Seltener Waldrapp

31. Dezember 2012 13:46; Akt: 31.12.2012 13:46 Print

Hier schnappt sich Shorty einen Happen Proviant

Weltweit gibt es nur noch 30 Exemplare. Ein Jungtier der seltenen Waldrapp-Vogelart hat sich beim Flug nach Süden verirrt. Nun wurde «Shorty» von Leserreportern aufgestöbert.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die zurzeit milden Temperaturen in der Schweiz erfreuen nicht nur Skifahrer, sondern auch einen jungen Waldrapp namens «Shorty». Das seltene Tier - es gibt weltweit nur noch 30 Exemplare - hat beim Flug in den warmen Süden den Anschluss an seine Gruppe verloren und ist nun wieder auf dem Rückweg in den Norden. Dabei hat er gestern auch einen Zwischenstopp in der Region Mettmenstetten ZH gemacht, um sich bei den warmen Temperaturen den Bauch mit Käfern vollzuschlagen.

Entdeckt hat das Tier Leserreporter Heinz Zumbühl. «Er scheint ziemlich fit zu sein. Der hat sich wohl gefühlt und Käfer gefressen», sagt Zumbühl. Etwa 10 bis 15 Minuten habe Shorty nach Nahrung gesucht. «Ich konnte mich etwa auf 50 Meter heranschleichen. Dann merkte ich, wie mich der Waldrapp misstrauisch beobachtete.» Schliesslich sei Shorty weggeflogen, als Reiter sich ihm näherten.

Shorty soll eingefangen werden

Auch Ursula Ruf konnte den Vogel um 16 Uhr fotografieren. Sie ist die Letzte, die Shorty bis heute gesehen hat. Ruf fand ihn auf einer Wiese zwischen Uerzlikon und Hauptikon ZH. «Vor zwei Wochen habe ich ihn zudem auf einem Baum gesehen. Aber da wusste ich noch nicht, dass das ein seltener Vogel ist», so Ruf. Auch auf Ruf hat Shorty einen gesunden Eindruck gemacht.

Dass Shorty bei den milden Temperaturen genügend Nahrung findet, ist aber nicht nur positiv. Ein Team aus Österreich versucht nämlich den Vogel einzufangen und ihn zu seiner Gruppe in die Toskana zurück zu bringen. «Das klappt am besten, wenn Shorty keine Nahrung mehr findet. So können wir ihn mit Futter in eine Voliere locken», sagt Johannes Fritz vom Waldrappteam. Sollte dies nicht klappen, steht noch ein kaum sichtbares Netz zur Verfügung, in dem sich Shorty verfangen könnte oder Futter, das ihn kurzfristig betäubt. Das Waldrapp-Team hofft weiterhin auf zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung.

(bat)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco am 31.12.2012 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutz für den Waldrapp!

    Lasst uns gemeinsam alles unternehmen, um eine solch extrem bedrohte Tierart zu retten. Man sollte die Waldrappexperten voll und ganz unterstützen.

  • Kusi am 31.12.2012 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meldestelle? Bahnhof

    Vielleicht sollte 20 Minuten noch eine Telefon-Nr. publizieren, bei der man sich melden kann, wenn mn ihn sieht? So könnte das Team das sich um ihn sorgt, ihn bald einfangen. Wahrscheinlich muss er zuerst sterben, damit er gefunden wird.

    einklappen einklappen
  • Master G am 31.12.2012 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Photopirsch

    Sehr schöne Bilder die Sie hier geschossen haben! Hoffen wir für Shorty dass er den Winter gut übersteht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Master G am 31.12.2012 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Photopirsch

    Sehr schöne Bilder die Sie hier geschossen haben! Hoffen wir für Shorty dass er den Winter gut übersteht.

  • Marco am 31.12.2012 15:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schutz für den Waldrapp!

    Lasst uns gemeinsam alles unternehmen, um eine solch extrem bedrohte Tierart zu retten. Man sollte die Waldrappexperten voll und ganz unterstützen.

  • Kusi am 31.12.2012 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meldestelle? Bahnhof

    Vielleicht sollte 20 Minuten noch eine Telefon-Nr. publizieren, bei der man sich melden kann, wenn mn ihn sieht? So könnte das Team das sich um ihn sorgt, ihn bald einfangen. Wahrscheinlich muss er zuerst sterben, damit er gefunden wird.

    • Atheist am 31.12.2012 20:22 Report Diesen Beitrag melden

      Damit

      hat doch wohl alles begonnen.... Wir muessen alles einfangen, weil wir die Groessten sind, und ohne uns nichts ueberleben kann. Das Vieh wird es schon alleine schaffen, warum sollte es denn sonst landen? Und ohne unsere "Hilfe" ganz bestimmt!

    • Paul Reim am 01.01.2013 10:32 Report Diesen Beitrag melden

      Egal

      @Atheist Mit weltweit 30 Exemplaren ist die Chance gross, dass Deine Kinder nie mehr eine Chance haben einen Waldrapp zu sehen. Oder viele andere bedrohte Tiere. Nicht weil wir nichts unternommen haben, sondern weil wir gedankenlos deren Lebensräume zerstört haben. Aber Dir ist das ja egal.... mir nicht.

    • M. Unsöld, Waldrappteam am 02.01.2013 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      Warum man hier eingreifen muss

      Die 30 Tiere beziehen sich auf ZIEHENDE Waldrappe, es gibt noch 400 nichtziehende Vögel in Marokko, 3 (!) ziehende in Syrien und ca. 3000 in Zoos. In Mitteleuropa wurde der Waldrapp um 1630 ausgerottet. Alle ziehenden europäischen Waldrappe stammen aus unserem Projekt. Sie haben als Jungvögel Ultraleichtflugzeugen folgend einen Zugweg erlernt und geben diesen jetzt an die nächste Generation weiter - eine Zugtradition wird aufgebaut! Der Jungvogel Shorty hat den Anschluss an einen erfahrenen Altvogel verloren, findet nicht in den Süden und soll deshalb eingefangen und dorthin gebracht werden.

    einklappen einklappen