Trimmis GR

20. Juli 2019 17:09; Akt: 20.07.2019 22:43 Print

Leser findet toten Königspython in Badesee

In Trimmis GR wurde der leblose Körper eines Königspython entdeckt. Das Tier trieb im Wasser eines Badesees.

In Trimmis GR fand ein Leser-Reporter eine tote Python im Wasser treibend. (Quelle: Leser-Reporter/Wildhüter/Wibbitz)
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Am Dienstagabend wollte 20-Minuten-Leser Reto Camenisch wie schon oft seinen Tag an einem kleinen Badesee im Bündner Ort Trimmis ausklingen lassen. Als er am Ufer sass, sah er im Wasser etwas treiben. Zu 20 Minuten sagte er: «Zuerst dachte ich es wäre ein toter Fisch. Also nahm ich einen Ast und stupste es an.»

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Camenisch stellte fest, dass es sich dabei um eine tote grosse Schlange handelte. Aufgrund des üblen Gestanks entschied er sich, das Tier aus dem Wasser zu holen. An Land mustere er den leblosen Körper erneut und war sich aufgrund der Musterung sicher, dass es sich um einen Python handelte. Er sagt: «Er war sicher 1,30 Meter gross.»

«Sicherlich keine einheimische Schlange»

Für den 42-Jährigen ist klar, dass das Tier ausgesetzt wurde. «Solche exotischen Tiere auszusetzen, ist Tierquälerei – und zwar im höchsten Grad.» Der Bündner alarmierte den lokalen Wildhüter, um das Tier einzusammeln.

Dieser kam einen Tag später und bestätigte auf Anfrage von 20 Minuten den kuriosen Fund. Um was für eine Schlangenart es sich handelte, konnte René Gadient, Wildhüter beim Amt für Jagd und Fischerei, allerdings nicht sagen. Für ihn war jedoch klar: «Es war sicherlich keine einheimische Schlange. Die einheimischen Arten kenne ich in meinem Beruf.»

Gadient legte sein Feuerzeug neben den leblosen Körper, um die Grösse besser abschätzen zu können: «Unsere Schlangen haben den Durchmesser des Feuerzeugs, diese eher den einer grossen Salami.»

Tiere können die Fauna bedrängen

Er nahm die Schlange mit, fotografierte sie für die Akten und entsorgte den Kadaver des Tieres. Pythons stammen ursprünglich aus Zentralafrika und benötigen in der Schweiz keine Bewilligungspflicht. Gadient bittet die Halter solcher exotischen Tiere, die Lebewesen nicht einfach auszusetzen: «Neben der geringen Lebenserwartung der Exoten geht es auch darum, dass die Tiere eine Gefahr für die hiesige Fauna darstellen.»

Bislang hatte Gadient noch nicht mit vielen exotischen Tiere in seinem Beruf zu tun. Allerdings wurden in einem Weiher in der Gegend mal Rotwangen-Schmuckschildkröten ausgesetzt. Diese sind ursprünglich in Nordamerika heimisch. Mittlerweile gibt es allerdings auch Populationen durch ausgesetzte Tiere in Europa.

Hilde Villars vom Schlangenzoo in Eschlikon konnte nach Überprüfung der Bilder die Einschätzung von Camenisch bestätigen. Sie sagt: «Es handelt sich definitiv um einen Königspython.» Dass die Schlange im Wasser gefunden wurde, überrascht die Expertin: «Königspythons halten sich eigentlich nicht im Wasser auf. Sie gehen nur ans Ufer, um zu trinken.»

Auch Murmeltiere könnten von Pythons gegessen werden

Über die Todesursache kann nur gerätselt werden. Klar ist nur: Den Winter hätte das Tier nicht überstanden. Die Kriechtiere sind sich Temperaturen über 30 Grad gewohnt.

Am Futter kann es nicht gelegen haben. Villars: «Die Tiere sind keine Vegetarier. Sie essen Mäuse, Ratten oder auch Echsen.» Laut Villars könnte es sogar sein, dass kleine Murmeltiere auf dem Speiseplan des Königspythons Platz hätten.

Auffällig am Kadaver war, dass es sich um ein besonders dickes Exemplar gehandelt hatte. Entweder sie hat was Grosses gegessen, oder wurde durch das Wasser so aufgebläht», sagt Villars.

