aus Gesamtsicht Sinn machen, ökologischer sind als die bisherigen Verpackungen und durch kürzere Haltbarkeiten nicht zu zusätzlichem Food Waste führen.»

(sda/20 Min)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ueli B. am 17.07.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bio = überdentischgezogen

    Kauft doch lieber normales Essen direkt beim Bauer, da weiss man was man hat. Zudem unterstützt ihr Regionales. Und die ganzen Verpackungen, Transportwege, CO2 Ausstoss werden auch noch eingespart.

    einklappen einklappen
  • Miro am 17.07.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Dafür brauchts keinen Test

    Wozu ein Test für etwas, das für jeden der Augen im Kopf hat ganz offensichtlich ist. Greta ist sicher schon stinksauer.

    einklappen einklappen
  • Beat Hofer am 17.07.2019 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja..

    ... Nötig ist es ja wirklich nicht. Und es stört mich persönlich auch ziemlich. Aber wenn wir ehrlich sind, das ist nicht das hauptproblem. Wenn ich diese Verpackungen nämlich in der schweiz im normalen Abfall entsorge, muss ich keine Angst haben das er in der Natur landet. Also warum kümmert ihr euch nicht mal um richtige probleme? Davon haben wir nämlich genug liebe Bio Konsumenten.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eigenverantwortung am 20.07.2019 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    wie früher mit Stofftasche

    Schade ist, dass man so einem Stuss soviel Zeit schenkt. Der Weg zum Markt oder direkt zum Bauern spart Zeit und Nerven und ist umweltbewusster sofern man es richtig anstellt!

  • Martin Poller am 19.07.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

    Bessere Vorschläge

    An alle Nörgler, wie können sie dann sicherstellen dass was Bio angeschrieben ist nicht konventionell ist? Und ich schätze am Bio Gemüse eben dass es eingepackt ist. Da weiss ich wenigstens dass nicht noch zig schmutzige Finger dran waren.

  • Bauerlädeli am 19.07.2019 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bio wo kein Bio drin ist

    Bio wo kein Bio drin ist. Auch bei Bio dürfen Herbizide eingesetzt werden!!!

  • AMD am 19.07.2019 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papier

    Wieso nicht in ein Papiertüte einpacken.

  • Bertb am 19.07.2019 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das bio märchen!

    bio gibt es nicht, nur billige geldmacherei! bei der weltweiten luft und boden belastung kann man echt nicht von bio reden!