Rekord-Regenfälle

27. April 2015 19:35; Akt: 28.04.2015 14:45 Print

Strassen und Bahnstrecke nach Gewitter überflutet

Die Schweiz wurde am Montagabend von einem Gewitter überrollt. Der starke Regen hielt die Feuerwehr auf Trab. Im Kanton Zug ist eine Bahnstrecke unterbrochen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Gewitter brachte der Schweiz riesige Regenmengen: Meteorologen haben in St. Gallen 57 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Dabei fielen 18,5 Liter innert zehn Minuten. Das ist ein Rekord für den Monat April und Rang vier seit Messbeginn in St. Gallen, heisst es in einer Mitteilung von MeteoNews.

Einen Allzeitrekord stellte der Regen auf dem Hörnli im Kanton Zürich auf. Da wurden 20,5 Liter innert zehn Minuten gemessen. Am stärksten betroffen war jedoch der Kanton Jura – seit Montagmittag fielen dort 86 Liter.

Video zeigt Überschwemmung

Aus dem Kanton Solothurn meldeten Leser heftige Gewitter. «So etwas habe ich noch nie erlebt. Während zehn Minuten sind vier Zentimeter grosse Hagelbälle vom Himmel gefallen», sagt Leser-Reporter S.R. Besonders stark hat es die Solothurner Dörfer Breitenbach und Büsserach getroffen. «Es war abartig. Die Golfbälle haben Autoscheiben zerstört. Auch die Oberlichter im Büro hielten den Geschossen nicht stand, wir hatten die Hagelbälle plötzlich im Büro», sagt Marcelo Branco. Andere Leser berichten von überfluteten Kellern. Ein Video eines Lesers zeigt, wie die Strassen in Breitenbach komplett überflutet werden.

Das schwere Gewitter hat auch in St. Gallen zu mehreren überfluteten Kellern geführt. Polizei und Feuerwehr rückten zu mehr als 70 Einsätzen aus. Personen kamen nach ersten Erkenntnissen keine zu Schaden. Auch am Dienstagmorgen gingen bei der Notrufzentrale immer noch viele Anrufe ein. Derzeit steht die Feuerwehr in sieben Gemeinden im Einsatz. Das Ausmass der Schäden lasse sich noch nicht abschätzen, sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage.

Ein Leser-Reporter filmte die Blitze in St. Gallen:

Bäche traten über die Ufer

Hauptsächlich vom Unwetter betroffen ist das Gebiet zwischen den Gemeinden Wil und Rorschach. Rund die Hälfte der Einsätze betrafen aber die Stadt St. Gallen. Bei Tübach sei zudem ein Murgang niedergegangen, wegen dem der Bahnverkehr unterbrochen werden musste.

Glimpflich kam der Kanton Thurgau davon: Es habe 10 Meldungen wegen überfluteter Keller gegeben, sagte Polizeisprecher Daniel Metzler. Betroffen war vor allem der Grossraum Arbon. Auch der Kanton Appenzell Ausserrhoden war vom Unwetter gestreift worden: In Speicher und Trogen kam es zu zwei Feuerwehreinsätzen.

Im Kanton Zug ist die Bahnstrecke zwischen Cham und Rotkreuz wegen Unwetterschäden unterbrochen. «Das Bahntrassee hat sich in einen Fluss verwandelt», sagt SBB-Sprecherin Franziska Frey. Die Gleise stehen einen Meter tief unter Wasser. Die Einsatzkräfte sind vor Ort. Die Strecke soll voraussichtlich um 17 Uhr für den Zugverkehr wieder freigegeben werden. Informationen zur aktuellen Verkehrslage auf den Schienen finden Sie hier.

Vier Zentimeter grosse Hagelkörner

Leser-Reporterin Janine Graber war gerade im Bus, als es losging: «Wir kamen nur noch im Schritttempo weiter und im Innern des Busses wurde es so laut, dass wir uns die Ohren zuhalten mussten.» Ausserdem sei das Wasser auf der Strasse gut zehn Zentimeter hoch gestanden.

Bei der Feuerwehr gingen in eineinhalb Stunden 14 Meldungen ein, heisst es am Dienstagmorgen bei der Kantonspolizei Solothurn auf Anfrage.

Schutt auf Strasse gespült

Starke Niederschläge gab es am Montagabend auch in der Westschweiz. In den Dörfern Blonay und St-Légier nahe Montreux im Waadtland traten am Montagabend mehrere Bäche über die Ufer. Schutt wurde auf Strassen gespült.
Polizei und Feuerwehr rückten zu rund 60 Einsätzen aus, rund 40 Keller standen unter Wasser. Verletzt wurde niemand, wie die Kantonspolizei Waadt mitteilte. Das Schadenausmass ist noch unklar.

Blitz und Donner in Rickenbach:
(Quelle: Leser-Reporter)


(cho/woz/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • nstuderus am 27.04.2015 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sunshine

    wow. bei uns im thurgau kann man jetzt noch im t-shirt draussen sitzen und das wetter geniessen!

    einklappen einklappen
  • U.W. am 27.04.2015 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frühling = Anfang der Gewitterzeit

    nun hat die Gewitterzeit begonnen. Ist ganz normal für diese Jahrszeit. Hoffentlich wird das Unwetter Potenzial dabei möglichst tief ausfallen.

  • Thomas am 27.04.2015 22:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    autoliebhaber

    bin absichtlich ins Parkhaus gefahren um mein Auto zu schützen :D

Die neusten Leser-Kommentare

  • vreni am 28.04.2015 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gewitter

    Ja wir können das Wetter nicht machen. Leider ist der Boden bereits viel zu trocken und konnte die menge Regen nicht schlucken an vielen Orten

  • c.f. am 28.04.2015 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur etwas Regen

    also wir, kt. SO, hatten kein Gewitter. wir wurden mal wieder verschont.

  • Charly1589 am 28.04.2015 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Na und????

    Ich verstehe die Aufregung nicht, ein Gewitter ist einfach nur Natur pur, hat es schon immer gegeben und wird es auch in Zukunft immer wieder geben mal heftiger mal weniger heftiger ist eben Natur

  • Schneehäsli am 28.04.2015 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    ......

    was, wirklich? Bei uns im Berner Oberland schien die Sonne bis am Abend.... heute haben wir dafür den Schnee :-). Aber ich liebe die Abwechslung.

  • BA am 28.04.2015 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wundert es?

    ....alles was mit den Schneekanonen !!! In die Luft geschossen wird, kehrt wieder auf die Erde zurück. Ist doch logisch. Bravo Natur!