(fss)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rose' am 20.07.2019 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierelend

    Private sollten gar keine exotischen Tiere halten dürfen, jedes Jahr um die Ferienzeit das Gleiche! Ausgesetzte Tiere und viele findet man gar nicht oder zu spät! Einfach traurig!

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  • moreno am 20.07.2019 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nur für was ?

    der Wohlstand vernebelt den verstand... wie kann man nur so ein Tier als Haustier halten ? es ist mir ein Rätsel...

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  • nikotin am 20.07.2019 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    total kontra gegen Exoten

    man muss nicht bieten, man muss es verbieten...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jarone Biel am 21.07.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Na bravo

    Genau.. Und desshalb ist es das Richtige gleich alle in einen Topf zu werfen. Dann wäre es auch sehr einfach zu sagen es dürfen gar keine Tiere mehr gehalten werden. Dass Exoten ausgesetzt werden ist seltener als Hunde, Katzen, Nager etc. Aber Hauptsache gleich mal dagegen schiessen und mal eben über die Halung sämtlicher Reptilien schlüsse ziehen. Gar kein Tier sollte ausgesetzt werden und genau so wenig sollte man Urteilen wenn man keine Ahnung hat.

  • Aline am 21.07.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das hat nichts mit nur exoten zu tun..

    Auch hunde oder katzen werden regelmässig ausgesetzt. Soll da auch ein halteverbot hin für private? Denke man sollte solche leute auflisten und sperren für die allgemeine tierhaltung.

  • Gallus am 21.07.2019 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    These

    Macht doch mal einen Bericht von den Tierarten welche durch die Klimaerwärmung hier bald heimisch werden könnten?

  • Murmi der 2. am 21.07.2019 02:16 Report Diesen Beitrag melden

    Leckerschmecker

    Ist doch super. Fangt die Reptilien ein und bringt sie zum Metzger. Gemäss einigen Fernsehreportagen schmecken Krokodile nach Hühnchen. Ich hätte nichts gegen eine Portion Krokonuggets mit Tartarsauce. Jetzt hab ich hunger gekriegt und geh essen.

    • Mensch der Herrscher am 21.07.2019 02:39 Report Diesen Beitrag melden

      Metzgen soviel nur geht

      Gute Einstellung ich wäre dabei und würde mit meinem Bolzenschussgerät bereit stehen wenn wir die Tiere schlachten dürfen. Der Mensch soll seine Überlegenheit nur zeigen und man sollte soviele Tiere wie nur geht schlachten und dann essen. Auch wenn wir uns problemlos und gesund (bis auf Vit. B12 was aber sowieso auch den Tieren zugefüttert wird) pflanzlich ernähren können.

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  • Heidi am 21.07.2019 02:06 Report Diesen Beitrag melden

    Spinnen jetzt alle?

    Meine Schlangen haben ein Terrarium, welches ihnen wohl verhältnissmässig mehr Platz bietet als viele Eltern ihren Kindern bieten können. Ebenso sieht es mit der restlichen Haltung aus! Nur weil jetzt 2 Tiere in einem Monat gesichtet wurden, muss man nicht wieder sofort Verbote aussprechen. Das fängt ja bald gleich stupid an, wie mit dem Kampfhundeverbot und die Politik wird wieder gleich "gut" reagieren.

    • Antonov am 21.07.2019 02:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi

      Das Problem sind nicht die Schlagen. Sondern die Menschen die so eine sinnlose Angst davor haben.

    • Trauriges Schönreden am 21.07.2019 02:46 Report Diesen Beitrag melden

      Schönreden pur.

      Kinder können und tun die Wohnung oftmals mehrmals am Tag für längere Zeit verlassen. Bis in die Schule, einen entfernten Spielplatz, das übernächste Dorf, eine andere Stadt, evt. sogar mal ein anderes Land. Die zitierten Kinder haben also einen Bewegungsradius von bis zu unzähligen Kilometern... Da müssten die Schlagen also ein Terrarium von der Grösse von ca. 300 Fussballfeldern haben, wenn dein "mehr Platz als Kinder" stimmte. Aber keine Angst, wir merken alle auch so, wie du hier Gefangenschaft von Tieren schönzureden versuchst. Artrgerecht leben Schlangen nicht auf läppischen paar qm!

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